Medizin

Neue Therapieansätze bei Hepatitis C:

Silibinin ein wirksames Virusstatikum

 

Von Prof. Dr. med. Peter Ferenci, Wien

 

Berlin (2. Oktober 2008) - Die chronische Hepatitis C kann unbehandelt zur Leberzirrhose und zum Leberkrebs führen und ist heute in Europa die häufigste Indikation zur Lebertransplantation. Die Hälfte der Patienten kann durch eine Therapie mit pegyliertem Interferon/Ribavirin (PegIFN/RBV) geheilt werden, für die übrigen Patienten sind dringend neue Therapiemöglichkeiten nötig. In-vitro-Daten sprechen für eine antivirale Aktivität von Silibinin (SIL). SIL ist der aktive Hauptbestandteil des Extraktes aus der Mariendistel  (Silibum marianum Gaertn.).

Leberfibrose & Zirrhose: Mechanismen und Therapie

Von Prof. Dr. Dr. Detlef Schuppan, Boston

Berlin (2. Oktober 2008) - Die Entwicklung einer Zirrhose ist die entscheidende Ursache für die Morbidität und Mortalität chronischer Lebererkrankungen. Hauptziel einer kausalen Therapie chronischer Lebererkrankungen ist deshalb die Hemmung der Progression zur Zirrhose oder sogar die Reversion der Zirrhose. Viele Patienten können nicht kausal (z. B. durch Eradikation einer chronischen Virushepatitis B oder C) behandelt werden oder zeigen bereits eine fortgeschrittene Fibrose/Zirrhose. Dies erfor­dert eine validierte und gut verträgliche antifibrotische Therapie.

Frühe Kriterien für den schweren  Morbus Crohn

 

Von Prof. Dr. med. Andreas Stallmach

 

Berlin (2. Oktober 2008) - Der Verlauf beim Morbus Crohn ist in der Regel durch den Wechsel zwischen Phasen mit hoher Krankheitsaktivität und Phasen der Remission gekennzeichnet. Das klinische Spektrum reicht dabei von leichten Beschwerden (z. B. wenige breiige Stuhlentleerungen) bis hin zum fulminanten Schub mit vitaler Bedrohung. Ca. 50 % der Patienten mit Morbus Crohn müssen wegen ihrer Erkrankung nie mit systemisch-wirkenden Steroiden behandelt werden (1). Verlaufsuntersuchungen zeigen, dass bei einem Großteil der Patienten der Krankheitsverlauf relativ „benigne“ ist und nur selten Rezidive auftreten (2). Bei diesen Patienten reicht es, beim Auftreten eines akuten Schubes eine symptom-orientierte Basistherapie einzuleiten; langfristige Behandlungsstrategien sind entbehrlich. Wir wissen aber auch, dass bei einer anderen Gruppe von Patienten mit Morbus Crohn, insbesondere jungen Patienten, die im akuten Schub mit Steroiden behandelt werden müssen, einen ungünstigen Verlauf aufweisen. Bei diesen Patienten mit kompliziertem Morbus Crohn bestehen zwei Probleme: zum Einen muss im akuten Schub eine effektive Behandlung zum raschen Erreichen einer Remission gefunden werden, zum Anderen sollte eine effektive Rezidivprophylaxe den Rückfall langfristig verhindern. Wie erkennen wir nun diese Patienten frühzeitig? Gibt es sichere prädiktive Parameter für den individuellen Verlauf?

Fortschritte in der Behandlung von Patienten mit Morbus Crohn

 

Von Prof. Dr. Stefan Schreiber

 

Berlin (2. Oktober 2008) - Der langjährig verlaufende Krankheitsprozess des M. Crohn wird nach den Anfangsjahren zunehmend auch von nicht-entzündlichen chronisch-destruierenden Komplikationen wie Strikturen, Abszessen und Fisteln geprägt. Trotz des stetig zunehmenden Einsatzes oraler Immunsuppressiva wie Azathioprin, bleibt jedoch die Häufigkeit der deshalb notwendigen Operationen unverändert. Ursache hierfür ist, dass mit der heutigen Standardtherapie für CED-Patienten nur eine inkomplette Remission erzielt werden kann, d. h. obwohl die Patienten symptomfrei werden, schreitet die zerstörende Erkrankung weiter fort. Hierdurch kommt es früher oder später zu einer „intestinalen Invalidität“ mit permanenten Schäden.

Wie gut ist die Versorgung von CED-Patienten in Deutschland?

 

Von Dr. med. Bernd Bokemeyer

 

Berlin (2. Oktober 2008) - Nach vorliegenden Untersuchungen gibt es in Deutschland etwa 320.000 CED-Patienten, etwa jeweils zur Hälfte Morbus Crohn- und Colitis ulcerosa-Patienten. Circa 35 % werden davon im gastroenterologischen und fachinternistischen Versorgungsbereich behandelt. Demgegenüber befinden sich über 50 % dieser Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) in der Behandlung von Allgemeinärzten oder Allgemeininternisten. Hier wäre es anzustreben, zumindest diese Patienten konsiliarisch an ein gastroenterologisches Zentrum mit einem CED-Schwerpunkt anzubinden.