Medizin

Angststörung als häufige Komorbidität bei Epilepsie

 

Von Prof. Dr. med. Bernd Pohlmann-Eden

 

Basel, Schweiz (18. Mai 2007) - Psychische Störungen bei Epilepsie werden in bis zu zwei Dritteln aller Epilepsiepatienten gesehen und sind meist das Ergebnis oder Spiegelbild eines „Mosaiks" ätiologischer Faktoren (Anfaliskorrelat, Grunderkrankung, Medikamentennebenwirkung, psychosoziales Reaktionsmuster).

Angststörungen sind neben Depressionen und Psychosen die häufigsten psychischen Auffälligkeiten bei Menschen mit Epilepsieerkrankungen. Sie sind etwa zweimal so häufig wie in der Normalbevölkerung (15 - 25 %) und werden in ihrer Prävalenz wohl noch unterschätzt, da sie oft maskiert und / oder somatisiert sind und der Arzt oft nicht dafür sensibilisiert ist.

Aktuelles von der 45. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN)

Mehr Sicherheit in der kardiologischen Diagnostik durch Myokardszintigrafie

 

Hannover (26. April 2007) ‑ Kardiovaskuläre Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in den westlichen Industrieländern. Im Jahr 2005 war die Herzerkrankung Angina pectoris die häufigste Hauptdiagnose für einen stationären Kankenhausaufenthalt. Die rechtzeitige Erkennung der koronaren Herzkrankheit (KHK) bestimmt Erkrankungsverlauf und Prognose entscheidend. Auf einer Pressekonferenz betonte Professor Rainer Zimmermann, Pforzheim, Sprecher der Arbeitsgruppe „Nuklearkardiologie" der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, dass die Myokardszintigrafie hier ein zuverlässiges Diagnoseverfahren biete. Sie ist ein gut evaluiertes, verbreitetes und sowohl von gesetzlichen als auch von privaten Krankenkassen erstattungsfähiges Verfahren in der nicht‑invasiven Diagnostik der KHK. In den vergangenen Jahren wurde es hinsichtlich methodischer Aspekte und klinischer Anwendungen bedeutsam weiterentwickelt. Die Myokardszintigrafie liefert neben einer individuellen Risikound Prognoseeinstufung auch evidenzbasierte Entscheidungshilfen für die Behandlungsstrategie hinsichtlich Risikofaktorbehandlung, medikamentöse Therapie und Revaskularisation.

gezielt ist sicher

Neue Initiative setzt sich für gezielten Einsatz von Antibiotika ein

 

Wiesbaden (17. April 2007) - Die stetig zunehmende Resistenz von Bakterien gegenüber den gängigen Antibiotika wird auch in Deutschland immer mehr zu einer Bedrohung für die Gesundheit der Patienten. Um dieser gefährlichen Entwicklung zu begegnen, hat sich nun eine Gruppe von Experten aus der Inneren Medizin, Infektiologie, Pneumologie und Intensivtherapie zu einer Initiative zusammengeschlossen.

Die „Initiative Antibiotika‑Einsatz: gezielt ist sicher" setzt sich für einen gezielten Einsatz von Antibiotika auf der Basis einer verbesserten Diagnose ein. Sie will außerdem dazu beitragen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die tägliche Praxisroutine integriert werden. Denn: „Die Reduktion des Antibiotikaverbrauchs durch verbesserte diagnostische Möglichkeiten ist dringend erforderlich", sagte der Sprecher der Initiative Prof. Dr. med. Tobias Welte, Direktor der Abteilung für Pneumologie, Medizinische Hochschule Hannover. Unnötige Verordnungen sollten damit vermieden werden.

Zulassung von Celecoxib für die Therapie der Spondylitis Ankylosans

Ein Kommentar von Professor Dr. med. Rainer Wigand, Rheumatologe, Frankfurt a. M.

 

Frankfurt am Main (17. April 2007) ‑ „Endlich!", ist man spontan geneigt zu denken, da nun auch in Europa formal zugelassen ist, was vielen Ärztinnen und Ärzten im Rahmen ihrer ärztlichen Therapiefreiheit bereits seit längerem guter Brauch war: Der Einsatz von Celecoxib als erste Cox-2-selektive Substanz zur Therapie der Spondylitis ankylosans, im deutschen Sprachraum besser als Morbus Bechterew bekannt. Gerade bei dieser Erkrankung bietet diese Substanz im Vergleich zu den traditionellen, nicht selektiven Antiphlogistika den Therapeuten gleichsam eine Vielzahl an therapeutischen Vorteilen.

Erste Ergebnisse eines bundesweiten Bevölkerungssurveys:

Hinweise auf unzureichende Versorgung von seronegativen RA-Patienten

 

Wiesbaden (17. April 2007) - Anlässlich des 113. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden wurden erste Ergebnisse eines bundesweiten Bevölkerungssurveys zur Versorgung der Rheumatoiden Arthritis (RA) präsentiert. Danach werden seronegative RA-Patienten häufig nicht ausreichend mit DMARDs (Disease Modifying Antirheumatic Drugs) versorgt und nicht konsequent an einen Rheumatologen überwiesen. Erfreulich ist jedoch, dass sich das Gesamtbild der rheumatologischen Versorgung im Vergleich zu früheren Erhebungen deutlich verbessert hat. Die Erhebung ist die erste dieser Art und entstand aus einer Kooperation von Wyeth Pharma und dem Deutschen Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ).