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Helicobacter pylori

Die Geschichte einer unglaublichen Entdeckung

 

helicobacter pylori Photo: AltanaKonstanz/Ludwigshafen/Magdeburg (31. Mai 2007) ‑ Mit viel persönlichem Einsatz und unbedingtem Glauben an die eigene Urteilsfähigkeit haben J. Robin Warren und Barry J. Marshall die Behandlung von Magenerkrankungen revolutioniert. 2005 erhielten die beiden australischen Forscher für die Entdeckung des Helicobacter pylori als Krankheitserreger den Medizin‑Nobelpreis. Etwa die Hälfte der Menschheit ist mit dem „Magenteufel" infiziert, der Geschwüre in Magen und Zwölffingerdarm sowie Magenkrebs verursachen kann.

 

„Unmöglich!" hätten wohl die meisten Wissenschaftler gedacht. „Unglaublich!" war wohl die Reaktion von J. Robin Warren, als er 1979 bei der Biopsie eines Patienten große Mengen von Bakterien fand, die offenbar die Magenschleimhaut besiedelten. Im unwirtlichen Milieu der Magensäure können Bakterien nicht langfristig überleben, geschweige denn sich vermehren ‑ das besagte seinerzeit die Schulmedizin. Doch Warren beharrte auf dem, was er mit eigenen Augen gesehen hatte. Und so kam es, dass nicht ein hochgerüstetes Hightechlabor, sondern ein Facharzt an einem Krankenhaus in Perth, Australien, einen Paradigmenwechsel in der Behandlung von Magenerkrankungen einläutete.

 

Der „Magenteufel": Von der Entdeckung zur Austreibung

Denn das Bakterium, das später den Namen Helicobacter pylori erhielt, erwies sich als wahrer „Magenteufel". Alle Patienten Warrens mit Magengeschwüren trugen den Keim in sich. So lag die Hypothese nahe, dass er die eigentliche Ursache der Beschwerden war. Gemeinsam mit seinem Kollegen Barry J. Marshall entwickelte Warren eine Behandlungsidee mit Hilfe von Antibiotika, die beide an ihren Patienten erfolgreich erprobten, unter anderem auch an Warrens Ehefrau Win. Als sich schließlich Marshall im Selbstversuch einen Helicobacter‑pylori‑Cocktail verabreichte und kurze Zeit später eine akute Gastritis entwickelte, war der Durchbruch geschafft. Auch er konnte erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden.

 

Späte Ehrung für Warren und Marshall

Nach anfänglicher Skepsis wurden Warren und Marshall mit Auszeichnungen überhäuft. 2005 schließlich wurde ihnen die höchste Ehrung zuteil: der Nobelpreis für Medizin. Die Nachricht erreichte sie stilecht in einer Bar in Perth. Dort hatten sie bereits in den vorherigen Jahren bei der Preisverleihung mitgefiebert. J. Robin Warren ‑ Jahrgang 1937 ‑beendete 1999 seine 31‑jährige Arbeit als Pathologe am Royal Perth Hospital. Der 14 Jahre jüngere Barry J. Marshall arbeitet bis heute als Mikrobiologe am Helicobacter‑pylori‑Forschungszentrum in Nedlands, Australien.

 

Helicobacter pylori heute

Etwa die Hälfte der Menschheit ist mit dem Helicobacter pylori infiziert, bei 10 bis 20 Prozent bewirkt er Geschwüre im Magen und Zwölffingerdarm. Mittlerweile hat sich hierzulande die so genannte französische Tripeltherapie als Standardtherapie bei Beschwerden mit dem Helicobacter pylori durchgesetzt. Gerade einmal sieben Tage benötigt die Kombination der Antibiotika Clarithromycin und Amoxicillin mit einem Protonenpumpenhemmer, um dem „Magenteufel" den Garaus zu machen. Die dauerhafte Erfolgsquote liegt bei über 90 Prozent. Helicobacter pylori ist tatsächlich als Ursache für 70 bis 85 Prozent der Magen‑ und 95 Prozent der Zwölffingerdarmgeschwüre nachgewiesen. Auch Magenkrebs kann durch den Keim verursacht werden.

 

Thilo Pustlauk - Variationen zum Thema Helicobacter pylori: 'Well, alroght my friend' Eine Inspiration im Stil von Roy Lichtenstein. Photo: Altana

 

Französische Tripeltherapie auf einen Blick

Die Folgen einer Infektion mit Helicobacter pylori reichen von Magenschleimhautentzündungen bis hin zu Magen‑ und Zwölffingerdarm­geschwüren und können sogar Magenkrebs verursachen. Die Eradikationstherapie, eine spezielle medikamentöse Behandlung, lässt die krankhaften Veränderungen im Magen und Zwölffingerdarm abheilen und kann der Entstehung von Magenkrebs vorbeugen.

 

Mittel der Wahl für die Helicobacter‑pylori‑Eradikation ist hier zu Lande die französische Tripeltherapie über sieben Tage, bestehend aus einem Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol und den beiden Antibiotika Amoxicillin und Clarithromycin. Diese Therapie wird nach wie vor in der Leitlinie zur Erkennung und Behandlung der H. pylori‑Infektion, dem Maastricht Consensus Report, als eine First‑Line‑Therapie empfohlen (Malfertheiner et al., GUT 2006).

 

Aufgrund der hohen Metronidazol‑Resistenzen rückt der Einsatz von Metronidazol immer mehr in den Hintergrund. Denn diese liegen derzeit in Deutschland immerhin bei 20 bis 30 Prozent. Nach wie vor ist hingegen keine verminderte Empfindlichkeit von Amoxicillin gegenüber Helicobacter pylori in Deutschland bekannt. Die Clarithromycin‑Resistenzen liegen hier zu Lande bei ca. 5 Prozent. Die französische Tripeltherapie minimiert somit von vornherein Misserfolge durch Antibiotika‑Resistenzen seitens des Erregers.

 

Der Protonenpumpenhemmer, als Bestandteil der Eradikationstherapie, setzt die Säureproduktion in speziellen Zellen im Magen herab, so dass die Säure die angegriffene Magen‑ und Dünndarmschleimhaut nicht weiter attackieren kann. Er bessert deshalb bereits nach kurzer Zeit die säurebedingten Magenbeschwerden. So wird über eine effiziente pH‑Anhebung die unverzichtbare Voraussetzung dafür geschaffen, dass die beiden Antibiotika, Clarithromycin und Amoxicillin, ihre H.‑pylori‑abtötende Wirkung optimal entfalten können.

 

Nach der Eradikationstherapie ist der Magenkeim in der Regel besiegt. Die französische Tripeltherapie beseitigt den Helicobacter pylori mit mehr als 90­prozentiger Sicherheit. Die Reinfektionsrate liegt lediglich unter zwei Prozent.

 

Die regelmäßige Tabletteneinnahme ist wichtig. Versäumt der Patient, nur 10 Prozent der Tabletten einzunehmen oder hält er die Behandlung nicht konsequent eine Woche durch, sinkt der Therapieerfolg um 20 bis 30 Prozent.

 

Eine konsequente siebentägige Tripeltherapie nach empfohlenem Schema bringt in den meisten Fällen Beschwerdefreiheit sowie eine dauerhafte Heilung von Magen‑ und Zwölffingerdarmgeschwüren. Zudem kann die Eradikationstherapie im Hinblick auf Magenkrebs eine präventive Maßnahme darstellen.

 

Die Kombinationspackung ZacPac® der Unternehmen Altana Pharma Deutschland GmbH, ein Unternehmen der Nycomed‑Gruppe, und Abbott GmbH & Co. KG beinhaltet alle erforderlichen Arzneistoffe der französischen Tripeltherapie entsprechend dem Maastricht Consensus Report. Dabei leisten sieben zweigeteilte Tagesblister mit je einer Morgen‑ und Abenddosis einen wertvollen Beitrag zur Erhöhung der Compliance, die für den Therapieerfolg unabdingbar ist.

 

Neben der einfachen Handhabung des ZacPac©‑Kombipacks erleichtert eine einzige, ausführliche Patienteninformation dem Patienten die sonst komplizierte Dreifachtherapie. Für den verordnenden Arzt und den abgebenden Apotheker ist die nahezu selbsterklärende Kombipackung mit einer enormen Zeitersparnis verbunden.


Quelle: Symposium der Firmen Altana und Abbott zum Thema “Begegnung mit dem Nobelpreisträger Robin Warren” am 31. Mai 2007 in Magdeburg (3K-Agentur für Kommunikation).