Drucken

Rheumatologie

Secukinumab (Cosentyx®) hemmt langfristig die Progression der Gelenk- und Wirbelsäulenschäden bei PsA und AS

  • Die in zwei Jahren mit der Methode mSASSS bzw. mTSS berechnete röntgenologische Progression struktureller Gelenk- und Wirbelsäulenschäden war unter Secukinumab bei einem Großteil der AS- und PsA-Patienten sehr gering1,2.
  • Die Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit und Lebensqualität blieb unter Secukinumab bei PsA- und AS-Patienten über zwei Jahre erhalten2,3.
  • Secukinumab ermöglicht eine dauerhafte und vollständige Abheilung der Dactylitis und Enthesitis bei Patienten mit PsA4.

Nürnberg/London (1. August 2016) – Auf der diesjährigen Tagung der European League Against Rheumatism (EULAR) in London wurden aktuelle Datenanalysen der Studien FUTURE 1 und 2 bei Psoriasis-Arthritis (PsA) sowie der Studien MEASURE 1 und 2 bei Ankylosierender Spondylitis (AS, auch Morbus Bechterew) vorgestellt. Für beide Indikationen zeigte der IL-17A-Inhibitor Secukinumab (Cosentyx®) ein starkes, sowie schnelles und dauerhaftes Ansprechen über zwei Jahre.


Möglicher Einfluss von Secukinumab auf die Knochenneubildung bei AS

Die röntgenologische Auswertung der 2-Jahresdaten von MEASURE 1 hinsichtlich der Wirkung von Secukinumab auf die Progression der Wirbelsäulenschäden bei Patienten mit AS zeigte ein nur sehr geringes Fortschreiten der röntgenologisch fassbaren Wirbelsäulenveränderungen nach zwei Jahren1. Die durchschnittliche Veränderung im mSASSS (modified Stoke Ankylosing Spondylitis Spinal Score), dem üblicherweise verwendeten Score zur Bewertung radiologischer Wirbelsäulenveränderungen bei AS betrug lediglich 0,3 in der Gesamtgruppe der mit Secukinumab behandelten Patienten1. Da dies deutlich geringer ist als in bisherigen Studien mit TNF-Blockern, gibt es Anlass zu der Hoffnung, dass die IL-17A-Inhibition auch Auswirkungen auf die strukturelle Progression der AS an der Wirbelsäule hat, sagte Prof. Jürgen Braun, Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne, der die Daten im Rahmen der Jahrestagung der EULAR präsentierte. Er fügte hinzu, dass bereits eine Studie läuft, in der die Röntgenbilder der Patienten aus der MEASURE-1-Studie direkt und verblindet mit einer Kontrollgruppe ohne Secukinumab-Behandlung verglichen werden.

Auch die Ergebnisse der 2-Jahresdaten der aktuell noch laufenden MEASURE-2-Studie bestätigen die Wirksamkeit und Sicherheit von Secukinumab (mit subkutaner Aufladungs- und Erhaltungsdosis)3. 71,5% der Patienten erreichten unter der zugelassenen Dosis Secukinumab 150 mg ein ASAS20-Ansprechen – also eine 20%ige Verbesserung der Symptome gemäß der Kriterien der Assessment of SpondyloArthritis international Society – in Woche 104, wie Prof. Klaus Krüger, Leiter des Rheuma-Praxiszentrums St. Bonifatius in München mitteilte5.

Etwa die Hälfte der Patienten (47,5%) zeigte nach zwei Jahren eine 40%ige Verbesserung der Symptome (ASAS40-Ansprechen)3. Die Subgruppe der TNF-naiven Patienten wies nach zwei Jahren sogar noch bessere Ansprechraten auf: ASAS20 erreichten unter der zugelassenen Dosierung von Secukinumab 150 mg 80% der Patienten3. Ein ASAS40- Ansprechen zeigten 60% der TNF-naiven AS-Patienten3. Auch die körperliche Funktionsfähigkeit und Lebensqualität verbesserte sich unter der Therapie mit Secukinumab. Das Sicherheitsprofil des IL-17A-Inhibitors zeigte keine Abweichungen zu den bekannten Daten aus dem Secukinumab-Studienprogramm zur Plaque-Psoriasis6, PsA7 und AS8.


Positive Studienergebnisse auch bei PsA

Ähnlich vielversprechende Daten zur Hemmung der radiologisch nachweisbaren Progression bei Patienten mit PsA zeigte eine Auswertung der 2-Jahresdaten der FUTURE-1-Studie2: Bei jeweils 84,3% der 476 Patienten mit PsA konnte unter der Therapie mit Secukinumab 150 mg kein weiteres Fortschreiten der Gelenkschäden nach 104 Wochen festgestellt werden2. „Darüber hinaus blieb unter Secukinumab das Therapieansprechen bezogen auf die Gelenk-und Hauterkrankungen sowie hinsichtlich körperlicher Funktionsfähigkeit und Lebensqualität über zwei Jahre erhalten,“ so Prof. Krüger weiter5. 66,8% der Patienten unter Secukinumab 150 mg erreichten in Woche 104 ein ACR20-Ansprechen – gemäß der Kriterien des American College of Rheumatology2. Auch hier zeigten sich die noch besseren Ergebnisse bei den TNF-naiven-Patienten: 75,2% der Betroffenen erreichten dieses Therapieziel2. ACR50- Ansprechraten zeigten über den Behandlungszeitraum von zwei Jahren 39% der Gesamtpopulation2.

Eine deutliche, anhaltende Verbesserung konnte auch hinsichtlich der Hautsymptomatik bei PsA-Patienten erzielt werden, die sich im PASI (Psoriasis Area and Severity Index)- Ansprechen abbildete: PASI-75-Ansprechraten, eine 75%ige Symptomverbesserung unter Secukinumab 150 mg zeigten 74,6% der Patienten nach 104 Wochen; eine 90%ige Verbesserung der Symptome (PASI-90-Ansprechen) war bei 61% der Patienten zu beobachten2.

Günstige Effekte ergaben sich ebenso für die Behandlung der Dactylitis und Enthesitis. Nach 104 Wochen erreichte die Mehrheit der Patienten (82,6% bei 150 mg,) unter Secukinumab eine vollständige Abheilung der Dactylitis2. Eine vollständige Abheilung der Enthesitis wurde von 73,7% der PsA-Patienten unter Secukinumab 150 mg erreicht2. Diesen positiven Trend konnte auch eine Datenanalyse der FUTURE-2-Studie bestätigen, die eine schnelle und anhaltende Abheilung der Dactylitis und Enthesitis bei Patienten mit PsA bis Woche 52 dokumentierte4. Unter der Therapie verringerte sich in Woche 24 die Anzahl betroffener Finger- und Zehengelenke sowie der Enthesen verglichen mit Placebo. Dieses Ergebnis blieb über den Zeitraum von 52 Wochen bestehen4.

Prof. Krüger zog ein positives Fazit für den Einsatz von Secukinumab bei beiden Erkrankungen: „Secukinumab ist eine Bereicherung der vorher defizitären Behandlungsmöglichkeiten bei axialer Spondyloarthritis und Psoriasis-Arthritis und stellt eine echte Alternative zu den TNF-Blockern dar, auf die bis zu 40% der Patienten nicht oder nur partiell ansprechen5. Der monoklonale Antikörper zeigt eine gute Wirksamkeit auch bei schwierigen Manifestationen wie der Dactylitis und Enthesitis, wirkt zudem sehr gut auf die Haut und scheint sogar die radiologische Progression zu hemmen5.“


Über Cosentyx® und Interleukin-17A (IL-17A)

Cosentyx® ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der selektiv zirkulierendes Interleukin-17A (IL-17A) neutralisiert9. Es ist der erste IL-17A-Inhibitor, für den positive Phase-III-Studienergebnisse bei der Behandlung von PsA und AS vorliegen. Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass IL-17A eine wichtige Rolle bei der Regulation der Immunantwort des Körpers sowohl bei der Psoriasis als auch bei den Spondyloarthritiden, inklusive PsA und AS, spielt10.

Cosentyx® ist in der EU für die Behandlung erwachsener Patienten mit aktiver AS zugelassen, die unzureichend auf eine vorherige konventionelle Therapie – beispielsweise mit nicht-steroidalen entzündungshemmenden Antirheumatika (NSAR) – angesprochen haben6. Außerdem ist Cosentyx® als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat für die Behandlung erwachsener Patienten mit aktiver PsA zugelassen, wenn das Ansprechen auf eine vorherige Therapie mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARD) unzureichend gewesen ist11.

Insgesamt wurde Cosentyx® in 50 Ländern zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis zugelassen, darunter auch in den Ländern der Europäischen Union sowie in der Schweiz, in Australien, in den USA und Kanada. In Europa ist Cosentyx® das einzige Biologikum, das als Erstlinientherapie bei der systemischen Behandlung der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis bei erwachsenen Patienten zugelassen ist. In den USA ist Cosentyx® zugelassen für die Behandlung einer mittelschweren bis schweren Plaque- Psoriasis bei erwachsenen Patienten, die für eine systemische Therapie oder Phototherapie (Lichttherapie) infrage kommen. In Japan ist Cosentyx® neben der Behandlung der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis auch für die Behandlung der PsA zugelassen. In Ecuador ist Cosentyx® für die Behandlung von PsA und AS zugelassen.


Über Novartis

Novartis bietet innovative, medizinische Lösungen an, um damit auf die sich verändernden Bedürfnisse von Patienten und Gesellschaften einzugehen. Novartis, mit Hauptsitz in Basel (Schweiz), verfügt über ein diversifiziertes Portfolio, um diese Bedürfnisse so gut wie möglich zu erfüllen: mit innovativen Arzneimitteln, Produkten für die Augenheilkunde und kostengünstigen, generischen Medikamenten. Novartis ist das einzige Unternehmen mit weltweit führenden Positionen in diesen Bereichen. Im Jahr 2015 erzielte der Konzern einen Nettoumsatz von USD 49,4 Milliarden und wies Kosten für Forschung und Entwicklung in Höhe von rund USD 8,9 Milliarden (USD 8,7 Milliarden unter Ausschluss von Wertminderungen und Abschreibungen) aus. Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 118 000 Mitarbeitende Vollzeitstellenäquivalente). Die Produkte von Novartis sind in über 180 Ländern weltweit erhältlich.


Referenzen

  1. Prof. Dr. Jürgen Braun, Oral Presentation Number: OP0001 auf dem EULAR 2016 am 8. Juni in London.
  2. Kavanaugh A et al., Poster FRI0448 präsentiert auf dem EULAR 2016 am 10. Juni in London.
  3. Marzo-Ortega H et al., Poster SAT0396 präsentiert auf dem EULAR 2016 am 11. Juni in London.
  4. Kirkham B et al., Poster FRI0451 präsentiert auf dem EULAR 2016 am 10. Juni in London.
  5. Pressegespräch „Update EULAR 2016: Gezielte Interleukin-Blockade bei rheumatischen Erkrankungen“ am 9. Juni 2016 in London anlässlich des EULAR 2016.
  6. Langley RG et al., N Engl J Med. 2014; 371:326-38.
  7. McInnes IB et al., Lancet 2015; 386:1137-46.
  8. Baeten D et al., N Engl J Med. 2015; 373:2534-48.
  9. Kirkham BW, Kavanaugh A, Reich K, Immunology. 2014; 141:133-42.
  10. Ivanov S, Linden A. Interleukin-17 as a drug target in human disease. Trends Pharmacol Sci. 2009; 30(2):95-103.
  11. Fachinformation Cosentyx®. Stand: April 2016.

Quelle: Novartis, 01.08.2016 (tB).