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Altersblindheit: Frühzeitige Behandlung wichtig

 

Neuer Wirkstoff zur Hemmung der Gefäßneubildung bei feuchter altersabhängiger Makuladegeneration (AMD)

 

Frankfurt am Main (25. April 2006) - Eine der häufigsten Augenerkrankungen war bislang für die meist älteren Patienten ein Grund zur Verzweiflung, für den behandelnden Augenarzt Anlaß zur Frustration: Die altersabhängige Makuladegeneration führt zu einem oft drastischen Abfall der Sehschärfe; die Möglichkeiten der Medizin, das Geschehen aufzuhalten, sind begrenzt. In diesem Jahr wird eine neue Therapie in Deutschland eingeführt, die bei jener Form der Krankheit helfen soll, die besonders oft zur Erblindung führt. Wie bei vielen chronischen Erkrankungen können auch hier die rechtzeitige Diagnose und der frühzeitige Behandlungsbeginn für die Prognose entscheidend sein. Seit dem 18. Mai 2006 ist das Präparat in Deutschland verfügbar.

 

Die hohe Lebenserwartung, der sich die Menschen in den Industrienationen heute im statistischen Durchschnitt erfreuen, hat auch ihre Schattenseiten. Immer mehr Menschen werden alt genug, um Krankheiten zu erleiden, die vor mehr als einhundert Jahren noch selten waren. Das wichtigste Sinnesorgan, das Auge, neigt mit höherem Lebensalter zu Krankheiten wie der Katarakt (Grauer Star) und dem Glaukom (Grüner Star) – vor allem aber zur altersabhängigen Makuladegeneration (AMD). Diese kann zu einer dramatischen Minderung der Lebensqualität bei Senioren führen. Denn während Katarakt und Glaukom behandelbar sind, sind die Therapieoptionen bei der AMD derzeit noch begrenzt. In den letzten Jahren haben Wissenschaftler die Ursachen der AMD jedoch immer besser erforscht und neue, gezielt gegen diese Prozesse wirkende Medikamente entwickeln können.

 

Bei der Makuladegeneration wird der für das Sehen wichtigste Teil des Auges schwer in Mitleidenschaft gezogen: die Makula, die so genannte Stelle des schärfsten Sehens in der Mitte der Netzhaut. Die beginnende Makuladegeneration äußert sich für den Betroffenen darin, daß exakt jene Stelle, die er fixiert – das Gesicht des Nachrichtensprechers, die Überschrift in der Zeitung – unscharf und verschwommen wahrgenommen wird. Wer dieses Symptom bei sich bemerkt, sollte schnellstmöglich einen Augenarzt aufsuchen. Denn wie bei allen schweren Erkrankungen, ob Krebs, Diabetes oder auch chronischen Augenleiden wie dem Glaukom, gilt auch bei der AMD: Je eher die Krankheit entdeckt wird, desto besser sind die Chancen für den Arzt, therapeutisch einzugreifen. Im Falle der AMD bedeutet dies, Sehvermögen zu retten.

 

Bei der AMD kommt es in dem hochsensiblen Zentrum der Netzhaut zu altersabhängigen Veränderungen. Ganz entscheidend für den Krankheitsverlauf – und für das Schicksal des Patienten – ist vor allem die Entstehung neuer Blutgefäße. Ob es zur Ausbildung dieser krankhaften Gefäße, den so genannten Neovaskularisationen kommt oder nicht, bestimmt das klinische Bild. Ärzte unterscheiden aufgrund dieses Kriteriums zwischen der trockenen (atrophischen) AMD und der feuchten (exsudativen) AMD, bei der diese abnormen Gefäße gebildet werden.

 

Bei der Untersuchung des Augenhintergrundes kann der Augenarzt die Anzeichen der Erkrankung erkennen. Eine genaue Differenzierung zwischen der trockenen und der besonders gefährlichen feuchten Variante erlaubt vor allem die Fluoreszensangiographie, bei der dem Patienten ein Kontrastmittel in eine Armvene injiziert wird. Die danach bei geweiteter Pupille angefertigten Fotos des Augenhintergrundes können deutlich die Gefäßneubildungen nachweisen – und deren Folgen: Da die Neovaskularisationen keine normalen Blutgefäße ausbildet, sondern diese oft durchlässig sind, kann es zum Flüssigkeitsaustritt und gar zu einer ausgedehnten Blutung in die Netzhaut kommen. Für den Patienten ist dies ein verheerendes Geschehen: Sein Sehvermögen sinkt deutlich ab.

 

In jüngster Zeit haben Forscher entschlüsselt, warum bei der feuchten AMD die krankhaften Blutgefäße gebildet werden. Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Wachstumsfaktor VEGF. Ein neuer Wirkstoff, der VEGF hemmt und somit die Ausbildung der abnormen Blutgefäße verhindert, heißt Pegaptanib-Natrium und ist in den USA seit mehr als einem Jahr zur Behandlung von Patienten mit feuchter Makuladegeneration zugelassen. Unter der Bezeichnung Macugen® ist der Wirkstoff nun auch seit Januar dieses Jahres zugelassen und steht seit dem 18. Mai für Patienten mit feuchter AMD in Deutschland zur Verfügung. Klinische Studien haben belegt, daß Patienten nach Gabe von Macugen® in deutlich geringerem Maße eine Sehverschlechterung erlitten, als jene, die keine Behandlung erhalten haben; bei einigen kam es sogar zu einer Besserung des Sehvermögens. Je früher die neue Therapie greifen kann, desto besser. Die Hemmung der Gefäßneubildungen sollte erfolgen, bevor diese zu jenen Zerstörungen in der Makula geführt haben, die bislang vielen älteren Menschen die Lebensqualität so nachhaltig trüben.

 

Quelle: Evangelos S. Gragoudas et al.; Pegaptanib for Neovascular Age-Related Macular Degeneration; N Eng[ J Med 2004; 27:351.

 

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Quelle: Launch-Pressekonferenz der Firma Pfizer zum Thema “Selektive VEGF-Hemmung: Ein neuer Weg in der Therapie der feuchten AMD” am 25.04.2006 in Frankfurt am Main (MCG–Medical Consulting Group) (tB).