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Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag: Dokumentarfilm über Depression feiert in Berlin Premiere. Ein Jahr im Leben von Menschen mit Depression und ihren Angehörigen: Gestern Abend war nach zweijähriger Dreh- und Vorbereitungszeit erstmals der Dokumentarfilm „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ im Hackesche Höfe Kino in Berlin zu sehen. Anschließend diskutierten die Filmemacher Michaela Kirst und Axel Schmidt, der Focus-Journalist und Buch-Autor Alexander Wendt sowie Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, über die Thematik und das Making-of des Films. Photo und Copyright: Deutsche DepressionshilfeDie Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag

Dokumentarfilm über Depression feiert in Berlin Premiere

Berlin/Leipzig (9. Juni 2016) – Ein Jahr im Leben von Menschen mit Depression und ihren Angehörigen: Gestern Abend war nach zweijähriger Dreh- und Vorbereitungszeit erstmals der Dokumentarfilm „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“ im Hackesche Höfe Kino in Berlin zu sehen. Anschließend diskutierten die Filmemacher Michaela Kirst und Axel Schmidt, der Focus-Journalist und Buch-Autor Alexander Wendt sowie Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, über die Thematik und das Making-of des Films.


Axel Schmidt (Initiator des Filmprojekts, Filmemacher und Facharzt für Psychiatrie), Michaela Kirst (Dokumentarfilmregisseurin und Produzentin – sagamedia Büro Berlin) und Dirk Lütter (Kameramann und Grimme-Preisträger) haben zwei an Depression erkrankte Frauen und eine betroffene Familie über ein Jahr begleitet. Gemeinsam mit dem Deutschen Bündnis gegen Depression und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe ist so ein eindrückliches Filmdokument entstanden, das hilft, diese Volkskrankheit begreifbar und nachvollziehbar zu machen.

„Man lebt so jahrelang in einem Haus und hat da schon immer gewohnt, und plötzlich entdeckt man eine Kellertür. Man macht die Tür auf, und es ist einfach nur dunkel, und irgendjemand stößt einen die Kellertreppe runter und macht die Tür dann zu. Das Einzige, was einem bleibt, ist sich durch den Raum zu tasten und irgendwie muss man den Weg da raus wiederfinden oder im Idealfall einen Lichtschalter.“ So beschreibt eine Protagonistin aus Berlin ihre Erfahrung mit der Erkrankung Depression. Beobachtende Aufnahmen wechseln sich in dem 75-minütigen Film mit Interview-Ausschnitten ab, auf Sprechertext und Erklärungen wird dabei bewusst verzichtet.

„Wir wollten ausschließlich die Betroffenen und ihr direktes Umfeld zu Wort kommen lassen, damit sich die subjektive Sicht der Protagonisten direkt vermittelt“, sagen die beiden Regisseure Michaela Kirst und Axel Schmidt. „Wir sind sehr dankbar, dass uns die Betroffenen ein Stück auf ihrem Weg mitgenommen und uns einen Einblick in ihr Alltagsleben, aber auch ihr Seelenleben gewährt haben. So hatten wir die Möglichkeit viele Schlüsselmomente hautnah miterleben zu dürfen und damit ein einmaliges Filmdokument zu schaffen, das die Erkrankung Depression dem Zuschauer hoffentlich besser begreifbar macht.“

Depression ist eine schwere Erkrankung, die jeden treffen kann. Die gute Nachricht ist: Depression ist behandelbar. „Aber es gibt nach wie vor viele Vorurteile und Irrtümer in Bezug auf die Erkrankung Depression. Betroffene trauen sich nicht, professionelle Behandlung in Anspruch zu nehmen. Oft ist es für sie und ihre Angehörigen schwer zu erkennen, dass Depression eine richtige Erkrankung ist wie andere Erkrankungen auch und nicht nur eine Reaktion auf äußere Lebensumstände“, erläutert Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, die Motivation sich an dem Filmprojekt zu beteiligen.

Hauptförderer des Films ist der AOK-Bundesverband. „Für Betroffene, aber auch ihre Familien, ihre Freunde – letztendlich alle nahen Angehörigen – ist der Umgang mit der Krankheit Depression oft nicht leicht. Wir hoffen, dass der Film dabei hilft, Vorurteile abzubauen und Depression nicht mehr als Stigma zu sehen. Der Film leistet einen wertvollen Beitrag für einen offeneren Umgang mit der Krankheit. Er macht auch Mut, dass Betroffenen und ihrem Umfeld geholfen werden kann, wenn sie sich professionelle Hilfe bei Therapeuten oder Unterstützung in Selbsthilfegruppen holen“, sagt Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Weitere Unterstützer sind die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe.

Ergänzend zum Dokumentarfilm veröffentlicht das Autorenteam in Kooperation mit der Stiftung Deutsche Depressionshilfe im Herbst einen Informationsfilm, der alle wichtigen Fragen zur Erkrankung beantwortet. Zudem entsteht mit finanzieller Unterstützung der AOK Plus eine interaktive Webseite. Ab November 2016 werden beide Filme auf DVD erhältlich sein.

Zeitgleich startet eine deutschlandweite Filmtournee. Informationen zum DVD-Release sowie zu Spielorten sind auf http://www.deutsche-depressionshilfe.de/filmprojekt erhältlich. Dort besteht schon heute die Möglichkeit, beide Filme vorzubestellen. Auf http://www.betterplace.org/p31142 können speziell die Filmtournee und die Webseite zum Film mit Spenden unterstützt werden.


Quelle: Stiftung Deutsche Depressionshilfe , 09.06.2016 (tB).