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Veröffentlichung des Jahresberichts 2010 zur Qualitätssicherung in der ambulanten Dialysebehandlung

Qualitätssicherung wirkt – Dialyse-Patienten profitieren von besserer Versorgung

 

Berlin (18. August 2011) - Dialyse-Patienten profitieren in Deutschland in den letzten Jahren von einer sich ständig verbessernden Versorgungsqualität. Zu diesem Ergebnis kommt der heute vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten und Krankenkassen abgenommene Jahresbericht 2010 zur Qualitätssicherung in der ambulanten Dialysebehandlung. Derzeit werden in Deutschland rund 61.000 Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz in rund 750 ambulanten Dialyseeinrichtungen kontinuierlich mit einem Dialyseverfahren behandelt.

 

Basis für die Arbeit der niedergelassenen Ärzte ist die G-BA-Richtlinie zur Sicherung der Qualität von Dialysebehandlungen (QSD-RL), die seit 2006 in Kraft ist. In der QSD-RL werden vier Qualitätsparameter für die Bewertung einer guten Dialysebehandlung zugrunde gelegt: die Dialysedauer, die Dialysefrequenz sowie zwei Laborparameter (Kt/V bzw. wKt/V-Wert als Maß für die Entfernung von Harnstoff und den Hämoglobingehalt des Blutes). Der aktuelle Bericht zeigt erstmals über einen mehrjährigen Zeitraum, dass sich die für die Versorgung der Dialyse-Patienten zentralen Parameter „Dialysefrequenz“ und „Dialysedauer“ in den vergangenen Jahren stetig verbessert haben. Häufige und lange Dialysen bedeuten unter Umständen für Patienten Einschränkungen im Alltag. Belegt ist aber: Je öfter und je länger das Blut von Patienten mit chronischen Nierenschäden gereinigt wird, desto größer sind ihre Überlebenschancen und desto höher ist ihre Lebensqualität.

 

„Immer mehr ambulante Dialyseeinrichtungen erreichen die Zielvorgaben der QSD-RL“, erläutert Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. Mehr als halbiert hat sich zum Beispiel der Anteil von Dialyseeinrichtungen, die von dem Qualitätsziel abweichen, Patienten mindestens vier Stunden pro Woche zu behandeln: Waren es 2008 noch über 18 Prozent, sind es jetzt nur noch sieben Prozent. „Die Qualitätsvorgaben helfen, allen Patienten ein Höchstmaß an guter Versorgung anzubieten und zugleich weiterzuentwickeln – und das nicht nur in einzelnen Kassenärztlichen Vereinigungen, sondern im gesamten Bundesgebiet“, so Pfeiffer weiter.

 

Herzstück für die praktische Arbeit vor Ort sind die Qualitätssicherungs-Kommissionen der Kassenärztlichen Vereinigungen. In jedem Bundesland arbeiten zahlreiche nephrologische Fachärzte unter Beteiligung von qualifizierten Krankenkassenvertretern in diesen Kommissionen, um die Qualität der Dialyseeinrichtungen zu beurteilen. Zugleich beraten sie die behandelnden Ärzte und helfen so, die Behandlungsqualität dauerhaft zu verbessern.

 

„In den überwiegend sehr positiven Ergebnissen der Datenauswertungen und Qualitätsprüfungen der Dialyseversorgung in Deutschland spiegelt sich die engagierte Arbeit der Kommissionsärzte und ihr enormer Einsatz um beste Qualität wider“, sagt der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Köhler. „Diese Arbeit kommt vor allem den Patienten zugute, die sich auf eine bundesweit flächendeckende sehr gute Versorgung verlassen können.“

 

Zurzeit findet im G-BA eineWeiterentwicklung der QSD-RL statt, die es ergänzend zu der jetzigen Status-Quo-Messung zukünftig ermöglichen soll, auch die Behandlungsverläufe der chronisch nierenkranken Patienten abzubilden. Damit werden weitere wichtige Qualitätsparameter der Dialysebehandlungen abbildbar und können in die jährlich vorgeschriebene Berichterstattung zur Qualität der ambulanten Dialyse einfließen.

 

Der Jahresbericht Datenanalyse Dialyse 2010 wird auf der Homepage des G-BA www.g-ba.de veröffentlicht.

 

 


Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung Kassenärztliche Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband, 18.08.2011 (tB).