Home Nephrologie Vaskuläre Kalzifizierungen bei Niereninsuffizienz – diagnostische und therapeutische Überlegungen
18 | 12 | 2017
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Vaskuläre Kalzifizierungen bei Niereninsuffizienz – diagnostische und therapeutische Überlegungen

 

Berlin (11. September 2011) - Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) haben ein dramatisch erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Ursache ist die mit der Urämie einhergehende Gefäßverkalkung. Zusätzlich zur „normalen“ Verkalkung (Atherosklerose), die durch die bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, hohe Blutfette, Übergewicht hervorgerufen wird, leiden CKD-Patienten an einer speziellen Form der Gefäßverkalkung, der Mediaverkalkung (Arteriosklerose). Dabei kommt es zur Verhärtung der Gefäßwände – die Gefäße werden starr und können das Herz nicht unterstützen.

 

Ursächlich für diese Form der Verkalkung ist – neben anderen Risikofaktoren wie die Dialysejahre, Diabetes mellitus etc. – der gestörte Mineralstoffmetabolismus, der sich häufig auch im Krankheitsbild des sekundären Hyperparathyreoidismus (sHPT) manifestiert. Eine rechtzeitige Diagnose und Therapie dieses komplexen Krankheitsbildes ist daher notwendig.

 

Ein Screening auf Kalzifikationen, sei es durch Erhebung des koronaren Kalzifizierungs-scores im CT oder durch einfachere und kostengünstigere Sonografieuntersuchungen, kann Hochrisikopatienten identifizieren. Wird ein sHPT mit dem für dieses Krankheitsbild typischen kalzifizierungsfördernden Mineralstoffmilieu (hohe Parathormon(PTH)-, Calcium- und Phosphatwerte) diagnostiziert, sollte eine kombinierte Therapie mit Cinacalcet, niedrig dosiertem Vitamin D und Phosphatbindern erfolgen. Durch sie können die drei sHPT-Parameter – PTH, Calcium, Phosphat –effizient eingestellt werden. Dass diese Therapie aber nicht nur die Laborwerte positiv beeinflusst, sondern auch deutliche klinische Effekte hat, zeigte sich in der prospektiven, randomisierten ADVANCE-Studie (1): Die Gefäßverkalkung war in der Patientengruppe, die die kombinierte Therapie erhalten hatten, weniger stark ausgeprägt als in der Gruppe, die mit aktivem Vitamin D in Monotherapie behandelt worden war.

 

Die kombinierte Therapie mit Cinacalcet, niedrig dosiertem Vitamin D und Phosphatbindern schützt die Gefäße vor Kalzifikationen, kann dadurch kardialen Folgeerkrankungen vorbeugen und so den Gesundheitszustand der kardiovaskulären Hochrisikopatienten nachhaltig verbessern.

 

 

Referenz

 

[1] Raggi P et al. NDT 2011; 26(4): 1327-1339

 


 

Quelle: Pressegespräch der Firma Amgen am 11.09.2011in Berlin  (tB).

 
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