Neurologie

Daiichi_Sankyo_logoSchlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern

Studienergebnisse der ENGAGE AF-TIMI 48 zu Edoxaban zeigen neue Perspektiven für die klinische Praxis auf

 

München (6. Dezember 2013) – Der orale, einmal täglich einzunehmende direkte Faktor-Xa-Inhibitor Edoxaban von Daiichi Sankyo zeigte in der klinischen Phase-3-Studie zur Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern (VHF), ENGAGE AF-TIMI 481, bei vergleichbarer Wirksamkeit eine überlegene Sicherheit gegenüber Warfarin.2 Erstmals wurden die Studienergebnisse der größten und längsten Studie zur Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern in Deutschland im Rahmen einer Pressekonferenz von Daiichi Sankyo von renommierten Experten vorgestellt. Auf der diesjährigen Jahrestagung der American Heart Association (AHA) in Dallas (Texas) erfolgte die erste Präsentation der Ergebnisse vor internationalem Fachpublikum.

 

Abb.: Die Saarbrücker Psychologin Anna Katharina Schaadt (links) trainiert mit einer Probandin die konvergente Augenbewegung. Photo: Oliver DietzeAugen-Training

Neue Therapie hilft Schlaganfall-Patienten, das räumliche Sehen zu verbessern

 

Saarbrücken (3. Dezember 2013) - Psychologen der Universität des Saarlandes haben eine neuartige Therapie für Menschen entwickelt, die beispielsweise in Folge eines Schlaganfalls Probleme mit dem räumlichen Sehen haben. Betroffene können dabei ihre Umwelt bereits nach kurzer Zeit oft nur noch verschwommen oder mit Doppelbildern wahrnehmen. Eine effiziente Behandlungsform fehlte bislang. In zwei aktuellen Studien haben die Saarbrücker Forscher um Anna Katharina Schaadt und Professor Georg Kerkhoff nun gezeigt, dass ihr Ansatz langfristig erfolgreich ist und Patienten damit ihr Sehvermögen deutlich verbessern können.

 

Ein Instrument lernen, Ballett tanzen oder Blindenschrift lesen – der Königsweg, um sich solche Fähigkeiten anzueignen, lautet: üben, üben, üben. Aber manche Dinge lernt das Gehirn auch ohne Training. In mehreren Studien haben RUB-Forscher gezeigt, dass sie Wahrnehmung und motorische Fähigkeiten durch wiederholte passive Stimulation verbessern können. Davon profitieren zum Beispiel Patienten mit Hirnschädigungen. In Kooperation mit Industriepartnern entwickelten die Bochumer einen Stimulationshandschuh, der Beeinträchtigungen von Schlaganfallpatienten mildert. Photo: RUBPassive Stimulation verbessert Tastsinn und Motorik

Trainingshandschuh für Schlaganfallpatienten

 

Bochum (5. November 2013) - Tastsinn und Motorik verbessern, ohne aktiv zu trainieren – das funktioniert tatsächlich. Neurowissenschaftler der Ruhr-Universität haben einen Handschuh entwickelt, der über schwache Stromimpulse die Nervenfasern stimuliert, die von den Händen ins Gehirn ziehen. Durch regelmäßige Anwendung dieser passiven Stimulation verbessert sich nicht nur die Wahrnehmung von Berührungsreizen, sondern auch die Willkürmotorik, zum Beispiel das Greifen. Ein Team um PD Dr. Hubert Dinse und Prof. Dr. Martin Tegenthoff behandelte damit erfolgreich eine Reihe von Menschen, die an den Folgen eines Schlaganfalls litten. Sie berichten in RUBIN, dem Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität.

 

Nach dem „kleinen Schlaganfall“

Clopidogrel plus Aspirin senkt das Risiko – zumindest bei Chinesen

 

Berlin (20. August 2013) – Erstmals hat eine große Studie gezeigt, dass Patienten unmittelbar nach einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) oder einem kleinen Schlaganfall (Minor Stroke) durch eine Kombinationsbehandlung mit den beiden Plättchenhemmern Clopidogrel und Acetylsalicylsäure (ASS) besser vor einem Schlaganfall geschützt sind als mit ASS alleine. „Bis zu 20 Prozent unserer Patienten erleiden ein solches zweites und schweres Ereignis binnen drei Monaten“, erläutert Professor Joachim Röther, zweiter Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG).

 

Schutz vor tödlichen Blutgerinnseln nach Schlaganfall

Experten sind nicht überzeugt von der Druckluft-Beinmanschette

 

Berlin (15. August 2013) – Manche Schlaganfall-Patienten sterben nicht an den Folgen der Hirnschädigung, sondern an einer Lungenembolie, ausgelöst durch ein Blutgerinnsel aus den Beinvenen. Das Risiko könne einer aktuellen britischen Studie zufolge durch eine vorbeugende Thrombosebehandlung mit einer durch Druckluft gesteuerten Beinmanschette deutlich gesenkt werden. Die sogenannte intermittierende pneumatische Kompression (IPK) ist eine Wechseldruck-Massage an den Beinen.

Arbeitslosigkeit und Krankheit gehen mit einem höheren Risiko kognitiver Beeinträchtigungen einher

Berufliche Weiterbildung und Elternzeit verlangsamen altersbedingten Abbau geistiger Fähigkeiten

 

Luxemburg, Luxemburg (7. August 2013) - Wie eine neue Studie der Universität Luxemburg zeigt, können Erwerbsunterbrechungen die geistigen Fähigkeiten im Alter fördern oder auch vermindern. Einige Ergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere Unterbrechungen aufgrund von Arbeitslosigkeit und Krankheit mit einem höheren Risiko kognitiver Beeinträchtigungen einhergehen und dass diese Art Erwerbsunterbrechungen demnach die kognitive Reserve langfristig reduzieren.

 

Breitestes Zulassungsspektrum aller neuen oralen Antikoagulanzien

Rivaroxaban zur Prophylaxe und Therapie von Thromboembolien: überzeugendes Nutzen-Risiko-Profil

 

  • Schlaganfall-Prophylaxe bei Patienten mit Vorhofflimmern: Rivaroxaban ist ebenso wirksam wie Warfarin, geht aber seltener mit kritischen Blutungen einher.1
  • Akutbehandlung und Sekundär-Prophylaxe venöser Thromboembolien: Rivaroxaban ist als Einzelsubstanz so wirksam wie die Standardtherapie, die Inzidenz für schwere und nicht schwere klinisch relevante Blutungen war unter beiden Therapien vergleichbar. Bei Patienten mit einer Lungenembolie war das Risiko für schwere Blutungen jedoch unter Rivaroxaban um fast die Hälfte reduziert.2,3
  • Antikoagulation nach elektiven Knie- und Hüftgelenkersatzoperationen: Patienten unter Rivaroxaban haben einer neuen monozentrischen, retrospektiven Studie zurfolge weniger symptomatische venöse Thromboembolien, weniger schwere Blutungen und eine kürzere Krankenhausverweildauer als Patienten unter niedermolekularem Heparin oder Fondaparinux.4,5,6

 

Kloster Roggenburg (19. Juli 2013) – Die Antikoagulation zur Prophylaxe und Behandlung von Thromboembolien gehört zum klinischen Alltag. Antikoagulanzien können Patienten mit Vorhofflimmern vor einem Schlaganfall schützen, Patienten nach großen orthopädischen Operationen vor venösen Thromboembolien (VTE) bewahren, zur Behandlung von Tiefen Venen-Thrombosen (TVT) und Lungenembolien (LE) eingesetzt werden oder Rezidiven nach TVT oder LE vorbeugen. Umso wichtiger ist es, dass die Therapie wirksam, gut verträglich sowie einfach anzuwenden ist. In diesem Zusammenhang haben sich mit dem oralen Faktor-Xa-Inhibitor Rivaroxaban deutliche Vorteile in der therapeutischen Situation ergeben.

Steigender Bedarf an neurologischer Versorgung

Neurologie und Neurochirurgie sind die am schnellsten wachsenden medizinischen Fachdisziplinen

 

Berlin (9. Juli 2013) – Neurologie und Neurochirurgie waren im Jahr 2012 die am schnellsten wachsenden klinischen Fächer in der Humanmedizin. Dies teilt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie in Berlin heute mit. Die Zahlen gehen aus der gestern veröffentlichten jährlichen Ärztestatistik der Bundesärztekammer hervor, die alle Meldezahlen von 36 Gebietsbezeichnungen in der Medizin ausgewertet hat. Danach arbeiteten zum Stichtag 31.12.2012 genau 5.370 Fachärzte für Neurologie in ihrem Beruf, das sind 5,8 Prozent Neurologinnen und Neurologen mehr als im Jahr 2011. Die Neurochirurgie wuchs um 6,1 Prozent und zählt jetzt insgesamt 1.784 Fachärzte.

 

Neurologie

Wirkung von Robot-Reha bei Schlaganfällen

 

Bad Rodach (9. Juli 2013) - Die Rehaklinik Medical Park Bad Rodach erforscht den Einsatz von Robot-unterstützten Reha-Maßnahmen bei Schlaganfallpatienten. Ziel der klinischen Studie ist herauszufinden, ob die Arm-Hand-Funktion der Patienten besser und schneller wiederhergestellt werden kann, wenn die Robot-Therapie früher und intensiver eingesetzt wird.

 

Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern

Daten belegen Wandel im Therapiemanagement

 

München (4. Juli 2013) – Auf dem EUROPACE-Kongress (Athen, 23.-26. Juni 2013) wurden erstmals die Baseline-Daten aus dem Register PREFER in AF (The PREvention oF thromboembolic events – European Registry in Atrial Fibrillation) präsentiert.1 Das Register erfasst 7.243 Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) aus 461 Zentren in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, der Schweiz, Spanien und Großbritannien. Die Daten verweisen auf einen Wandel im Management von VHF-Patienten infolge der Aktualisierung der Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) im Jahr 2010.2 PREFER in AF belegt eine breite Anwendung antikoagulatorischer Therapien; gleichzeitig verdeutlicht das Register aber auch den großen Bedarf an neuen Therapieoptionen, um die Perspektiven und die Lebensqualität der Patienten weiter zu verbessern, sowie die gesundheitsökonomischen Belastungen in Europa zu reduzieren.

 

ENS 2013

Therapeutische Videospiele fördern die Rehabilitation nach Hirnverletzungen

 

Barcelona, Spanien (11. Juni 2013) – Videospiele haben nicht nur die Wohnzimmer erobert, sondern werden zunehmend auch von der Medizin als wertvolle Unterstützung erkannt. Dies gilt etwa für die Behandlung von Patienten, die bestimmte Bewegungsabläufe sowie kognitive oder soziale Fähigkeiten durch eine Schädigung des Gehirns verloren haben: Kombiniert man hier therapeutische Spiele mit herkömmlicher Rehabilitation, kann dies zu schnelleren und besseren Ergebnissen führen, berichteten spanische Forscher auf dem Kongress der Europäischen Neurologengesellschaft in Barcelona.

 

Abb.: Das STEMO-Team mit Gerhard W. Meyer (Meytec GmbH), Wilfried Gräfling (Landesbranddirektor, Berliner Feuerwehr), Prof. Karl Max Einhäupl (Vorstandsvorsitzender der Charité), Prof. Heinrich Audebert (Leiter des STEMO-Forschungsprojekts, Klinik für Neurologie , Charité), Cornelia Yzer (Berliner Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung), Prof. Matthias Endres (Direktor der Klinik für Neurologie, Charité) (v.l.). Photo: Charité-Universitätsmedizin BerlinPositive Ergebnisse des zweijährigen Forschungsprojekts

Stroke-Einsatz-Mobil verbessert Schlaganfallversorgung

 

Berlin (4. Juni 2013) - Eine großangelegte Studie der Charité – Universitätsmedizin Berlin mit 7.000 Patienten zeigt, dass mit dem Stroke-Einsatz-Mobil (STEMO) deutlich mehr Schlaganfall-Betroffene wirksam und signifikant schneller therapiert werden können. Das STEMO ist ein Rettungsfahrzeug, das speziell für Patienten mit Schlaganfall konzipiert wurde: Es sind ein Computertomograph und ein Minilabor sowie speziell geschultes Rettungspersonal und ein Neurologe mit Notarztqualifikation an Bord.

 

Tremor: Nichtinvasive Technik mit Ultraschall lindert Symptome . Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), 16.05.2013 (tB).Tremor

Nichtinvasive Technik mit Ultraschall lindert Symptome

 

Berlin (16. Mai 2013) – In einer Machbarkeitsstudie für ein gänzlich neues Verfahren ist es erstmals gelungen, eine der häufigsten Bewegungsstörungen – den essenziellen Tremor – im Gehirn durch die äußerliche Anwendung von Ultraschallwellen erfolgreich zu behandeln. Bei dem Verfahren konzentrierten kanadische Neurochirurgen Ultraschall aus 1024 Schallgebern mithilfe der Magnetresonanztomographie auf einen nur zwei Millimeter großen Bereich im Zwischenhirn (Nucleus ventrointermedius internus, Vim) und erhitzten diesen auf etwa 60 Grad.

Abb.: Kampagnen-Schirmherr: Michael Ballack. Photo: Bayer HealthCareRückblick auf zwölf Monate Erfolgsgeschichte

Aufklärungskampagne „Rote Karte dem Schlaganfall“ – 2013 geht’s weiter

 

Leverkusen (16. April 2013) – Die bundesweite Aufklärungskampagne „Rote Karte dem Schlaganfall“ feiert Jubiläum: Seit einem Jahr vermittelt die von Bayer HealthCare ins Leben gerufene Initiative gemeinsam mit den Kooperationspartnern Deutsche Sporthochschule Köln und Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe Hintergrundwissen zum Schlaganfall und bietet praktische Tipps um das Risiko zu reduzieren, einen Schlaganfall zu erleiden. Viele Betroffene, Angehörige und Interessierte nutzten seitdem das umfangreiche Angebot: Mit einem breitgefächerten Portfolio an Informationsmaterial, Veranstaltungen und einem eigens eingerichteten Online-Portal klärt die Kampagne über Risikofaktoren auf.

Störungen des Körperempfindens

Neue Therapie hilft Schlaganfall-Patienten die linke Körperseite besser wahrzunehmen

 

Saarbrücken (18. März 2013) - Der Schlaganfall ist mittlerweile die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Circa 60 bis 70 Prozent der Überlebenden bleiben langfristig behindert oder pflegebedürftig. Viele davon leiden an Störungen des Körperempfindens. Sie nehmen eine Körperhälfte nur schlecht oder gar nicht mehr wahr und vernachlässigen sie. Eine erfolgsversprechende Therapie gibt es für die Betroffenen bislang nicht. Psychologen der Saar-Uni um Lena Schmidt haben nun zusammen mit Ingenieuren der Hochschule Karlsruhe eine neuartige Therapie entwickelt, die helfen könnte, zum Beispiel wieder ein Gespür für den linken Arm und die linke Hand zu entwickeln.

 

Bisherige Studien zur endovaskulären Schlaganfall-Therapie zeigen keine Überlegenheit zur systemischen Thrombolyse beim akuten Schlaganfall

Thrombektomie vs. Thrombolyse: mehrere neue Studien, aber noch kaum Evidenz

 

Berlin (21. Februar 2013) – Die Therapie der Wahl bei einem akuten ischämischen Schlaganfall ist die intravenöse Thrombolyse mit rt-PA (rekombinanter Tissue Plasminogen Activator, Alteplase) innerhalb des 4,5-h-Zeitfensters. Bei größeren Thromben in der distalen A. carotis interna oder im M1- oder M2-Segment der A. cerebri media kommen verschiedene Kathetersysteme zum Einsatz, mit denen der Thrombus entfernt wird. Drei aktuelle Studien zeigen zwar, dass die endovaskuläre Behandlung im Vergleich zur intravenösen Thrombolyse keine Vorteile erbrachte. Doch in diesen Studien wurden veraltete Thrombektomie-Systeme eingesetzt, die den neuen Stent-Retrievern nach den Ergebnissen von randomisierten Studien unterlegen sind. Für einen evidenten Vergleich beider Methoden müssen die bereits initiierten randomisierten Vergleichsstudien zwischen endovaskulärer Therapie mit Stent-Retrievern und intravenöser Thrombolyse dringend vorangebracht werden. Dies fordern die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) sowie der Berufsverband Deutscher Neuroradiologen (BDNR).