Neurologie

Bändermodell des Botulinumtoxins. Photo: WikipediaKein eindeutiger Beweis für “chronischen Botulismus“ beim Menschen

 

Die Übertragung des bereits beim Rind seit zehn Jahren kontrovers diskutierten „chronischen Botulismus“ auf den Menschen ist nicht nachgewiesen

 

Berlin (8. Februar 2012) – Das Robert Koch-Institut als zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -Prävention verzeichnete in letzter Zeit vermehrte Anfragen zu „chronischem Botulismus“ beim Menschen. Hintergrund sind Medienberichte, nach denen Menschen, die in landwirtschaftlichen Betrieben in Schleswig-Holstein und in Sachsen engen Kontakt zu an „chronischem Botulismus“ erkrankten Rindern hatten, ähnliche neurologische Symptome wie die erkrankten Rinder aufwiesen. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) nimmt hierzu Stellung.

 

Strok-Unit-Team der Universität Münster. Photo: Universitätsklinikum MünsterSchlaganfallsymptome früh behandeln vermeidet Behinderungen

Bessere Therapieergebnisse durch speziell geschultes Personal

 

Berlin (7. Februar 2012) - Die Chance, einen Schlaganfall ohne anschließende Behinderungen zu überleben, ist deutlich höher, wenn an der Klinik bestimmte Behandlungsstandards gelten. Sie steigt, wenn Ärzte Begleitsymptome wie hoher Blutzucker, Fieber und Schluckstörungen bereits früh behandeln. Die konsequente Behandlung dieser drei Symptome ist neben der Thrombolyse von entscheidender Bedeutung für den anschließenden Grad der Behinderung, erklären die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) anlässlich einer neuen Studie aus Australien.

 

Abb.: Der StrokeBack Rehabilitationsprozess stellt den Patienten in den Mittelpunkt. Der Patient kann ohne Betreuung zu Hause selbstständig seine therapeutischen Übungen durchführen und wird dabei vom System überwacht. Der Trainingsplan und die Übungsergebnisse werden von ambulanten Physiotherapeuten beaufsichtigt. Alle erfassten Daten werden in der persönlichen elektronischen Patientenakte (ePA) gesammelt. Sie ermöglichen die Langzeitanalyse des Rehabilitationsfortschrittes.Schlaganfallrehabilitation im häuslichen Umfeld

 

Frankfurt an der Oder (24. Januar 2012) - Das kürzlich gestartete EU-Projekt „StrokeBack“ erweckt bereits jetzt großes Interesse in der internationalen Forschungslandschaft und bestätigt damit die praktische medizinische Relevanz für diesen Forschungsschwerpunkt. So wird das EU-Projekt durch den IHP-Wissenschaftler Dr. Steffen Ortmann auf dem 9. Weltkongress für Gehirnschädigungen am 24. März 2012 in Edinburgh präsentiert, davor auf der Internationalen Konferenz für Gesundheitsinformatik im portugiesischen Vilamoura vorgestellt. Aufbauend auf diesem wissenschaftlichen Know-how wird am 11.04.2012 ein Symposium für Telerehabilitation im IHP in Frankfurt (Oder) stattfinden.

 

Schlaganfall im MRT. Photo: Kliniken des Main-Taunus-KreisesSchlaganfall-Patienten zuerst medikamentös behandeln

 

Berlin (19. Januar 2012) – Im Zuge der aktuellen Debatte um fehlerhafte Medizinprodukte werden auch kritische Stimmen zur Sicherheit von Gefäßstützen, sogenannten Stents, in der Verhütung wiederholter Schlaganfälle laut. Nach einem Schlaganfall droht den Betroffenen nicht selten ein erneuter Hirninfarkt. Bei wenigen Patienten verursacht diesen eine Einengung der Blutgefäße im Gehirn. Daher liegt es nahe, wie bei den Herzkranzgefäßen, diese Engpässe mit Stents zu erweitern. Im vergangenen Jahr musste eine amerikanische Studie abgebrochen werden, nachdem darin mehr Patienten nach Einsetzen eines Stents ins Gehirn einen weiteren Schlaganfall erlitten hatten oder verstorben waren als Patienten, die rein medikamentös behandelt wurden.

Ultraschall für genaue Schlaganfalldiagnose

Sonografie verbildlicht Hirndurchblutung

Hamburg (11. Januar 2012) – In Deutschland ereignen sich jährlich etwa 200 000 erstmalige und mehr als 60 000 erneute Schlaganfälle. Sie sind hierzulande die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache bleibender Behinderungen. Je nachdem, ob die Ursache ein Gefäßverschluss oder eine Hirnblutung ist, müssen sich die Ärzte innerhalb kürzester Zeit für die passende Therapie entscheiden. Medizinischer Ultraschall verbessert diese Diagnostik: Die farbkodierte Duplex-Sonografie ist nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) ein unverzichtbarer Bestandteil auf jeder Stroke Unit. Die korrekte Diagnose entscheidet maßgeblich über den weiteren Verlauf und die mitunter lebenslangen Folgen eines Schlaganfalls.

Nur 15 Minuten täglich für ein längeres Leben

 

Berlin (23. Dezember 2011) - Ein beliebter Vorsatz zum Neuen Jahr ist es, mehr für die Gesundheit zu tun. Dabei hilft die neue Erkenntnis, dass bereits eine Viertelstunde Bewegung am Tag die Lebenserwartung um drei Jahre verlängern kann. Dies ergab jetzt eine große Studie mit mehr als 400.000 Teilnehmern. „Nachdem frühere Untersuchungen bereits einen erheblichen Nutzen für die Gesundheit durch 2,5 Stunden körperliche Aktivität pro Woche belegt haben, sind diese neueren Daten auch für weniger willensstarke Menschen eine gute Nachricht“, kommentiert das Ergebnis Professor Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Essen, für die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN).

 

Gefäß-Bypass fürs Gehirn ohne Vorteil für Schlaganfallpatienten

 

Berlin (6. Dezember 2011) – Schlaganfallpatienten profitieren nicht von einer Bypass-Operation an den Blutgefäßen, die das Gehirn versorgen. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Neurologen in einer kürzlich in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlichten Studie mit 200 Schlaganfallpatienten.[1] Die alleinige medikamentöse Therapie schützt demnach innerhalb von zwei Jahren genauso gut vor einem erneuten Hirninfarkt wie der chirurgische Eingriff kombiniert mit einer optimierten konservativen Therapie. „Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass sich die medikamentöse Therapie von Patienten mit Schlaganfall in den letzten Jahren wesentlich weiterentwickelt hat“, erklärt Prof. Dr. Joachim Röther, Präsident der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft. Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: „Dies ist bereits die zweite randomisierte Studie, die keine Überlegenheit der Bypass-Operation gegenüber einer aggressiven konservativen Therapie gezeigt hat. Sie belegt erneut, wie wirksam eine konsequent durchgeführte medikamentöse Schlaganfallprävention ist.“

 

Schlaganfallvorbeugung, Dabigatran und Todesfälle

Medikament nicht voreilig absetzen

 

Berlin (23. November 2011) - Die aktuelle Diskussion um Todesfälle durch Blutungen oder eine erhöhte Herzinfarktrate im Zusammenhang mit dem neu zugelassenen Wirkstoff Dabigatran (Handelsname: Pradaxa) hat viele Patienten, die blutverdünnende Mittel zur Schlaganfallvorbeugung benötigen, verunsichert. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Neurologie und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung sowie die Deutsche Herzstiftung e.V. raten den Patienten nach sorgfältiger Prüfung der vorliegenden Studiendaten, diese Behandlung fortzuführen und – falls erforderlich – eine Änderung des Medikaments nur in enger Absprache mit ihrem behandelnden Arzt vorzunehmen.

Gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK), der Deutschen Schlaganfall- Gesellschaft (DSG), der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Herzstiftung (DHS):

 

Restless-Legs besser erkennen!

Europäische Ärzte erstellen Diagnoseplan für RLS

 

Hamburg (16. November 2011) - Vom Hausarzt zum Rheumatologen, weiter zum Orthopäden. Der empfiehlt den Spezialisten für Gefäßerkrankungen oder einen Psychotherapeuten und irgendwann landen die Betroffenen schließlich beim Neurologen – bis ein Restless-Legs-Syndrom diagnostiziert wird, dauert es oft Jahre.

Abb.: DGN-Jahrestagung 2011 Rhein-Main-Hallen Wiesbaden (c) DGN / S. BratulicNeurologen gehen geschlossen in die Zukunft

 

Wiesbaden (1. Oktober 2011) – „Vom DGN-Kongress 2011 geht ein positives Signal für die Zukunft der Neurologie aus“, verspricht Prof. Dr. med. Wolfgang Oertel, erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), auf dem diesjährigen Neurologenkongress in Wiesbaden. Unter dem Motto „Zukunft braucht Neurologen“ diskutierten etwa 4.500 Experten die wegweisenden wissenschaftlichen sowie berufspolitischen Themen auf dem weiterhin wachsenden Gebiet der Neurologie. In Anlehnung an das diesjährige Motto kam es im vielbesuchten DGN(forum zu einem regen Austausch darüber, wie man junge Mediziner – vor allem aber auch Medizinerinnen – für die Neurologie gewinnen könne.

 

Sanfte Hirnstimulation gegen schwere Erkrankungen des Gehirns

 

Wiesbaden (30. September 2011) – In mehr als 250 klinischen Studien erkunden Wissenschaftler derzeit die Möglichkeiten der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) und der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS). Einzeln oder in Kombination angewandt, erlauben es diese beiden Techniken mit vergleichsweise geringem technischem Aufwand und ohne Operation, Nervenzellen durch die Schädeldecke hindurch zu aktivieren oder zu hemmen. In den USA bereits zugelassen ist die hochfrequente Stimulation spezifischer Hirnregionen gegen Depressionen. Auch in Deutschland laufen zahlreiche Versuche etwa zur Therapie von Schmerzerkrankungen und Migräne, Tinnitus und Multipler Sklerose.

 

Restless-Legs-Syndrom: Ein besseres Leben ist möglich

Die Qual der ruhelosen Beine ist eine kaum bekannte Volkskrankheit

Wiesbaden (29. September 2011) – „Bis zu zehn Prozent der Bevölkerung sind von einem Restless-Legs-Syndrom betroffen. Über zwei Millionen Menschen müssten behandelt werden, doch die Erkrankung ist deutlich unterdiagnostiziert“, beschrieb Prof. Dr. med. Dr. h.c. Wolfgang Oertel, Direktor der Klinik für Neurologie der Philipps-Universität Marburg, die derzeitige Behandlungssituation eines Krankheitsbildes, das noch immer wenig bekannt ist und immer noch viele Menschen unnötig quält.

 

Leganto® - transdermale Applikation des Dopaminagonisten Rotigotin

Neue Therapieoption von Bayer für den Morbus Parkinson und das Restless-Legs-Syndrom

 

Leverkusen, 28. September 2011 – Mit dem nicht-ergolinen Dopaminagonisten Rotigotin (Leganto®) von Bayer wird eine weitere Option zur Behandlung von Patienten mit einem Morbus Parkinson oder einem Restless-Legs-Syndrom (RLS) verfügbar. Rotigotin als Pflasterapplikation ist für die symptomatische Therapie der idiopathischen Parkinson-Erkrankung im Frühstadium und in Kombination mit Levodopa während des Krankheits-verlaufs einschließlich der Spätstadien zugelassen, wenn die Wirksamkeit von Levodopa nachlässt oder unbeständig wird. Weiterhin besteht eine Zulassung für das mittelschwere bis schwere Restless-Legs-Syndrom (RLS).

 

Nach nur 25 Minuten war das Hirngefäß wieder durchblutet

Neurologen und Neuroradiologen des Universitätsklinikums Heidelberg behandeln Schlaganfall mit einem neuen technischen Gerät

 

Heidelberg (6. September 2011) - Brunhilde Wecker hatte noch einmal Glück. Die 64-Jährige wurde Ende August mit einem akuten Schlaganfall in das Universitätsklinikum Heidelberg eingeliefert. Mediziner der Abteilungen für Neurologie und Neuroradiologie entfernten ihr mit einem neuartigen Gerät einen Thrombus – ein Blutgerinnsel, das die linke Hals- und Hirnschlagader verstopfte – aus dem Gefäß. Der Eingriff mit dem sogenannten Stent-Retriever-System, der in diesem Fall nur 25 Minuten dauerte, wird bei Patienten durchgeführt, die einen akuten Schlaganfall mit einem Gefäßverschluss haben.

Neue Methode zur Vorhersage von Langzeitfolgen bei Schlaganfall

 

Tübingen (22. Juni 2011) - Wird meine Behinderung bestehen bleiben? Dies ist eine der ersten Fragen, die Patienten ihrem Arzt stellen, wenn sie einen Schlaganfall erlitten haben. Ein Schlaganfall kann unterschiedliche Folgen haben: Es können Sprachstörungen, Lähmungen oder beispielsweise Störungen der Raumorientierung auftreten, die sich mehr oder weniger gut zurückbilden. Wissenschaftlern ist es nun zum ersten Mal gelungen, anhand der Lokalisation von Gehirnschädigungen die Langzeitfolgen eines Schlaganfalls vorherzusagen.

 

Neurologisch erkrankte Menschen profitieren von Stimm-, Sprach- und Schlucktherapie

 

Karlsruhe (22. Juni 2011) - "Zahlreiche ältere Menschen mit neurologischen Erkrankungen leiden an Stimm-, Sprach- oder Schluckstörungen. Nicht immer ist ihnen bekannt, dass eine logopädische Therapie ihre Lebensqualität deutlich verbessern kann". Dies sagte die kommissarische Präsidentin des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie, Christiane Hoffschildt, heute anlässlich des 40. Jahreskongresses der Logopäden in Karlsruhe.