Neurologie

Aktiv gegen den Personalmangel in der Neurologie:

Nachwuchs finden – Nachwuchs binden

 

Mannheim (21. September 2010) Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie macht mobil und rekrutiert aktiv neuen Nachwuchs – unter dem Dach der Kampagne „Deutschland behält die Nerven – Zukunft braucht Neurologen“ und mit ihrer Nachwuchsorganisation „Junge Neurologen“. Damit soll dem Personalmangel in neurologischen Kliniken begegnet werden, der sich in den kommenden Jahren deutlich zu verschärfen droht.

Neue Studie: Versorgung von Alzheimer-Patienten in Deutschland mangelhaft

 

Mannheim (19. September 2010) - Eine neue Studie gibt der Betreuung von Alzheimer-Patienten in Deutschland mangelhafte Noten: Nur etwa zehn Prozent von ihnen werden mit modernen Untersuchungsverfahren (z.B. neuropsychologische Tests, Bildgebung) untersucht, weniger als die Hälfte erhält die zur Verfügung stehenden Medikamente. Die Behandlungskosten sind dennoch hoch: Sie beliefen sich pro Patient und Jahr auf rund 18.500 Euro, davon wurden etwa 8800 Euro durch die Inanspruchnahme von Pflegeleistungen verursacht. Insgesamt wurden rund 400 Alzheimer-Patienten untersucht, teilte heute die Deutsche Gesellschaft für Neurologie mit. In Deutschland sind rund eine halbe Million Menschen von der Erkrankung betroffen.

 

Neurowoche 2010: größter Kongress für Neuromedizin in EuropaNeurowoche 2010: größter Kongress für Neuromedizin in Europa

Gesundheit des Gehirns steht in Mannheim fünf Tage lang im Fokus

Mannheim (3. September 2010) Vom 21. bis 25. September treffen sich in Mannheim mehr als 6.000 Mediziner aus dem deutschsprachigen Raum zur Neurowoche 2010. Noch nie zuvor haben sich in Europa so viele Spezialisten für Gehirn und Nerven an einem Ort über Diagnose, Therapie und Forschung ausgetauscht. Weltweit ist die Neurowoche Mannheim der zweitgrößte klinisch-neurowissenschaftliche Kongress. Fünf Fachdisziplinen (Neurologen und Kinderneurologen, Neurochirurgen, Neuroradiologen und Neuropathologen) sind auf der Neurowoche versammelt. Ihr Themenspektrum reicht von Alzheimer bis Schlaganfall, von Epilepsien bis Multiple Sklerose, von Demenz bis Gehirntumoren oder von Prionenforschung bis zum Einsatz von "Botox" in der Neurologie.

DSG: Klinikbehandlung beim Schlaganfall - kürzerer Aufenthalt, bessere Ergebnisse

 

Berlin (17. März 2010) - Schlaganfall-Patienten können heute nicht nur früher die Klinik verlassen als noch vor einigen Jahren. Auch der Gesundheitszustand der Patienten bei der Entlassung oder Verlegung in eine Rehabilitationsklinik hat sich verbessert. Darauf weist die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) anlässlich einer aktuellen Studie hin. Befürchtungen, dass durch die Vergütung über Fallpauschalen Patienten in schlechterem Zustand entlassen werden, haben sich damit nicht bestätigt. Die höhere Behandlungsqualität führt die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft auf die zunehmende Etablierung von speziellen Schlaganfallstationen, den Stroke Units, zurück.

 

Lauschangriff auf die Erinnerung

Nächster Schritt beim maschinellen Gedankenlesen

 

Hannover/telepolis (12. März 2010) - Zwar wissen wir inzwischen sehr genau, wie eine Nervenzelle aussieht und wie viele davon jeden Winkel des Gehirns bei Mensch oder Maus bevölkern, doch die exakte Funktionsweise des Gedächtnisses ist nach wie vor ein Rätsel. Einig ist man sich immerhin darin, dass sich Erinnerungen nicht auf einzelne Neuronen beschränken. Vielmehr handelt es sich um spezifische, aber gleichzeitig auch individuelle Muster, in denen Zellgemeinschaften der Großhirnrinde Aktivität zeigen.

Studie an 46 deutschen Stroke Units:

Frühe Hemmung der Blutplättchen senkt Risiko eines weiteren Schlaganfalls

 

thrombocyten_200Berlin (18. Januar 2010) Eine aktuelle Arbeit an 46 deutschen Stroke Units wurde jetzt in der Fachzeitschrift The Lancet Neurology veröffentlicht. Mit dem so genannten EARLY-Trial gingen mehr als 250 Neurologen der Frage nach, ob eine Kombinationstherapie aus zwei Thrombozytenfunktionshemmern innerhalb der ersten 24 Stunden nach einem Schlaganfall die Prognose der Patienten verbessert. Die Ergebnisse zeigen – in Verbindung mit den Resultaten der Studie FASTER – dass die frühe Intervention mit Thrombozytenfunktionshemmer den Patienten zugute kommt. Die Kombination aus zwei Wirkstoffen erwies sich dabei tendenziell günstiger als ein Therapiestart nur mit Acetylsalicylsäure (ASS). Weitere Studien sind jedoch erforderlich, um diese Frage sicher zu beantworten.

Tourette Musiktheater in Hamburg

NEUROVISIONS - EINE GESAMTEUROPÄISCHE TOURETTERIE

 

nach Motiven des Grand Prix d’Eurovision und einer Komposition von Charlotte Seither

Musiktheater Neurovisions

 

Hamburg (14. Januar 2010) - Als der Neurologe Oliver Sacks in den 70er-Jahren durch die Straßen New Yorks spazierte, stellte er fest, dass Menschen mit Tics nicht die Abweichung, sondern der Normalfall sind. Diese Tics, die als heftige Bewegungen, Geräusche oder ungewollte verbale Äußerungen auftreten, kommen insbesondere beim Tourette-Syndrom vor.

Hamburgs experimentelles Musiktheater opera silens nimmt sich mit NEUROVISIONS des Tourette-Syndroms an und verbindet es mit Songs des Grand Prix d´Eurovision aus den 60er-Jahren, denn auch dort begannen Musik und Bühnenshow allmählich aus der in sich geschlossenen Norm der 50er auszubrechen. Im öffentlichen Leben, draußen auf der Straße, brechen Tics ständig aus unseren festgelegten Verhaltens- und Umgangsformen aus. Die Bühne hingegen zeigt sich als ein Ort, wo Tics seit den Sechzigern bewusst in Pop, Jazz und auch Neuer Musik als Gestaltungsmittel dienen und so in der Kunst zum Material werden.

Concentric Medical: Behandlung erster Patienten mit akutem ischämischen Schlaganfall mit dem Trevo(TM)-System

Mountain View, Kalifornien, USA (12. Januar 2010) - Concentric Medical, Inc., der weltweit führende Hersteller für Instrumente zur Behandlung des akuten ischämischen Schlaganfalls, gab heute bekannt, dass das neu entwickelte Trevo(TM)-System des Unternehmens bei ersten Patienten in Europa zum Einsatz gekommen ist. Das Trevo-System ist ein innovatives, hochleistungsfähiges, einfach einzusetzendes System zur Entfernung von zerebralen Thromben. Hauptbestandteil des Trevo-Systems ist der stentriever(TM), ein Entfernungsinstrument der neuesten Generation, mit dessen Hilfe ein Schlaganfall verursachendes Gerinnsel entfernt werden kann.

DGNR: Schlaganfalltherapie

Infusionsbehandlung allein hilft nur wenigen

 

Köln (5. Oktober 2009) - Die Thrombolyse, kurz Lyse, sorgt nach einem Schlaganfall dafür, dass sich Blutgerinnsel im Gehirn auflösen. Doch die Mehrzahl der Schlaganfall¬patienten profitiert gar nicht von dieser Therapie. Warum dies so ist und welche neuen Konzepte die Versorgung von Schlaganfallpatienten verbessern können, diskutieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) im Rahmen von neuroRAD, ihrer 44. Jahrestagung. Der Kongress findet vom 8. bis zum 10. Oktober in Köln statt.

EARLY-Studie:

Frühe Gabe von Aggrenox® ist sicher und wirksam

Nürnberg (24. September 2009) - Nach einem ischämischen Schlaganfall oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) ist die frühe Sekundärprävention mit Aggrenox® (Fixkombination aus ASS 25 mg/Dipyridamol retard 200 mg) mindestens so effektiv und sicher wie der Therapiestart mit ASS 100 mg. Dies hat die Studie EARLY1 gezeigt, deren Hauptergebnisse erstmals am 15. September 2009 auf dem 13. Kongress der European Federation of Neurological Societies in Florenz präsentiert wurden.

Enorme Effekte durch schnelle Behandlung einer TIA

Identifikation von Hochrisikopatienten mit ABCD2-Score

 

Ingelheim (18. August 2009) - Kürzere Liegezeiten, weniger Kosten und ein um 80 Prozent verringertes Schlaganfallrisiko innerhalb der ersten 90 Tage – all dies kann durch die umgehende Behandlung einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) erzielt werden.1 Daher sollten vorübergehende neurologische Ausfallerscheinungen unbedingt ernst genommen werden.

Lernen nach dem Schlag

 

Jena (17. August 2009) - Eine verstopfte Ader oder ein geplatztes Gefäß und der versorgende Blutstrom durch das Gehirn ist unterbrochen - ein Schlaganfall ist da. Allein in Deutschland trifft jedes Jahr rund 200.000 Menschen der Schlag. Eine schnelle intensivmedizinische Versorgung rettet vielen Betroffenen zwar das Leben. Doch mehr als zwei Drittel der Patienten tragen bleibende Schäden davon. Vieles, was bis dahin normal war - Laufen, Sprechen, Essen -, muss erst wieder gelernt werden. Häufig jedoch erlangen die Betroffenen ihre ursprünglichen Fähigkeiten nicht vollständig zurück.

Studie zeigt: Bestmögliche Schlaganfall-Therapie auch nachts und am Wochenende gewährleistet

 

Berlin (3. August 2009) – Patienten mit Schlaganfall erreichen die Klinik in der Regel zu spät. Vor allem wenn die Symptome am Sonntag einsetzen und relativ gering ausgeprägt sind, zögern die Angehörigen oftmals zu lange. Ohne Grund, wie eine aktuelle Auswertung des hessischen Schlaganfallregisters zeigt: Die Patienten erhielten auch am Wochenende und in den Nachtstunden eine qualitativ hochwertige Behandlung. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) fordert deshalb: Jeder Patient mit Verdacht auf einen Schlaganfall muss sofort in eine Klinik mit Stroke Unit und das unabhängig von Uhrzeit oder Wochentag.

Deutsche Stiftung Neurologie

Gründungsveranstaltung der Deutschen Stiftung Neurologie DSN anlässlich des 15 jährigen Jubiläums des Bayerischen Verbands Schlaganfallbetroffener

 

Deutsche Stiftung NeurologieMünchen (18. Juli 2009) - Anlässlich des 15. Jubiläums des Bayerischen Verbands Schlaganfallbetroffener wurde mit einer Gründungsveranstaltung am Nachmittag des 18. Juli die neu gegründete Deutsche Stiftung Neurologie DSN vorgestellt. Zweck der Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie die Förderung des Gesundheitswesens mit besonderem Schwerpunkt im Bereich neurologischer Erkrankungen.

An der Veranstaltung, die im Westin Grand Hotel in München stattfand, nahmen über 270 Schlaganfallbetroffene und mehrere Ärzte teil. Die Festveranstaltung wurde durch Karl Miserok, Vorstand der DSN, eröffnet. Im Anschluss begrüßte Martin Steidler, Vorstandsvorsitzender Bayerischer Verband Schlaganfallbetroffener e.V. die Anwesenden. Die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm, hielt die Festrede. Zuvor hatten Prof. Dr. med. Marianne Dieterich, Direktorin der Neurologischen Klinik und Poliklinik am Klinikum der Universität München und Prof. Dr. med. Andres Ceballos-Baumann, Chefarzt am Neurologischen Krankenhaus München, über aktuellen Handlungsbedarf in der neurologischen Versorgung mit besonderem Schwerpunkt im Bereich der Behandlung und Betreuung von Schlaganfallpatienten sowie von Patienten mit Parkinsonsyndromen referiert. Musikalisch wurde die Veranstaltung durch das „What’s New Orchestra“ begleitet.

Chronisch inflammatorische-demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP)

Hoffnung für Erkrankte seltener Krankheit

 

Köln (30. Juni 2009) - Die chronische Nervenentzündung (chronisch inflammatorische
demyelinisierende Polyneuropathie, CIDP) ist eine seltene neurologische Erkrankung. Forschung auf dem Gebiet seltener Krankheiten wird von der Pharmaindustrie oft gemieden, da der Markt möglicher Therapien begrenzt ist. Eine Studie unter Beteiligung der Uniklinik Köln bringt einen neuen wirksamen Wirkstoff zur Zulassung. Die Einführung an der Uniklinik erfolgt in enger Kooperation mit der Patientenselbsthilfegruppe.

ENS 2009: Rolle von Namensgebern neurologischer Erkrankungen in der Nazi-Zeit

 

Mailand, Italien (23. Juni, 2009) - Opfer, Täter, Mitläufer: Eine schwedische Studie, die auf der Jahrestagung der Europäischen Neurologengesellschaft in Mailand präsentiert wird, untersucht die Rolle, die prominente Neurologie-Forscher im „Dritten Reich” gespielt haben. Gemeinsam ist den Wissenschaftern, deren Biographie durchleuchtet wurde, dass nach ihnen neurologische Krankheiten benannt sind. Die neurologische Community sollte mit historisch besetzter Nomenklatur sensibel und bewusst umgehen, fordert der Autor der Studie.