Home Obstipation - Constipation Care Prof. Dr. med. Thomas Frieling: Neue medikamentöse Therapien der chronischen Obstipation
19 | 06 | 2013
PDF Drucken E-Mail

Neue medikamentöse Therapien der chronischen Obstipation

 

Prof. Dr. med. Thomas Frieling

 

Berlin (3. Dezember 2010) - Die chronische Obstipation ist eine der häufigsten Beschwerden in der Allgemeinbevölkerung. So klagen in Deutschland etwa 8 % über dieses Symptom. Diese Häufigkeit ist mit der Prävalenz von 4 % bis 15 % in großen epidemiologischen Studien vergleichbar. Therapeutische Empfehlungen beinhalten eine gesunde Lebensführung mit gesunder Ernährung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr. Die initiale Therapie wird häufig durch eine Optimierung der Zufuhr von Ballast-, Füll- bzw. Quellstoffen, Makrogolen, osmotischen bzw. aktiven Laxanzien ergänzt. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die therapeutischen Möglichkeiten dieser Therapieverfahren häufig überschätzt werden. Dies mag ein Grund für die große Anzahl unzufriedener Patienten sein, die in über 80 % eine ineffektive Therapie beklagen.

 

In letzter Zeit wurden neue medikamentöse Wirkprinzipien bei der Behandlung der chronischen Obstipation untersucht. Zu diesen Präparaten gehören das in den USA für Reizdarm mit Obstipation zugelassene Lubiprostone, das spezifische Chloridkanäle (CIC-2) an der apikalen Seite des Epithels stimuliert und das noch nicht zugelassene Linaclotide, das die Chloridsekretion im Kolon durch Aktivierung der Guanylatzyklase erhöht. Mittlerweile ist Prucaloprid (Resolor®), das als Kolonprokinetikum über eine selektive Stimulation der 5-HT4-Rezeptoren die Obstipation vermindert, für obstipierte Frauen auch in Deutschland zugelassen. Die Effektivität von Prucaloprid (Resolor®) konnte in mehreren klinischen Studien an großen Patientenzahlen nachgewiesen werden. Hierbei entwickelten die Patienten gegenüber Plazebo signifikant häufiger spontane und vollständige Stuhlentleerungen, wobei auch Patienten mit vorheriger unzureichender Therapie mit Laxanzien profitierten. Wichtig erscheint, dass die Therapie mit 2 mg Prucaloprid (Resolor®) pro Tag neben der Verbesserung der Darmfunktion auch zu einer signifikanten Verbesserung der Obstipations-assoziierten Beschwerden und der Lebensqualität führte.

 

 

Autor

 

Prof. Dr. med. Thomas Frieling

Medizinischen Klinik II

HELIOS Klinikum Krefeld

 

 


Quelle: Pressekonferenz der Firma Shire Deutschland / Movetis zum Thema „Neue Option für Patientinnen mit chronischer Obstipation“ am 03.12.2010 in Berlin (Media Concept) (tB).

 
Anzeigen

Medical News
Schmerz - PainCare
Wundversorgung
Diabetes
Ernährung
Onkologie
Multiple Sklerose
Parkinson