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HER2-positives Mammakarzinom

Signifikante Verbesserung der Prognose durch zielgerichtete Therapien

Dresden (27. Mai 2016) - Zielgerichtete Substanzen spielen in der Therapie des HER2-positiven Mammakarzinoms eine zentrale Rolle. Neben dem bewährten Antikörper Herceptin® (Trastuzumab) erweitern Perjeta®▼ (Pertuzumab) in Kombination mit Herceptin und Docetaxel sowie Kadcyla®▼ (Trastuzumab Emtansin) das Therapiespektrum in der metastasierten Situation. Beide Wirkstoffe verlängern das Überleben der betroffenen Frauen in der First- bzw. Second-Line signifikant.1,2 Im Rahmen der 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS) in Dresden berichteten Prof. Dr. Nadia Harbeck, München, und Prof. Dr. Andreas Schneeweiss, Heidelberg, über den Stellenwert der beiden HER2-gerichteten Therapien und ihre Erfahrungen aus der klinischen Praxis.


Perjeta: wirksam im frühen und metastasierten Setting

Die Hinzunahme von Pertuzumab zu Herceptin plus Chemotherapie hat die zielgerichtete Behandlung des HER2-positiven Mammakarzinoms entscheidend verbessert. Sowohl in der Neoadjuvanz als auch im fortgeschrittenen Setting ist die doppelte Antikörper-Blockade der alleinigen Behandlung mit Herceptin signifikant überlegen. So erreichten Frauen mit frühem HER2-positivem Brustkrebs, die Pertuzumab zusätzlich zu Herceptin und Docetaxel als neoadjuvante Therapie erhielten, nahezu doppelt so häufig eine pCR in Brust und Axilla (ypT0/is ypN0) – die pCR-Rate erhöhte sich signifikant von 21,5 auf 39,3 % (p = 0,0063).3 Frauen mit fortgeschrittener Erkrankung lebten in der CLEOPATRA-Studie im Median 15,7 Monate länger, wenn sie Pertuzumab im Rahmen der First-Line-Therapie zusätzlich zu Herceptin und Docetaxel erhielten (56,5 vs. 40,8 Monate; HR: 0,68; p < 0,001).1 Die mit Pertuzumab erreichte mediane Gesamtüberlebenszeit von fast 5 Jahren ist die bislang längste, die bei Patientinnen mit HER2-positivem metastasiertem Mammakarzinom in prospektiven Studien erreicht wurde. Der signifikante Überlebensvorteil bestätigte sich bei allen klinisch relevanten Subgruppen: Die Patientinnen profitierten unter anderem unabhängig vom Alter (< 65 Jahre / ≥ 65 Jahre), der (neo)adjuvanten Vorbehandlung und dem Hormonrezeptor-Status.1 „Die doppelte Antikörper-Blockade mit Pertuzumab und Trastuzumab ist derzeit die effektivste First-Line-Therapie des HER2-positiven Mammakarzinoms – das bestätigen auch unsere Erfahrungen aus dem klinischen Alltag“, betonte Schneeweiss. „Die positiven Daten aus der Neoadjuvanz belegen zudem die hohe Potenz dieser Therapie auch beim frühen Brustkrebs.“


Kadcyla – Überlebensvorteil von 5,8 Monaten in der Second-Line

Erste Wahl für die Second-Line-Therapie des HER2-positiven metastasierten Mammakarzinoms nach Vorbehandlung mit Herceptin und einem Taxan ist Kadcyla. Trotz der bereits fortgeschrittenen Therapiesituation bietet die Behandlung mit Trastuzumab Emtansin den Patientinnen die Aussicht auf einen signifikanten Überlebensvorteil. So überlebten die Patientinnen in der zulassungsrelevanten EMILIA-Studie mit Trastuzumab Emtansin im Median 30,9 Monate – und damit fast ein halbes Jahr länger als unter der Kombination Capecitabin plus Lapatinib (25,1 Monate; HR: 0,68; p < 0,001).2 Auch hinsichtlich der sekundären Endpunkte erwies sich Trastuzumab Emtansin als signifikant überlegen: So verbesserte das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat die objektive Ansprechrate (ORR; 43,6 vs. 30,8 %; p < 0,001) und verlängerte das progressionsfreie Überleben (PFS; 9,6 vs. 6,4 Monate; HR: 0,65; p < 0,001). Zudem ist Trastuzumab Emtansin erheblich besser verträglich als die Vergleichstherapie: Schwere unerwünschte Ereignisse (≥ Grad 3) traten in der EMILIA-Studie deutlich seltener auf (40,8 vs. 57,0 %).2 Die THERESA-Studie belegt die überlegene Wirksamkeit und Verträglichkeit von Trastuzumab Emtansin auch in späteren Therapielinien. Im Vergleichsarm der Studie erhielten die Patientinnen eine Therapie nach Wahl des Arztes, die in über 80 % der Fälle Herceptin-basiert war.4 Nationale und internationale Leitlinien sowie ein Konsensus führender deutscher Experten empfehlen den Einsatz von Trastuzumab Emtansin primär in der zweiten Therapielinie.5,6,7 Zudem sollte die Therapie bis zum Progress erfolgen.


Literaturverweise

  1. Swain S et al., N Engl J Med 2015; 372: 724-34
  2. Verma S et al., N Engl J Med 2012; 367 (19): 1783-91
  3. Gianni L et al., Lancet Oncol 2012; 13: 25-32
  4. Krop IE et al., Lancet Oncol 2014; 15: 689-99
  5. www.ago-online.de
  6. Giordano SH et al., J Clin Oncol 2014; 32: 1-23.
  7. Thomssen C et al., Breast Care 2016; 11: 61-70

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Quelle: Roche Pharma, 27.05.2016 (tB) Thomas Backe