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Erlotinib (Tarceva®):

EU‑Zulassung für Therapie des metastasierten Pankreaskarzinoms erhalten

 

München (2. Februar 2007) - Die europäische Zulassungsbehörde EMEA hat jetzt den TyrosinkinaseInhibitor Erlotinib (Tarceva®) in Kombination mit dem Chemotherapeutikum Gemcitabin für die First LineTherapie des metastasierten Pankreaskarzinoms zugelassen. Die Kombinationstherapie mit Erlotinib erzielt eine signifikante Verlängerung der Überlebenszeit.

Die Zulassung des EGFR-Inhibitors Erlotinib für die Kombinationstherapie mit dem Chemotherapeutikum Gemcitabin in der First Line-Behandlung von Patienten mit metastasiertem Pankreaskrebs basiert auf den Ergebnissen der Phase III-Studie NCIC-CTG PA.3. An der randomisierten und plazebokontrollierten Studie nahmen 569 Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs teil. Die Studienergebnisse belegen eine signifikante Steigerung des Gesamtüberlebens der Studienteilnehmer, die zusätzlich zum Chemotherapeutikum Erlotinib erhielten, um 22 Prozent gegenüber den Patienten in der Plazebogruppe. Nach einem Jahr lebten noch 24 Prozent der Erkrankten, die das „small molecule" Erlotinib in Kombination mit Gemcitabin erhielten, gegenüber 19 Prozent, die nur mit Gemcitabin behandelt wurden. Ebenso konnte das progressionsfreie Überleben unter der Behandlung mit dem Tyrosinkinase-Hemmer signifikant um 30 Prozent verlängert werden.

 

Die Kombinationstherapie aus Erlotinib und Gemcitabin wurde im Rahmen der Studie gut vertragen. Steigerungen der hämatologischen Toxizität wurden nicht beobachtet. Am häufigsten wurden die Nebenwirkungen Durchfall sowie Hautausschlag (rash) beobachtet, die allerdings gut kontrollierbar waren. Gezielte Studienauswertungen deuten zudem auf einen Zusammenhang zwischen rash und Überlebensvorteil hin: Die Ein-Jahres-Überlebensrate der Studienteilnehmer, die unter der Behandlung mit Erlotinib einen stärkeren Hautausschlag entwickelten, betrug 43 Prozent.

 

Obwohl in der Behandlung anderer Krebserkrankungen in den vergangenen Jahren entscheidende Fortschritte erzielt werden konnten, sind die Therapiemöglichkeiten für den sich aggressiv entwickelnden Bauchspeicheldrüsen-Krebs insgesamt sehr eingeschränkt. Der zielgerichtet wirkende Tyrosinkinase­-Hemmer Erlotinib verbessert in der Kombinationstherapie signifikant die Prognose des Pankreaskarzinoms und eröffnet ‑ nach über zehnjährigem Therapiestillstand ‑ Betroffenen eine neue Therapieoption.

 

Über Erlotinib

Erlotinib blockiert zielgerichtet die Aktivierung der Tyrosinkinase des EGF (Epidermal Growth Factor)-Rezeptors. Der EGFR ist eine wichtige Komponente der Signalweiterleitung, die bei der Entstehung und Progression des Pankreaskarzinoms eine entscheidende Rolle spielt. Erlotinib ist ein hoch selektives „small molecule", das intrazellulär die Aktivierung des EGFR hemmt, indem es die Phosphorylierung der Tyrosinkinase verhindert. Die intrazelluläre Signalübertragung zum Zellkern wird unterbrochen und das Tumorzellwachstum gehemmt.

Erlotinib wird einmal täglich oral appliziert.

 

Bereits im November 2005 erteilte die American Food and Drug Administration (FDA) aufgrund der Resultate der PA.3-Studie die US-Zulassung für die Kombinationstherapie von Erlotinib und Gemcitabin. Für die Behandlung von Patienten mit nicht­kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) nach mindestens einer zuvor fehlgeschlagenen Chemotherapie ist Erlotinib in Europa sowie in den USA bereits seit 2005 zur Second Line-Therapie

zugelassen.

 

Quellen

 

  1. Moore, M. J. et al.: Erlotinib plus gemcitabine compared to gemcitabine alone in patients with advanced pancreatic cancer A phase III trial of the National Cancer Institute of Canada Clinical Trials Group (NCIC‑CTG). ASCO 2005. Abstract 1 Tarceva (erlotinib) full prescribing information, OSI Pharmaceuticals, Inn, 2005.


Quelle: Pressekonferenz der Firma Roche Pharma zum Thema “Tarceva®: Überwindung des Therapiestillstandes beim Pankreaskarzinom” am 02.02.2007 in München (medical relations).
 
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