Home Onkologie Brustkrebs Pertuzumab nun zugelassen: Meilenstein für die 1st-Line-Therapie des metastasierten HER2-positiven Mammakarzinoms
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Meilenstein für die 1st-Line-Therapie des metastasierten HER2-positiven Mammakarzinoms

Pertuzumab nun zugelassen

 

Grenzach-Wyhlen  (5. März 2013) - Seit März 2013 ist Pertuzumab (Perjeta®) in Kombination mit dem bisherigen Therapiestandard Trastuzumab (Herceptin®) plus Docetaxel für die 1st-Line-Therapie des metastasierten HER2-positiven Mammakarzinoms zugelassen. In der Behandlung dieser schweren Tumorerkrankung leitet dies eine neue Ära ein: Der humanisierte monoklonale Antikörper ermöglicht eine bislang einzigartige zielgerichtete Therapie, die den betroffenen Frauen die Aussicht auf ein signifikant verlängertes Gesamtüberleben (OS) eröffnet [1]. Anlässlich der Zulassung erläuterten Privatdozentin Dr. Brigitte Rack, München, und Professor Dr. Andreas Schneeweiss, Heidelberg, in einer Pressekonferenz der Roche Pharma AG den hohen Stellenwert der neuen Therapieoption und den einzigartigen Wirkmechanismus des HER2-Dimerisierungs-Inhibitors Pertuzumab.

 

Bei etwa jeder fünften Patientin mit Brustkrebs wird HER2 auf der Oberfläche der Tumorzellen überexprimiert [2]. Aufgrund eines besonders aggressiven Tumorverhaltens galt der positive HER2-Status lange als ein äußerst negativer prognostischer Faktor [3]. Die Zulassung des ersten gegen HER2-gerichteten Antikörpers Trastuzumab im Jahr 2000 hat die Prognose der betroffenen Frauen entscheidend verbessert: Heute ist der positive Rezeptorstatus mit einem signifikanten Überlebensvorteil assoziiert [4]. Dennoch schreitet die Erkrankung bei jeder zweiten Patientin innerhalb eines Jahres voran. „Gerade für Frauen mit einer metastasierten Brustkrebserkrankung haben wir einen dringenden Bedarf an neuen, HER2-spezifischen Therapieoptionen“, betonte Rack. „Die Zulassung von Pertuzumab ist daher für die klinische Praxis von höchster Relevanz. Mit der zusätzlichen Gabe von Pertuzumab zum bisherigen Standard Trastuzumab plus Docetaxel können wir unsere Patientinnen erheblich effektiver behandeln – und dies nicht auf Kosten einer gesteigerten Toxizität.“

 

 

CLEOPATRA-Studie: Signifikanter Überlebensvorteil mit Pertuzumab

 

Die Ergebnisse der randomisierten, Placebo-kontrollierten Phase-III-Zulassungsstudie CLEOPATRA belegen die Vorteile der neuen Behandlungsstrategie: Bei zuvor gegen die metastasierte Erkrankung nicht behandelten Patientinnen reduzierte Pertuzumab in Kombination mit Trastuzumab plus Docetaxel das Sterberisiko hochsignifikant um 34 % (HR = 0,66; p = 0,0008). Während der Median im Kontrollarm bei 37,6 Monaten lag, war er zum Zeitpunkt dieser OS-Analyse im Pertuzumab-Arm noch nicht erreicht, da über die Hälfte der Patientinnen noch lebte [1]. Auch hinsichtlich der weiteren zentralen klinischen Endpunkte war das Pertuzumab-Regime dem bisherigen Standard überlegen: So verlängerte Pertuzumab das progressionsfreie Überleben (PFS) von median 12,4 auf 18,5 Monate (HR = 0,62; p < 0,0001); die objektive Ansprechrate (ORR) verbesserte sich von 69,3 auf 80,2 % (p = 0,0011) [5]. Gleichzeitig erwies sich die zusätzliche Behandlung mit Pertuzumab als sicher und gut verträglich: Die Abbruchraten im Pertuzumab-Arm waren nahezu identisch mit denen im Kontrollarm (6,1 vs. 5,3 %). Nebenwirkungen ≥ Grad 3 traten fast ausschließlich während der initialen Kombination mit der Taxan-Chemotherapie auf [6]. „Die Ergebnisse der CLEOPATRA-Studie belegen eindeutig die hohe Wirksamkeit von Pertuzumab“, so das Fazit von Schneeweiss. „Mit der Kombination Pertuzumab plus Trastuzumab plus Docetaxel haben wir einen neuen Standard für die 1st-Line-Therapie des metastasierten HER2-positiven Mamma-karzinoms.“

 

 

Einzigartiger Wirkmechanismus: HER2-Dimerisierungs-Inhibition

 

Die hohe Wirksamkeit des Pertuzumab-basierten Therapieregimes beim HER2-positiven Mammakarzinom beruht auf dem einzigartigen Wirkmechanismus der Substanz: Mit Pertuzumab wurde erstmals ein Medikament entwickelt, das speziell die Dimerisierung des HER2-Rezeptors mit anderen Mitgliedern der HER-Familie – insbesondere HER3 – unterbindet. Dadurch blockiert Pertuzumab gezielt Wachstumsimpulse, die für die Tumorprogression von zentraler Bedeutung sind. „Dieser Wirkmechanismus der HER2-Dimerisierungs-Inhibition ist komplementär zum dem von Trastuzumab“, erklärte Schneeweiss. „Die Kombination Pertuzumab plus Trastuzumab ermöglicht daher, HER2-spezifische Tumorsignale noch effektiver zu blockieren“.

 

 

Quellen 

  1. Swain S et al., SABCS 2012; Poster # P5-18-26
  2. Wolff A et al., Arch Pathol Lab Med 2007; 131
  3. Slamon D et al., Science 1989; 244: 707-12
  4. Dawood S et al., J Clin Oncol 2010; 28: 92-8
  5. Baselga J et al., N Engl J Med 2012; 366: 109-19
  6. Baselga J et al., J Clin Oncol 2012; 30 (suppl), Abstract # 597

 

Über Roche

 

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ein führendes, forschungsorientiertes Unternehmen, ist spezialisiert auf die beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics. Als weltweit grösstes Biotech-Unternehmen entwickelt Roche klinisch differenzierte Medikamente für die Onkologie, Infektionskrankheiten, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten sowie neurologische Erkrankungen. Roche ist führend im Diabetesmanagement und auch der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind das strategische Ziel der personalisierten Medizin von Roche. 2012 beschäftigte Roche weltweit über 82’000 Mitarbeitende und investierte mehr als 8 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 45,5 Milliarden Franken. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan. Weitere Informationen finden Sie unter www.roche.com

Alle erwähnten Markennamen sind gesetzlich geschützt.

 

 

Roche Pharma AG, Deutschland

 

Die Roche Pharma AG in Grenzach-Wyhlen beschäftigt über 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Von hier aus werden alle zulassungsrelevanten Studien für Deutschland koordiniert. Darüber hinaus werden auch Studien für bereits auf dem Markt befindliche Produkte durchgeführt. Von Grenzach-Wyhlen aus erfolgen zudem zentrale Elemente der technischen Qualitätssicherung für den gesamten europäischen Raum. Außerdem ist die Roche Pharma AG für das Marketing und den Vertrieb verschreibungspflichtiger Arzneimittel auf dem gesamten deutschen Markt zuständig. Weitere Informationen zur Roche Pharma AG finden Sie unter www.roche.de

 

 


Quelle: Roche Pharma, 05.03.2013 (tB).

 
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