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Neuer Therapiealgorithmus beim metastasierten Kolorektalkarzinom

Avastin® (Bevacizumab) kontinuierlich in First- und Second-Line verlängert das Gesamtüberleben

 

Berlin (17. Januar 2013) - Wird der Angiogenese-Hemmer Bevacizumab bei Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom (mCRC) kontinuierlich in der Erst- und in der Zweitlinientherapie gegeben, jeweils kombiniert mit einer 5-FU-basierten Chemotherapie, so verlängert dies das Gesamtüberleben signifikant. Der Arzt ist künftig in der Lage, seinen Patienten eine weitere Therapielinie mit Bevacizumab anzubieten.

 

Was den neuen Therapieansatz, Bevacizumab kontinuierlich in der Erst- und in der Zweitlinie zu geben, besonders auszeichnet, ist die ausgesprochen niedrige Toxizität bei gleichzeitig hoher Wirksamkeit. Die Tatsache, dass der Anti-VEGF (vascular endothelial growth factor)-Antikörper Bevacizumab künftig kontinuierlich in beiden Therapielinien gegeben werden kann, basiert auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie ML18147 [1]. Diese internationale multizentrische Studie („TML-Studie“) wurde auf dem Amerikanischen Krebskongress im Juni 2012 in Chicago erstmals vorgestellt und untersuchte randomisiert die Frage, ob das Gesamtüberleben der Patienten verlängert werden kann, wenn sie nicht nur in der Erstlinie bis zur Progression, sondern – bei Tumorprogredienz – fortgesetzt auch in der Zweitlinie mit Bevacizumab behandelt werden.

 

Insgesamt 820 Patienten nahmen an der Studie teil. Sie erhielten in der Erstlinie Bevacizumab, kombiniert mit einer 5-FU-basierten Standard-Chemotherapie mit Oxaliplatin oder Irinotecan. Wenn sie unter dieser Therapie progredient wurden, erfolgte die Randomisierung und die Chemotherapie wurde geändert. Patienten, die in der Erstlinie Oxaliplatin-basiert behandelt worden waren, erhielten in der Zweitlinie eine Irinotecan-basierte Therapie und umgekehrt. Bei der Hälfte der Patienten wurde die Bevacizumab-Gabe kontinuierlich auch in der Zweitlinie fortgesetzt (2,5 mg/kg/Woche), die andere Hälfte erhielt kein Bevacizumab mehr. Das Studienprotokoll sah wiederum die Behandlung bis zur Krankheitsprogression vor. Primärer Studienendpunkt war das Gesamtüberleben (OS) ab dem Zeitpunkt der Randomisierung.

 

 

Gesamtüberleben signifikant verlängert

 

Die Studie war klar positiv. Denn unter der in der Zweitlinie fortgesetzten Bevacizumab-Gabe konnte das Gesamtüberleben der Patienten signifikant um 1,4 Monate verlängert werden (auf 11,2 Monate ab dem Zeitpunkt der Randomisierung versus 9,8 Monate, wenn in der Zweitlinie nur chemotherapiert wurde; p = 0,0062; HR = 0,81; 95 %-Konfidenz-Intervall 0,69-0,94). Auch das mediane progressionsfreie Überleben wurde signifikant verlängert (auf 5,7 Monate versus 4,1 Monate unter der Chemotherapie; p < 0,0001; HR = 0,68; 95 %-Konfidenz-Intervall 0,59-0,78). Die Krankheitskontrollrate unter der fortgesetzten Bevacizumab-Gabe betrug 68% und war damit ebenfalls signifikant höher als in der Vergleichsgruppe ohne Bevacizumab (54 %; p < 0,0001).

 

Der Überlebensvorteil zeigte sich in allen Subgruppen und war damit unabhängig vom Alter (<65 und >65 Jahre), unabhängig vom Allgemeinzustand (ECOG 0 und >1), unabhängig von der Zahl der mit Metastasen befallenen Organe, unabhängig vom KRAS-Status und unabhängig davon, ob in der Erstlinie eine Oxaliplatin- oder eine Irinotecan-basierte Therapie vorausgegangen war [2-4].

 

 

Geringe Toxizität

 

Die Nebenwirkungsrate wurde durch das Fortführen der Bevacizumab-Therapie über die erste Progression hinaus nicht erhöht. Das Nebenwirkungsprofil von Bevacizumab plus Chemotherapie war konsistent und entsprach den bekannten Daten. Es zeigte sich, dass Bevacizumab auch bei fortgesetzter Gabe gut vertragen wird – ein ganz entscheidender Punkt, denn ein akzeptables Nebenwirkungsprofil ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute Lebensqualität der Patienten unter der Therapie.

 

 

Veränderter Therapiealgorithmus

 

Damit steht für mCRC-Patienten jetzt eine neue Therapieoption zur Verfügung. In der ML18147-Studie konnten mehr als zwei Drittel der Patienten im Anschluss an die Studie einer weiteren Therapie zugeführt werden – was nicht zuletzt auch ein Zeichen für die gute Verträglichkeit der fortgesetzten Bevacizumab-Gabe ist. Die meisten Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumoren aus der TML-Studie erhielten im weiteren Therapieverlauf einen EGFR-Antikörper [5]. Für die Viertlinie könnte demnächst Regorafenib zur Verfügung stehen. Durch diese neuen Therapieoptionen ist der Arzt in der Lage, seinen Patienten länger eine wirksame Therapie anzubieten.

 

 

Fazit

 

Bevacizumab, nicht nur in der Erstlinie bis zur Progression, sondern bei Tumorprogredienz fortgesetzt auch in der Zweitlinie gegeben, verlängert das Gesamtüberleben von Patienten mit mCRC und erweitert den Therapiealgorithmus um eine Therapieoption mit Bevacizumab.

 

 

Quellen 

  1. Bennouna J et al., Lancet Oncol. 2013; 14(1): 29-37
  2. Vieitez de Prado JM et al., ESMO 2012, Abstract 565P
  3. Bouche O et al., ESMO 2012, Abstract 559P
  4. Österlund P et al., ESMO 2012, Abstract 571P
  5. Arnold D et al., J Clin Oncol 2012, 30 (Suppl); Abstract CRA3503

  

Über Roche

 

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ein führendes, forschungsorientiertes Unternehmen, ist spezialisiert auf die beiden Geschäfte Pharma und Diagnostics. Als weltweit größtes Biotech-Unternehmen entwickelt Roche klinisch differenzierte Medikamente für die Onkologie, Virologie, Entzündungs- und Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des Zentralnervensystems. Roche, ein Pionier im Diabetesmanagement, ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind das strategische Ziel der personalisierten Medizin von Roche. 2011 beschäftigte Roche weltweit über 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und investierte mehr als 8 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 42,5 Milliarden Franken. Genentech, USA, gehört vollständig zur Roche-Gruppe. An Chugai Pharmaceutical, Japan, hält Roche die Mehrheitsbeteiligung.

 

Weitere Informationen zur Roche-Gruppe finden Sie unter www.roche.com

 


 

Quelle: Roche Pharma, 17.01.2013 (tB).

 
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