Home Onkologie Hautkrebs Zulassung des Medikaments Vemurafenib: Hoffnung für Patienten mit fortgeschrittenem schwarzen Hautkrebs
23 | 04 | 2014
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Zulassung des Medikaments Vemurafenib

Hoffnung für Patienten mit fortgeschrittenem schwarzen Hautkrebs

 

Berlin (23. Februar 2012) - Der Roche Pharma AG ist in der Therapie des schwarzen Hautkrebs ein Durchbruch gelungen. Das Unternehmen entwickelte mit Vemurafenib (Zelboraf™) ein Medikament, das gezielt in die Abläufe der Krebszellen eingreift. Als Folge kann der Tumor nicht mehr wachsen und schrumpft. Alle Patienten, bei denen eine BRAF-V600-Mutation im Tumor nachgewiesen wird, können im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit von dem neuen Medikament profitieren.

 

Jahrzehntelang konnten Ärzte den schwarzen Hautkrebs im metastasierten Stadium nur schwer oder gar nicht behandeln. Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung brachten selten den gewünschten Erfolg. Mit Vemurafenib ist nun ein Medikament zugelassen, das eine völlig neue Therapie ermöglicht. Sie steht jenen Melanom-Patienten offen, bei denen ein bestimmtes Gen der Tumorzellen verändert ist. Es handelt sich dabei um die sogenannte BRAF-V600-Mutation. Sie betrifft nach bisherigen Erkenntnissen etwa die Hälfte der Patienten mit malignem Melanom und wird mittels eines Gentestes nachgewiesen. So wissen Ärzte und Patienten, ob eine Therapie mit Vemurafenib sinnvoll ist. Aus diesem Grund sollte jeder Betroffene getestet werden.

Das sogenannte BRAF-Protein ist in der Melanom-Zelle Teil einer Signalkette, die das Zellwachstum anregt und steuert. Ist es genetisch verändert, also mutiert, teilen sich die Krebszellen unkontrolliert und der Tumor wächst. Vemurafenib blockiert gezielt die Weiterleitung der Signale im Zellinneren. Dadurch wird das Tumorwachstum verlangsamt oder ganz gestoppt. Das mindert die Krankheitssymptome der Patienten deutlich und gibt ihnen die Chance, wieder einen relativ normalen Alltag mit ihren Familien zu leben.

 

 

Vemurafenib revolutioniert die Therapie des schwarzen Hautkrebs

 

Vemurafenib ist das erste Medikament, mit dem das metastasierte maligne Melanom, bei dem eine BRAF-V600- Mutation nachgewiesen wurde, zielgerichtet behandelt werden kann. Es kann das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und das Leben der Patienten damit verlängern – das belegen wissenschaftliche Studien. Professor Dr. Axel Hauschild, Leiter der Dermato-Onkologie an der Universitäts-Hautklinik Kiel, betrachtet den neuen Therapieansatz als riesigen Fortschritt: „Wir haben jahrzehntelang auf ein solches Medikament gewartet. Mit Zelboraf™ haben wir endlich die Möglichkeit, Melanom-Patienten im fortgeschrittenen Stadium wirksam und verträglich zu behandeln.“ Und der Experte ergänzt: „Jeder zweite Patient trägt die Mutation am BRAF-Gen in seinem Tumor. Dass wir vorher präzise ermitteln können, welche Patienten von der Therapie profitieren werden, ist ein Meilenstein in der Behandlung von Hautkrebs und in der personalisierten Medizin: Das ist die Zukunft.“

 

Beeindruckend ist, dass mehr als drei Viertel der Patienten sehr schnell von der Behandlung profitieren. Dies bedeutet entweder einen Stopp des Tumorwachstums oder die Rückbildung – auch großer – Tumoren.

 

 

Ablauf der Therapie

 

Das Medikament wird als Tablette eingenommen. Daher ist die Therapie zuhause problemlos möglich und Patienten können sie in ihren Alltag integrieren. Die Behandlung wird so lange fortgesetzt, bis der Tumor wieder zu wachsen beginnt. Vemurafenib ist im Allgemeinen gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen betreffen in erster Linie die Haut: Es können beispielsweise gutartige Hautwucherungen, so genannte Keratoakanthome, entstehen, die sich aber durch einen kleinen Eingriff entfernen lassen. Darüber hinaus sind Patienten, die das Medikament einnehmen, sehr lichtempfindlich. Wenn sie sich im Freien aufhalten, sollten sie ihre Haut deshalb besonders schützen, u.a. eine Sonnencreme mit sehr hohem Lichtschutzfaktor auftragen.

 


Quelle: Zulassungs-Pressekonferenz der Firma Roche Pharma zum Thema „Zelboraf: Durchbruch in der Therapie des malignen Melanoms“ am 23.02.2012 in Berlin. (tB)
 
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