Home Onkologie Hautkrebs Cobimetinib und Vemurafenib: Prüfkombination überzeugt bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom
19 | 04 | 2018
Medizin
- Anzeigen -

Awards
Veranstaltungen
Login
DocCheck





DocCheck Account beantragen »
PDF Drucken

Cobimetinib und Vemurafenib

Prüfkombination überzeugt bei Patienten mit fortgeschrittenem Melanom

 

Bonn (16. Juni 2015) - Kombinationstherapien zählen zu den wirksamsten Strategien, um die Prognose von Krebspatienten weiter zu verbessern. Beim fortgeschrittenen BRAFV600-Melanom bestätigen dies erneut aktuelle Daten zur Kombination von Cobimetinib plus Vemurafenib (Zelboraf®), die erstmals auf der 51. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago/Illinois, USA, präsentiert wurden: So verlängerte die zusätzliche Behandlung mit Cobimetinib in der Phase-III-Studie coBRIM das mediane progressionsfreie Überleben gegenüber der Vemurafenib-Monotherapie signifikant um mehr als fünf Monate.1 Im Rahmen einer Pressekonferenz der Roche Pharma AG in Bonn stellte PD Dr. Bastian Schilling, Essen, die positiven Studienergebnisse zur Kombinationstherapie vor und erläuterte deren Stellenwert für die künftige Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Melanom.


„Der duale Wirkansatz mit Cobimetinib und Vemurafenib ermöglicht es uns, maligne Melanome gleichzeitig an zwei Signalmolekülen synergistisch anzugreifen“, so Schilling. „So können wir die Prognose für Hautkrebspatienten in Zukunft wesentlich verbessern.“ Die jüngst auf dem ASCO vorgestellten Daten der coBRIM-Studie untermauern das große Potential der kombinierten Behandlung mit Cobimetinib und Vemurafenib bei Patienten mit fortgeschrittenem BRAFV600-Mutation-positivem Melanom. In die internationale, randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Phase-III-Studie wurden 495 therapienaive Patienten mit BRAFV600-Mutation-positivem inoperablem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Melanom eingeschlossen, die entweder mit Cobimetinib plus Vemurafenib oder mit Vemurafenib alleine behandelt wurden. Das zentrale Ergebnis der aktuellen Analyse vom ASCO: Patienten, die in der Studie die Kombinationstherapie erhielten, erreichten im Median ein progressionsfreies Überleben (PFS) von über einem Jahr (12,3 Monate) – im Vergleich dazu blieben die Patienten, die Vemurafenib als Monotherapie erhielten, nur 7,2 Monate ohne ein Fortschreiten der Erkrankung (HR: 0,58, 95 %-KI: 0,46 - 0,72). Auch die objektive Ansprechrate (ORR) lag in der Kombinationsgruppe höher (70 % vs. 50 %). Zudem erreichten mehr Patienten unter Cobimetinib/Vemurafenib eine komplette (CR) bzw. partielle Remission (PR) als unter der Monotherapie (16 % vs. 11 % bzw. 54 % vs. 40 %).1

 

Die aktuellen Ergebnisse vom ASCO bestätigen die bisherigen Daten der coBRIM-Studie, die im Herbst 2014 auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) vorgestellt wurden. Bereits diese Auswertung belegte die Überlegenheit der Kombinationstherapie. Auf Basis der positiven Analyse stellte die Roche Pharma AG den Zulassungsantrag für die Kombinationstherapie Cobimetinib/Vemurafenib für diese Patientengruppe bei der Europäischen Zulassungsbehörde (EMA).

 

 

BRIM-7 bestätigt gute Wirksamkeit und günstiges Sicherheitsprofil

 

Auf dem diesjährigen ASCO wurde ebenfalls ein Update der Phase-1b-Studie BRIM-7 vorgestellt, in der 129 Patienten mit einem BRAFV600-Mutation-positiven inoperablen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Melanom eingeschlossen wurden. Die Patienten wurden dazu in zwei Studiengruppen eingeteilt: Vorbehandlung mit einem BRAF-Inhibitor oder BRAF-Inhibitor-naiv. Die auf dem Kongress präsentierten Daten zeigen, dass die Patienten, die zuvor keinen BRAF-Inhibitor erhielten und mit der Kombination aus Cobimetinib und Vemurafenib behandelt wurden, im Median deutlich mehr als zwei Jahre (28,5 Monate) überlebten. Von diesen Patienten waren 61 % nach zwei Jahren immer noch am Leben.2 Das Sicherheitsprofil der Kombinationstherapie entsprach – ähnlich wie auch in der Studie coBRIM – den früheren Ergebnissen. Die häufigsten Nebenwirkungen wie Durchfall, Hautausschlag, Übelkeit oder Fieber waren leicht bis mittelschwer und die Gesamthäufigkeit blieb auch über einen Zeitraum von bis zu 21 Monaten gleich.

 

 

Wirkweise der dualen Hemmung am MAPK-Signalweg

 

„Nach dreißig Jahren Stillstand haben wir vor gut drei Jahren mit der Zulassung des BRAF-Inhibitors Vemurafenib einen Durchbruch in der Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms erlebt“, resümierte Schilling. „Im Laufe der zielgerichtetenTherapie kommt es jedoch immer wieder zu einer Reaktivierung des für das Tumorwachstum entscheidenden MAPK-Signalweges, was durch die Kombination mit Cobimetinib signifikant verzögert werden kann. Die Monotherapie mit einem BRAF-Inhibitor wird in der zielgerichteten Therapie des fortgeschrittenen Melanoms zukünftig kaum noch eine Rolle spielen.“ Cobimetinib hemmt selektiv das Zellprotein MEK, das dem BRAFV600-Protein im MAPK-Signalweg nachgeordnet ist und ebenfalls die MAP-Kinasen aktiviert. Der duale Wirkansatz ermöglicht eine umfassende Blockade des MAPK-Signalweges und verstärkt so die Hemmung des Tumorwachstums.3,4

 

 

Literaturverweise 

  1. Larkin J et al., J Clin Oncol 2015; 33 (suppl; Abstract #9006)
  2. Pavlick AC et al., J Clin Oncol 2015; 33 (suppl; Abstract #9020)
  3. Safaee Ardekani G et al., PLoS One 2012. 10: e47054
  4. Haferkamp S et al., J Invest Dermatol 2013. 133: 1601-9

 

Über Roche

 

Roche mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist eines der führenden Unternehmen im forschungsorientierten Gesundheitswesen. Es vereint die Stärken der beiden Geschäftsbereiche Pharma und Diagnostics und entwickelt als weltweit größtes Biotech-Unternehmen differenzierte Medikamente für die Onkologie, Immunologie, Infektionskrankheiten, Augenheilkunde und Neurowissenschaften. Roche ist auch der weltweit bedeutendste Anbieter von Produkten der In-vitro-Diagnostik und gewebebasierten Krebstests und ein Pionier im Diabetesmanagement. Medikamente und Diagnostika, welche die Gesundheit, die Lebensqualität und die Überlebenschancen von Patienten entscheidend verbessern, sind Ziel der Personalisierten Medizin, eines zentralen strategischen Ansatzes von Roche. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1896 hat Roche über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren wichtige Beiträge zur Gesundheit in der Welt geleistet. Auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation stehen 28 von Roche entwickelte Medikamente, darunter lebensrettende Antibiotika, Malariamittel und Chemotherapeutika.

 

Die Roche-Gruppe beschäftigte 2014 weltweit über 88 500 Mitarbeitende, investierte 8,9 Milliarden Schweizer Franken in Forschung und Entwicklung und erzielte einen Umsatz von 47,5 Milliarden Schweizer Franken. Genentech in den USA gehört vollständig zur Roche-Gruppe. Roche ist Mehrheitsaktionär von Chugai Pharmaceutical, Japan.

 

 

 

Roche Pharma AG, Deutschland

 

Die Roche Pharma AG in Grenzach-Wyhlen beschäftigt über 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Von hier aus werden alle zulassungsrelevanten Studien für Deutschland koordiniert. Darüber hinaus werden auch Studien für bereits auf dem Markt befindliche Produkte durchgeführt. Von Grenzach-Wyhlen aus erfolgen zudem zentrale Elemente der technischen Qualitätssicherung für den gesamten europäischen Raum. Außerdem ist die Roche Pharma AG für das Marketing und den Vertrieb verschreibungspflichtiger Arzneimittel auf dem gesamten deutschen Markt zuständig.

 

  • Weitere Informationen zur Roche Pharma AG finden Sie unter www.roche.de

 

 


Quelle: Roche Pharma, 16.06.2015 (tB).

 
Anzeigen

Medical News
Schmerz - PainCare
Wundversorgung
Diabetes
Ernährung
Onkologie
Multiple Sklerose
Parkinson