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22 | 07 | 2018
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Cetuximab bindet spezifisch an den EGFR. Photo: Merck Serono GmbHDGHO: Kopf-Hals-Tumoren

Patienten profitieren von einer zielgerichteten Immuntherapie mit Cetuximab

 

Berlin (1. Oktober 2010) – Die EXTREMEa-Studie belegt den hohen Stellenwert von Cetuximab (Erbitux®) in der Therapie rezidivierter und/oder metastasierter Plattenepithelkarzinome im Kopf-Hals-Bereich (SCCHNb). Sie zeigt, dass die Zugabe dieses monoklonalen Antikörpers zu einer platinbasierten Chemotherapie zu einem signifikanten Überlebensvorteil der Patienten führt – und dies erstmals seit über 30 Jahren. Auch in der Therapie lokal fortgeschrittener SCCHN ist der klinische Nutzen von Cetuximab erwiesen. Um den Behandlungserfolg bei Kopf-Hals-Tumoren weiter zu optimieren, ist die enge Therapieabstimmung der einzelnen Fachdisziplinen unabdingbar, so die übereinstimmende Meinung der Experten beim Satelliten-Symposium der Merck Serono GmbH, das im Rahmen der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie (DGHO) in Berlin stattfand.

 

„Für Patienten mit Kopf-Hals-Karzinomen ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen behandelnden HNO-Chirurgen, Strahlentherapeuten und Onkologen unverzichtbare Voraussetzung für einen optimalen Behandlungsverlauf“, so Privatdozent Dr. Christian Simon, Universitätsklinik Heidelberg. Hauptziel der engen Zusammenarbeit zwischen den Fachdisziplinen sind heute der weitestgehende Funktionserhalt der Sprech- und Schluckorgane und damit auch die Lebensqualität der Patienten. „Die damit verbundene Patientenzufriedenheit wird zunehmend wichtiger“, so Simon weiter. Er führt dazu auch die Ergebnisse der TREMPLINc-Studie, in der ein organerhaltender Ansatz mit Cetuximab plus Strahlentherapie geprüft wurde, an, die zeigt, dass die Compliance der Patienten unter einem kombinierten Einsatz – Immun- und Strahlentherapie – deutlich höher ist, als unter einer Radiochemotherapie, da strahlentherapiebedingte Nebenwirkungen durch Cetuximab nicht verstärkt werden.1

 

 

Therapiestandard bei rezidivierten und/oder metastasierten SCCHN

 

„Einen Durchbruch in der palliativen Systemtherapie von rezidivierten und/oder metastasierten Kopf-Hals-Tumoren bedeuteten die Ergebnisse der EXTREME-Studie“, berichtete Privatdozent Dr. Ulrich Keller, Onkologe, Klinikum rechts der Isar, München. In dieser Phase-III-Studie wurden 442 nicht vorbehandelte Patienten mit einer platinbasierten Chemotherapie mit oder ohne Zugabe von Cetuximab therapiert.2 Unter der kombinierten Antikörper-Chemotherapie verlängerte sich das mediane Gesamtüberleben um fast drei Monate (10,1 vs. 7,4 Monate; p=0,04). Darüber hinaus wurde durch Hinzunahme von Cetuximab eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens um 46 Prozent erreicht (5,6 vs. 3,3 Monate; p<0,001). „So konnte mit Cetuximab in Kombination mit platinbasierter Chemotherapie erstmals seit über 30 Jahren ein signifikanter Überlebensvorteil bei rezidivierten und/oder metastasierten Kopf-Hals-Tumoren erzielt werden“, referierte Keller. Dies zeigt sich auch in den aktuellen EHNS-ESMO-ESTRO Leitlinien. Dort erhält die Kombination von Cetuximab und einer platinhaltigen Chemotherapie als Option für die Erstlinientherapie von Patienten mit gutem Allgemeinzustand den höchsten Empfehlungsgrad. Damit gilt diese Kombination als ein Therapiestandard in dieser Indikation.3

 

 

Therapie bei lokal fortgeschrittenen SCCHN

 

In einer Phase-III-Studie wurde die Wirksamkeit von Cetuximab kombiniert mit Strahlentherapie gegenüber alleiniger Strahlentherapie bei 424 Patienten mit zuvor unbehandelten, lokal fortgeschrittenen SCCHN untersucht.4 In der aktuellen Fünf-Jahres-Auswertung dieser Studie konnte ein anhaltender signifikanter Überlebensvorteil von annähernd zehn Prozent im Cetuximab-Studienarm dokumentiert werden (45,6 vs. 36,4 Prozent; p=0,018).5 Dabei korrelierte der Schweregrad der auftretenden akneiformen Hautreaktionen mit einer signifikanten Verbesserung des medianen Gesamtüberlebens (>68,8 Monate bei Hautreaktionen vom Grad 2-4 vs. 25,6 Monate bei Hautreaktionen vom Grad 0/1; p=0,002). Gleichwohl erfordern die Hautreaktionen seitens der Therapeuten ein besonderes Augenmerk. „Der akneartige Hautausschlag als häufigste Nebenwirkung einer Cetuximab-Therapie ist heute bei engmaschiger Verlaufskontrolle im Allgemeinen gut beherrschbar“, erklärte Professor Dr. Jürgen Debus, Universitätsklinikum Heidelberg. „Es bedarf dafür insbesondere einer umfassenden Hautpflege und einer korrekten Antibiose“.

 

 

Anmerkungen

 

  • a EXTREME: ErbituX in 1st-line Treatment of REcurrent or MEtastatic head and neck cancer
  • b SCCHN: Squamous Cell Carcinoma of the Head and Neck
  • c TREMPLIN: Larynx Preservation With Induction Chemotherapy (Cisplatin, 5FU, Docetaxel) Followed by Radiotherapy Combined With Either Cisplatin or Cetuximab in Laryngopharyngeal Squamous Cell Carcinoma

 

 

Referenzen

  1.  Lefebvre J et al. ASCO Congress 2009; Abstract 6010.
  2. Vermorken JB et al. N Engl J Med, 2008; 359:1116–1127.
  3. Merlano MC et al. ASCO Congress 2010; Abstract e16016
  4. Bonner JA et al. N Engl J Med, 2006; 354:567–578.
  5. Bonner JA et al. Lancet Oncol, 2010; 11(1):21–28.

  

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Mehr Informationen über Darmkrebs und Kopf-Hals-Tumoren finden Sie unter
www.globalcancernews.com

 


 

Quelle: Satelliten-Symposium der Firma Merck zum Thema ”Kopf-Hals-Tumore: Eine interdisziplinäre Herausforderung – Therapiestandards und neue Perspektiven” am 01.10.2010 in Berlin, anlässlich der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie (DGHO) (IntraMedic) (tB).

 
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