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Thema „Therapietreue" (Compliance) bei CML

 

Jan Geißler, CML‑Patient und 1. Vorsitzender Leukämie‑Online e.V.

 

Mannheim (4. Oktober 2009) - Eine eigentlich von ihrer Natur her sehr aggressive Krebserkrankung, die Chronische Myeloische Leukämie (CML), ist glücklicherweise durch therapeutische Innovationen für einen Großteil der Patienten zu einer chronischen Erkrankung geworden. Anders als noch vor 8 Jahren erlaubt diese mit meist geringen bis moderaten Nebenwirkungen ein normales und hoffentlich langes ‑ Leben. Als Patienten hoffen wir natürlich auf eine erfolgreiche Fortsetzung der Forschung, um baldmöglichst eine Heilung zu erreichen, die bisher nur durch die komplikationsbehaftete Stammzelltransplantation zu erreichen ist.

 

Auch die lebenslange Einnahme einer Krebsmedikation, insbesondere von oral einzunehmenden Therapien, birgt Herausforderungen im Alltag. Wie Studienergebnisse belegen, ist eine verschreibungsgemäße Einnahme unerlässlich für die Erreichung von stabilen Remissionen sowie die Vermeidung von schlecht behandelbaren Resistenzen. Dass die Therapietreue nicht selbstverständlich ist, zeigen nicht nur Studien wie ADAGIO, sondern auch die täglichen Erfahrungen in der Selbsthilfe. Viele Patienten nehmen Tabletten nicht wie verschrieben ein: aus reiner Vergesslichkeit, aus mangelndem Bewusstsein für die Bedeutung eines konstanten Wirkspiegels für den Therapieerfolg, oder auch zur Vermeidung von Nebenwirkungen, beispielsweise am Wochenende. Gleichzeitig sehen wir, dass das Thema Therapietreue nur von den wenigsten Ärzten überhaupt im Patientengespräch angesprochen wird. Ärzte gehen irrtümlicherweise davon aus, dass ein Patient gerade bei Krebs selbstverständlich seine Medikation wie verschrieben einnimmt.

 

Es gibt viel Potential für Verbesserungen: die Erhöhung des Bewusstseins für Therapietreue bei Ärzten und Patienten durch Schulung und Patienteninformation, die Überwachung der fristgemäßen Rezeptierung, sowie die Unterstützung der Therapietreue durch Maßnahmen wie beispielsweise patientenfreundlichen Tablettenblistern, Pillendosen und Therapiekalendern ‑ oder beispielsweise SMS‑Erinnerungsdiensten, wie wir sie unseren Patienten seit langem anbieten.

 

Mangelnde Therapietreue ist ein bisher vernachlässigtes Problem aller Akteure. Dies hat schwerwiegende Folgen für die Gesundheit von Patienten wie auch für die Folgekosten für die Gesellschaft ‑ ein gemeinsames Bewusstsein und Handeln ist daher dringend erforderlich.

 

 

Weitere Informationen

 

 


 

Quelle: Pressegespräch der Firma Novartis Oncology zum Thema „Medizinisches Quartett: Eine Dialogrunde über die onkologische Versorgungssituation in Deutschland am Beispiel der CML“ am 04.10.2009 in Mannheim (HillandKnowlton) (tB).

 
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