Home Onkologie Lungenkrebs Bei fortgeschrittenem Lungenkrebs: Die Tablette nach der Chemotherapie
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Bei fortgeschrittenem Lungenkrebs: 

Die Tablette nach der Chemotherapie

 

Hamburg (5. Mai 2010) - Ab sofort können Lungenkrebs-Patienten, bei denen die erste Chemotherapie keinen Rückgang des Tumors, sondern lediglich einen Wachstumsstillstand bewirkt hat, früher von der Tablette Erlotinib profitieren. Sie erhalten den Wachstumshemmer direkt im Anschluss an die Chemotherapie. Diese neue Behandlungsstrategie kann helfen, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten und die Überlebenszeit der Betroffenen zu verlängern.

 

„Heute verlieren wir bei Patienten, die nicht gut auf die Chemotherapie ansprechen, keine Zeit mehr durch eine Therapiepause, da sie direkt weiterbehandelt werden können“, sagte Dr. Ulrich Gatzemeier in seinem Vortrag bei der Pressekonferenz der Roche Pharma AG „Lungenkrebs – Was gibt es Neues? Die Tablette nach der Chemotherapie“.

 

Bis vor kurzem sah die Behandlungsstrategie beim fortgeschrittenen Lungenkrebs so aus: Patienten, bei denen die Erkrankung so weit fortgeschritten war, dass nicht mehr operiert werden konnte, bekamen eine Chemotherapie. War diese erfolgreich, verkleinerte sich der Tumor oder bildete sich vollständig zurück. Anschließend wurde eine „Therapiepause“ eingelegt bis die Kontrolluntersuchungen zeigten, dass der Tumor wieder wächst oder sich erneut Metastasen bilden.


„Blieb dagegen der Krankheitszustand des Patienten nach Abschluss der Chemotherapie gleich – das heißt, der Tumor wurde weder kleiner noch größer – wussten wir zwar, dass die Chemotherapie nicht wie gewünscht gewirkt hatte, konnten allerdings dem Patienten aufgrund der erheblichen Nebenwirkungen nicht sofort eine weitere Chemotherapie zumuten“, so Gatzemeier.

 

 

Die Tablette einmal täglich

Für Patienten mit unverändertem Krankheitszustand nach der ersten Chemotherapie gibt es ab sofort eine Alternative: Sie können direkt im Anschluss an die Chemotherapie die Tablette Erlotinib einnehmen. Für die klinische Praxis bedeutet dies, dass Patienten künftig keine Zeit mehr durch eine Therapiepause verlieren, da sie direkt weiterbehandelt werden können.

 

Im Vergleich zur Chemotherapie ist die Therapie mit dem Wachstumshemmer gut verträglich. Dadurch steigt das Allgemeinbefinden und somit auch die Lebensqualität der Patienten entscheidend. Dies bestätigt auch Frau E. aus Lüneburg: „Ich fühle mich im Moment absolut belastbar. Ich treibe Sport und gehe arbeiten.“ Die Sozialpädagogiklehrerin wird seit 1½ Jahren erfolgreich mit Erlotinib in der Zweitlinien-therapie behandelt.

 

Moderne Wirkstoffe wie Erlotinib hemmen zielgerichtet das Krebszellwachstum und haben in den vergangenen Jahren die Therapie des fortgeschrittenen Lungenkrebs revolutioniert. Trotz des medizinischen Fortschrittes ist eines unverändert geblieben: Die meisten Betroffene haben zunächst große Ängste und fragen sich wie ihr Leben weitergeht, wenn sie die Diagnose erfahren. „Ich habe ungefähr ein Jahr gebraucht, um den Schock zu verarbeiten. Dann kam so ein Gefühl von Demut. Das ist ein altes Wort, aber das Wissen, dass das Leben endlich ist, bewirkt, dass man anders damit umgeht. Heute weiß ich, was ich will und was ich nicht will. Und ich kann das Leben anders genießen. Ich erlebe jeden Tag bewusster“, berichtete Frau E.

 

 

Selbsthilfe Lungenkrebs – Den Weg gemeinsam gehen

Dieses Gefühl kennt auch Ruth K. Sie selbst ist im Jahr 2004 an Lungenkrebs erkrankt und engagiert sich seit fünf Jahren in der Selbsthilfe. „In meinen Augen sind Selbsthilfegruppen ein wichtiger Zusammenschluss von Betroffenen, denn nur hier wissen wirklich alle, wovon man spricht. Wir teilen unsere Sorgen und sprechen auch Themen an, die wir vielleicht mit unserem Arzt oder der Familie nicht so offen besprechen können oder wollen. Wir reden allerdings nicht nur über unsere Krankheiten, sondern wir lachen auch gerne.“

 

Selbsthilfegruppen sind ein wichtiger Baustein in der Therapie des fortgeschrittenen Lungenkrebs. Das weiß auch Dr. Gatzemeier. „Selbsthilfegruppen machen an dem Punkt weiter, an dem die Medizin an ihre Grenzen stößt.“

 


 

Quelle: Roche Pharma (medical relations) (tB).

 
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