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DGP‑Kongress in Lübeck

Avastin® überwindet Therapiestillstand beim fortgeschrittenen NSCLC

 

Lübeck (11. April 2008) - Die zielgerichtete First‑Line­-Therapie mit dem Angiogenese‑Hemmer Bevacizumab  (Avastin®)hat die Prognose beim fortgeschrittenen  nicht‑kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC)  entscheidend verbessert, wie die beim Jahreskongress  der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und  Beatmungsmedizin (DGP) präsentierten Ergebnisse der  zulassungsrelevanten Studien E4599 und AVAiL zeigen.  Bestätigt wird der in diesen Phase-III-Studien belegte  klinische Nutzen durch die Interimsanalyse der  internationalen SAiL‑Studie, in der die Sicherheit und Wirksamkeit des VEGF‑Antikörpers in der täglichen Routine analysiert werden.

Bei mehr als 60 % aller Patienten mit neu diagnostiziertem  NSCLC befindet sich die Erkrankung bereits in einem lokal  fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium. Von großer  Bedeutung für die Prognose, aber auch für die Symptomatik  und Lebensqualität der Patienten ist daher die systemische  Therapie. „Bei nachgewiesener Wirksamkeit von  Kombinationschemotherapien ist hier allerdings ein Plateau  erreicht und eine weitere Verbesserung der Ergebnisse durch  alleinige Modifikation der Chemotherapie nicht zu erwarten",  sagte Dr. Martin Reck, Großhansdorf (1). Um so höher ist der therapeutische Stellenwert des Angiogenese‑Hemmers Bevacizumab anzusehen, der zulassungsgemäß mit jeder Platin‑haltigen Standardchemotherapie kombiniert werden kann und somit dem Arzt maximale Therapiefreiheit bietet.

 

Überlebensvorteil in ECOG‑Studie E4599

In der Phase‑III‑Studie E4599 der Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG) wurde Bevacizumab (15 mg/kg KG i.v., alle 3 Wochen, bis zum Progress) zusätzlich zu der in den USA genutzten Standardtherapie Carboplatin/Paclitaxel gegeben. Verglichen mit der alleinigen Chemotherapie führte die Kombination mit dem VEGF‑Antikörper zu einer signifikanten Verlängerung des Gesamtüberlebens um median zwei Monate (12,3 vs. 10,3 Monate; p=0,003). „Damit wurde erstmalig in der systemischen Behandlung des fortgeschrittenen Lungenkarzinoms eine mediane Überlebenszeit von mehr als einem Jahr beobachtet", verdeutlichte Dr. Reck den klinisch relevanten Therapiefortschritt. Neben der Gesamtansprechrate, die signifikant von 15 auf 35 % (p<0,001) stieg, verlängerte Bevacizumab auch das progressionsfreie Überleben (PFS) signifikant von 4,5 auf 6,2 Monate (p<0,001) (2).

 

Verbesserung des PFS auch in AVAiL‑Studie belegt

Bestätigt wurde die signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens durch die Daten der Phase‑III‑Studie AVAiL (AVAstin in Lung) mit mehr als 1.000 Patienten im Stadium IIIB/IV. Verglichen mit alleiniger Chemotherapie, die dem in Europa häufig eingesetzten Standard entsprechend aus 6 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin bestand, führte die Dreier‑Kombination mit Bevacizumab (p,5 mg/kg oder 15 mg/kg KG i.v., alle drei Wochen, bis zum Progress) in beiden Dosierungen zu einer signifikanten Verringerung des Progressionsrisikos (7,5 mg/kg: hazard ratio 0,75, p=0,0026; 15 mg/kg: hazard ratio 0,82, p=0,0301). Der Anteil der Patienten ohne Progression war in den beiden Bevacizumab‑Armen zu allen Zeitpunkten höher als bei alleiniger Chemotherapie (Plazebo‑Arm) (3). Da die protokollarisch erforderliche Anzahl von Ereignissen noch nicht eingetreten ist, lässt sich derzeit das Gesamtüberleben als sekundärer Endpunkt noch nicht ermitteln.

 

ECOG‑E4599 und AVAiL: Günstiges Verträglichkeitsprofil

In beiden Phase‑III‑Studien erwies sich Bevacizumab als insgesamt gut verträglich. Bei einer erwartungsgemäß leichten Zunahme an Hypertonie und Proteinurie war die Inzidenz thromboembolischer Ereignisse und Magen‑Darmperforationen nicht erhöht. Pulmonale Blutungen (³ Grad 3) wurden im Bevacizumab‑Arm der ECOG‑Studie bei 1,9 % und in der AVAiL­Studie bei 1,5 % (7,5 mg/kg) und 0,9 % (15 mg/kg) berichtet (2,3).

 

SAiL‑Studie bestätigt Sicherheit im klinischen Alltag

Die Sicherheit einer Erstlinientherapie mit Bevacizumab in der täglichen Praxis wird seit August 2006 in der internationalen offenen, einarmigen Studie SAiL (Safety of Avastin in Lung) untersucht. In weltweit 400 Zentren sollen bis Mitte 2008 etwa 2.000 Patienten mit lokal fortgeschrittenem, metastasiertem oder rezidiviertem NSCLC ohne Plattenepithel‑Histologie rekrutiert werden, wobei die Studie auch für ältere Patienten und/oder solche mit reduziertem Allgemeinzustand (ECOG­Performance‑Status 2) offen ist. Bevacizumab (7,5 mg/kg oder 15 mg/kg) wird mit Standardchemotherapien für die First‑Line‑Therapie des NSCLC nach Vorgaben der jeweiligen Fachinformationen kombiniert.

Globale Daten Bisher publiziert wurden die Daten von 513 Patienten, darunter 79 % mit metastasiertem NSCLC und 8 % mit schlechtem Allgemeinzustand (ECOG PS 2). Wie in den zulassungsrelevanten Studien zeigte der Angiogenese‑Hemmer auch in der breiten Anwendung bei weniger selektionierten Patienten ein günstiges Verträglichkeitsprofil. Die häufigsten Bevacizumab‑assoziierten Nebenwirkungen vom Grad ³ 3 waren Hypertonie (2,1 %), Neutropenie (1 %) sowie tiefe Venenthrombose, Lungenembolie und Epistaxis (jeweils 0,4 %) (4). Nach Angaben des Vorsitzenden des deutschen SAiL‑Studienkomitees, Prof. Dr. Frank Griesinger vom Pius‑Hospital in Oldenburg „stellt Bevacizumab in Kombination mit einer Standard‑Chemotherapie eine neue Option zur Verbesserung der Ansprechrate, sowie zur Verlängerung des progressionsfreien Intervalls und des Gesamtüberlebens bei vertretbarer und behandelbarer Toxizität dar."

 

Daten aus Deutschland

Die Auswertung der in 42 deutschen Zentren eingeschlossenen 188 Patienten (Stand: 9/2007) bestätigte ebenfalls das günstige Sicherheitsprofil des Angiogenese‑Hemmers in der Erstlinientherapie. Bei 38/157 Patienten traten insgesamt 48 schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auf, ein Zusammenhang mit der Gabe von Bevacizumab wurde aber nur in sieben Fällen gesehen. Dabei zeigte sich ein ähnliches Nebenwirkungsmuster wie in den zulassungsrelevanten Phase‑III‑Studien (5).

 

Die in der SAiL‑Studie als sekundärer Endpunkt ausgewertete Wirksamkeit von Bevacizumab kann derzeit zwar noch nicht abschließend beurteilt werden; die bei bisher 75 Patienten gesehene Gesamtansprechrate von 45 % bei weiteren 40 % Krankheitsstabilisierungen deutet aber darauf hin, dass in der breiten Anwendung auch die Wirksamkeit von Bevacizumab vergleichbar gut ist wie in den zulassungsrelevanten Phase‑III‑Studien (5).

 

Quellen

(1) Pressegespräch anlässlich des 49. Kongresses der DGP „Überwindung des Therapiestillstandes bei Lungenkrebs mit Avastin®: Praxiserfahrungen. Lübeck, 11. April 2008.

(2) Sandler A, et al. N Eng[ J Med 2006;355:2542‑2550

(3) Reck M, et al. 2007, J Thoracic Oncol 2 (Suppl): C1‑06

(4) Crinò et al., 2007, J Thoracic Oncol 2 (Suppl):P3‑078

(5) Ko YD, et al. 2007, DGHO: P769

 


Quelle: Pressegespräch der Firma Roche Pharma anlässlich des 49. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und  Beatmungsmedizin (DGP) zum Thema  „Überwindung des Therapiestillstandes bei Lungenkrebs mit Avastin®: Praxiserfahrungen. Lübeck, 11. April 2008 (medical relations).
 
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