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Prostatakarzinom

Risikoadaptierte Vorsorge und individuelle medikamentöse Behandlung sind wesentlich

 

Magdeburg (21. August 2013) - Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung und dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern in Deutschland, betonte Dr. Wolfgang Lessel, Magdeburg, im Rahmen eines Pressegesprächs.1 Aus diesem Grund sind die risikoadaptierte Vorsorge und individuelle medikamentöse Behandlung von Patienten mit hormonsensiblem fortgeschrittenen Prostatakarzinom (PCa) wichtige Aspekte und daher Hauptbestandteile des modernen Versorgungskonzeptes.

 

„Heute beträgt die relative 5‐Jahres‐Überlebensrate von Patienten mit PCa 92 %“1, so der niedergelassene Facharzt für Urologie mit Zusatzbezeichnung Andrologie und medikamentöse Tumortherapie mit eigener Praxis in Magdeburg. Seiner Einschätzung nach liegt die Ursache für diese deutliche Verbesserung der Überlebensrate in einer Vorverlagerung des Diagnosezeitpunkts durch die Einführung der Testung des organspezifischen Markers PSA (Prostataspezifisches Antigen) und die damit verbundene Zunahme der Anzahl an Krebsfrüherkennungen. Auch wenn Daten zu Nutzen und Risiken beim Prostatakarzinomscreening zeigen, dass Überdiagnosen häufiger sind als verhinderte Krebstodesfälle2, ist die Früherkennung wichtig. „Wie sollen Karzinome im Frühstadium ohne Krebsvorsorgeuntersuchungen diagnostiziert werden?“, so Lessel. Dem Referenten zufolge könnten sicherlich durch die Kombination aus Palpation, Sonographie und PSA-Wert mindestens 80 % der Prostatatumoren im Frühstadium erkannt werden.

 

 

Digitale rektale Untersuchung und PSA-gestützte Früherkennung entscheidend

 

Von den Krankenkassen wird ab dem 45. Lebensjahr einmal pro Jahr eine digitale rektale Untersuchung (DRU) erstattet. Diese besitzt laut Lessel jedoch nur eingeschränkte Aussagekraft und reiche allein zur Krebsvorsorge nicht aus. Die PSA-gestützte Früherkennung hingegen könne helfen, die tumorspezifische Mortalität zu senken.3 PSA-Werte von Männern zwischen 40 und 50 Jahren können Hinweise auf das Risiko geben, im späteren Leben an einem lebensbedrohlichen Prostatakarzinom zu erkranken: Bei Werten unter 1 ng/ml bestehe ein geringes Langzeitrisiko, während Konzentrationen von über 2 ng/ml in engmaschigeren Intervallen (1 Jahr oder kürzer) kontrolliert werden sollten, betonte Lessel. Obwohl es keinen universellen „cut‐off‐Wert“ gibt, wurde in den meisten europäischen Studien ein PSA-Wert von 4 ng/ml als Grenzwert definiert. In den USA allerdings gelten altersadaptierte, teilweise niedrigere PSA‐Werte, erklärte Lessel. Jüngsten US-amerikanischen Empfehlungen zufolge wird ein PSA-Screening für Männer unter 40 Jahren nicht empfohlen, genauso wenig ein Routine-Screening bei Männern zwischen dem 45. und 54. Lebensjahr ohne besonderes Risiko.4 Hierzulande rät die S3-Leitlinie Männern mit dem individuellen Wunsch nach einer Früherkennungsuntersuchung ab dem 40. Lebensjahr und einer Lebenserwartung von über 10 Jahren nach Aufklärung über Nutzen und Risiko zur Krebsvorsorge in Form einer PSA-Bestimmung und einer digital rektalen Untersuchung.5 Lessel selbst plädiert - ebenfalls nach gründlicher Aufklärung - für eine individuelle und risikoadaptierte Vorsorgeuntersuchung.

 

 

Dynamik und Verlauf des PSA-Werts maßgebend für Therapieergebnis

 

Ein erhöhter PSA-Wert per se liefert keine Diagnose, sondern stellt die Indikation zur weiteren Abklärung (Biopsie). Er kann die Folge einer gutartigen Prostatavergrößerung, Entzündung oder eines Karzinoms sein. Aber auch Irritationen, z.B. durch intensives Fahrradfahren oder sexuelle Aktivität, können den Wert erhöhen. Daher ist in der Praxis nicht ein einmalig gemessener PSA-Wert, sondern vielmehr der Verlauf maßgebend, so Lessel. Der posttherapeutische PSA-Verlauf könne zur Kontrolle des Therapieergebnisses herangezogen werden und ein Tumorrezidiv bzw. eine -progression anzeigen.

 

Die weiteren Themen des Pressegesprächs reichten von „watchful waiting“ und „active surveillance“ (AS) bis zu innovativen Behandlungsoptionen. So ist beispielsweise unter Berücksichtigung der Lebensqualität nicht bei allen Patienten eine aggressive Tumortherapie angezeigt. Bei Patienten mit „low-risk“ Tumor und geringer Progressionswahrscheinlichkeit sei unter Umständen eine aktive Überwachung für eine spätere Therapieeinleitung zum richtigen Zeitpunkt mit engmaschigen PSA-Bestimmungen, digital rektalen Untersuchungen, transrektalem Ultraschall (TRUS) und Biopsien sinnvoll, erklärte Lessel.



Antihormonelle Therapie gemäß Leitlinien

 

Weiterer Diskussionspunkt waren Indikationen und Aufklärung über die antihormonelle Therapie, u. a. mit Antiandrogenen, GnRH-Analoga, GnRH-Antagonisten sowie Kombinationstherapien. Ein Androgenentzug wird eingesetzt bei Männern mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Prostatakarzinom, bei Patientenpräferenz, wenn eine Prostatektomie bzw. Bestrahlung abgelehnt wird, sowie bei Betroffenen, die sich wegen ihres schlechten Allgemeinzustandes keiner Operation oder Bestrahlung unterziehen sollten.5

 

 

Eine Spritze alle 3 Monate – GnRH-Analoga haben festen Platz in der Standardtherapie

 

Lessel unterstrich, dass GnRH-Analoga als Standardtherapie einen festen Stellenwert bei der Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom haben. Sie werden als Substanzklasse in den nationalen und internationalen Leitlinien5,6 empfohlen. Der Referent stellte Leuprone® HEXAL® als das Leuprorelin-Depot der dritten Generation vor. Die Wirksubstanz Leuprorelin selbst wird seit über 15 Jahren weltweit zur Hormondeprivationstherapie des hormonsensiblen fortgeschrittenen Prostatakarzinoms eingesetzt. Ihre Wirkung auf die Tumorprogression ist vergleichbar mit der einer Orchidektomie. Die moderne Implantattechnologie von Leuprone® HEXAL® vereint drei relevante Anforderungen - wirksam, einfach, wirtschaftlich - an eine moderne Therapie. Lessel zeigte Daten einer Vergleichsstudie7, aus der hervorging, dass die Testosteronwerte bei 97 % der Patienten, die mit dem 3-Monatsdepot Leuprone® HEXAL® behandelt worden waren (verglichen mit nur 81 % unter der Vergleichsmedikation), unter das Kastrationsniveau von 0,5 ng/ml fielen. Bei den meisten Patienten kam es zur anhaltenden Testosteronsuppression bis zu vier Monaten. Wie Lessel erläuterte, blieb die Wirksamkeit auch bei Re-Applikation 16 Wochen nach der Erstapplikation erhalten. Aufgetretene Nebenwirkungen wurden als leicht oder moderat eingestuft: Am häufigsten wurden Hitzewallungen und eine verminderte Libido beobachtet.7 Der Urologe attestierte der Substanz gute Wirksamkeit, Verträglichkeit sowie Sicherheit.

 

 

Referenzen

 

 


 

Quelle: Pressegespräch mit Dr. med. Wolfgang Lessel „Update Prostatakarzinom 2013 aus der Sicht des ambulanten niedergelassenen Uro-Onkologen" am 21. August 2013 in Magdeburg, unterstützt von Hexal AG. MED-IN-MIND . (hB) Heike Backe

 
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