Home Osteoporose Dr. med. Ortrun Gröschel: Optimiertes medikamentöses Therapiemanagement der Osteoporose — Compliance und komplette Therapie
18 | 10 | 2017
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Optimiertes medikamentöses Therapiemanagement der Osteoporose

Compliance und komplette Therapie

 

Von Dr. med. Ortrun Gröschel, Fachärztin für Orthopädie

 

Falkenstein (23. Januar 2009) - Zu den gefürchteten Komplikationen einer manifesten Osteoporose gehören Schenkelhals- und Hüftfrakturen, die häufig den Verlust der Selbstständigkeit bedeuten und in eine Pflegebedürftigkeit münden. Laut Prognose wird sich die Zahl der osteoporotisch bedingten Schenkelhalsfrakturen in Deutschland bis zum Jahr 2050 verdoppeln, wobei derzeit von mindestens 150.000 derartiger Frakturen pro Jahr (Stand: 2002) auszugehen ist. Eine solche Fraktur schränkt nicht nur die Lebensqualität beträchtlich ein, sondern verkürzt die verbleibende Lebenszeit im Mittel um mehr als zehn Jahre, wie die Auswertung von Patientendaten mit einer Hüftfraktur im Lebensalter von >50 Jahren gezeigt hat.1 Dies verdeutlicht die Notwendigkeit einer Therapie, die das Frakturrisiko schnell und nachhaltig senkt. Der Erfolg der Therapie hängt dabei wesentlich von der Patientencompliance ab, da eine zuverlässige Medikamenteneinnahme (Compliance > 80 Prozent) das Frakturrisiko signifikant senkt.2 Auch die DVO-Leitlinien3 sehen in der Langzeit-Compliance einen der wichtigsten Aspekte der Osteoporose-Therapie.

 

Zum Stellenwert von Compliance-Programmen

Mit Compliance-Programmen, die speziell auf die Bedürfnisse von Osteoporose-Patientinnen zugeschnitten sind, können sowohl Therapietreue (Compliance) als auch Therapiedauer (Persistenz) gesteigert werden. Solche Programme informieren über die Behandlung der Osteoporose, geben Hinweise zu knochengesunder Ernährung und stellen empfehlenswerte Übungen bzw. Sportarten zur Kräftigung der Muskulatur vor. So konnte durch ein postalisches Patienten-Informationsprogramm die Persistenz einer Bisphosphonat-Therapie mit Risedronat signifikant (p < 0,03) im Vergleich zu einer Kontrollgruppe gesteigert werden.4

 

Compliance betrifft auch Calcium/Vitamin D-Supplementation

Die Effektivität einer antiresorptiven Therapie ist am höchsten, wenn auch die Basistherapeutika (Calcium und Vitamin D) regelmäßig und in ausreichender Dosierung eingenommen werden.5 Allerdings werden diese Präparate in Deutschland noch zu selten verordnet und auch die Persistenz von Calcium/Vitamin D-Produkten ist mangelhaft. Ferner kommt es häufig zu Einnahmefehlern. Diese Probleme können durch Verwendung einer Kombinationspackung vermieden werden. So enthält die Wochenpackung Actonel® plus Calcium D neben einer Filmtablette mit 35 mg Risedronat zusätzlich sechs Beutel mit einem Brausegranulat, bestehend aus 1000 mg Calcium sowie 880 I.E. Vitamin D3. In einer Studie wurde gezeigt, dass die Mehrzahl der Frauen die Kombinationspackung gegenüber getrennten Packungen bevorzugt.6 Auch half ihnen die Wochenpackung dabei, die Einnahme von Calcium und Vitamin D nicht zu vergessen.

 

Die Tagestherapiekosten der Komplettpackung liegen in der Größenordung eines kostengünstigen Alendronat-Generikums, das mit Calcium/Vitamin D-Brausetabletten ergänzt wird. Zu beachten ist, dass das Kombinationspräparat nicht zu den auf Me-too Listen genannten Analogpräparaten gehört und auch nicht von Leitsubstanzquoten betroffen ist. Daher kann Actonel plus Calcium D unter Beachtung des Richtlinienvolumens verordnet werden.

 

Literatur 

  1. Kanis JA et al. International variations in hip fracture probabilities: implications for risk assessment. J Bone Miner Res 2002;17(7):1237-44.
  2. Caro JJ et al. The impact of complinace with osteoporosis therapy on fracture rates in actual practice. Osteoporosis Int 2004;15(2):1003-1008
  3. Evidenz-basierte Konsensus-Leitlinie zur Osteoporose – Prophylaxe, Diagnostik und Therapie bei Frauen ab der Menopause, bei Männern nach dem 60. Lebensjahr, Herausgegeben vom Dachverband Deutschsprachiger Wissenschaftlicher Gesellschaften für Osteologie (DVO) e. V. im Jahr 2006, http://www.lutherhaus.de/osteo/leitlinien-dvo/index.php
  4. Hadji P et al. Verbesserung der Persistenz der Therapie mit Risedronat durch ein postalisches Patienten-Informationsprogramm. Osteologie 2006;15 (Suppl 1):64(P 3.10)
  5. Adami S et al. Fracture Incidence and Characterization in Patients on Osteoporosis Treatment: The ICARO Study. J Bone Miner Res. 2006;21:1565-1570
  6. Fardellone, P et al. A convenient new approach to simplify osteoporosis treatment regimen for risedronate plus calcium and vitamin D. Calcified Tissue International, 2007; 80 (supp 1):125(P333-S)

 

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Folien zum Vortrag  Dr. med. Ortrun Groeschel.pdf Dr. med. Ortrun Groeschel.pdf (241.27 KB)

 

 

Referentin

Dr. med. Ortrun Gröschel
Fachärztin für Orthopädie
Sprecherin Regionaler Expertenkreis Osteoporose (REKO) Nordbayern

Alexandrinenstraße 13
96450 Coburg

eMail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 


 

Quelle: Pressekonferenz der Firma Procter & Gamble Pharmaceuticals zum Thema „Actonel® (plus Calcium D) – Nicht alle Bisphosphonate sind gleich“ am 23.01.2009 in Falkenstein (3K-Agentur für Kommunikation).

 
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