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Denosumab bei postmenopausalen Frauen mit Osteoporose

Signifikante Reduktion des Frakturrisikos auch in Hochrisiko-Kollektiven

 

  • Belegte Wirksamkeit und Verträglichkeit in der Langzeitanwendung auch im höheren Lebensalter Vorteile für Patientinnen mit geringer Therapietreue, Vorteile bei Patientinnen mit Nierenfunktionsstörungen

 

Berlin (25. Oktober 2012)* – Untersuchungen zeigen, dass für postmenopausale Frauen mit Osteoporose, die prävalenten Wirbelkörperfrakturen, eine sehr niedrige Knochendichte oder ein Alter über 75 Jahre haben, das Risiko für neue Knochenbrüche besonders hoch ist.1 Allerdings wurden Wirksamkeit und Verträglichkeit spezifischer Osteoporose-Medikamente bei älteren Patientinnen bislang nicht immer geprüft. Mit einer Subanalyse1 der FREEDOM-Studie zu Denosumab (Prolia®) kann diese Lücke nun ein Stück weit geschlossen werden.

„In der Auswertung wurde untersucht, inwieweit Denosumab das Risiko neuer Hüft- und Wirbelkörperfrakturen in zwei Hochrisikokollektiven senkte“, sagte Professor Dr. Matthias Schieker, München. In das Kollektiv mit hohem Risiko für Hüftfrakturen wurden Patientinnen eingeschlossen, wenn sie älter als 75 Jahre waren und/oder einen T-Score der Knochendichte ≤ -2,5 am Schenkelhals aufwiesen. Das Kollektiv mit hohem Risiko für Wirbelkörperfrakturen setzte sich aus Patientinnen zusammen, die mindestens zwei prävalente Wirbelkörperfrakturen beliebigen Schweregrades und/oder mindestens eine moderate bis schwere Wirbelkörperfraktur aufwiesen und/oder einen T-Score ≤ -2,5 am Schenkelhals hatten.

 

„Zum Ende der dreijährigen FREEDOM-Studie war das Frakturrisiko bei allen Patientinnen in den Hochrisiko-Kollektiven unter Denosumab signifikant niedriger als unter Placebo“, berichtete Schieker. Im Kollektiv mit hohem Risiko für Hüftfrakturen betrugen die Inzidenzraten 0,9 vs. 2,3 % (Patientinnen > 75 Jahre, relative Risikoreduktion 62 %, p = 0,007), 1,4 vs. 2,8 % (Patientinnen mit T-Score ≤ -2,5 am Schenkelhals, relative Risikoreduktion 47 %, p = 0,02), bzw. 1,7 vs. 4,1 % (Patientinnen mit beiden Risikofaktoren; relative Risikoreduktion 60 %, p = 0,02) für Denosumab vs. Placebo. „Denosumab scheint damit bei diesen Patientinnen wirksamer zu sein als Zoledronat“, kommentierte Schieker. In einer vergleichbaren Subanalyse unterschied sich das Risiko für neue Hüftfrakturen unter diesem Bisphosphonat nicht signifikant von Placebo.2

 

Die Frakturinzidenzraten unter Denosumab verglichen mit Placebo im Kollektiv mit hohem Risiko für Wirbelkörperfrakturen waren 7,5 vs. 16,6 % (Patientinnen mit prävalenten vertebralen Frakturen; p < 0,001), 3,1 vs. 9,9 % (Patientinnen mit T ≤ -2,5 am Schenkelhals, p < 0,001), bzw. 8,1 vs. 20,1 % (Patientinnen mit beiden Risikofaktoren; p = 0,001). „Für Betroffene ist zudem wichtig, dass der RANK-Ligand-Inhibitor schnell wirkt“, sagte Schieker. „Signifikante Unterschiede zur Placebo-Behandlung stellten sich bei der Wirbelkörper- und bei der Hüftfrakturreduktion zum Teil bereits nach zwölfmonatiger Behandlung ein. Und schließlich wurde Denosumab auch gut vertragen. Die Inzidenzrate aller Nebenwirkungen – auch der schweren und fatalen – war zwischen jüngeren und älteren Patienten vergleichbar.

 

„Während die FREEDOM-Studie3 zeigt, dass Denosumab im Gesamtkollektiv der postmenopausalen Frauen mit Osteoporose gut wirkt und verträglich ist, belegt diese Subanalyse, dass dies auch für Subgruppen mit besonders hohem Risiko gilt“, erläuterte Schieker.

 

 

Breiter Einsatz bei postmenopausaler Osteoporose

 

„Wenn postmenopausale Frauen mit Osteoporose diagnostiziert werden, befinden sie sich oft schon in einem fortgeschrittenen Stadium. Sie benötigen dann eine rasche Reduktion des Frakturrisikos, wie sie unter anderem für Denosumab nun nachgewiesen wurde“, erläuterte Dr. Hermann Schwarz, Freudenstadt. „Zudem dominieren bei älteren Patientinnen Brüche an der Hüfte4,5, sodass die Wirksamkeit von Denosumab gerade an dieser Skelettlokalisation hochrelevant ist.“ Abgesehen davon hat der RANK-Ligand-Inhibitor weitere wichtige Eigenschaften, die für den Einsatz des Medikaments sprechen.

 

So gebe es für Denosumab im Gegensatz zu Bisphosphonaten und anderen Osteoporose-Medikamenten keine Anwendungsbeschränkungen bei Nierenfunktionsstörungen. 6 Darüber hinaus habe Denosumab Vorteile bei der Adhärenz. „In einer Studie war die Therapietreue nach einem Jahr unter Denosumab mit 75 % deutlich höher als unter oralen Bisphosphonaten“, betonte Schwarz.7 Eine Überlegenheit gegenüber Bisphosphonaten ließ sich auch im Hinblick auf die Entwicklung der Knochendichte und des Knochenstoffwechsels mehrfach belegen, zuletzt in zwei Studien mit Ibandronat und Risedronat als aktive Vergleichssubstanzen. 8,9,10 Und schließlich liegen zu Denosumab mittlerweile Daten über eine Behandlungsdauer von bis zu acht Jahren vor. „Sie belegen die anhaltende Wirksamkeit im Hinblick auf die Knochendichtezunahme an Hüfte und Lendenwirbelsäule und die langfristig gute Verträglichkeit“, schloss Schwarz.11

 

Gerade die Ergebnisse zur Therapietreue unter Denosumab nähren Hoffnungen, dass sich mit neuen Medikamenten auch die Behandlungsergebnisse von Osteoporose-Patienten im Praxis-Alltag verbessern. „Denn für die ungenügende Therapietreue gegenüber oralen Bisphosphonaten werden unter anderem die Einnahmemodalitäten und die Einnahmefrequenz verantwortlich gemacht“, so Professor Dr. Christian Heiß, Gießen.12 Die halbjährlich subkutane Gabe von Denosumab sei für viele Patientinnen eine Erleichterung.

 

Generell wäre zu hoffen, dass in Zukunft eine bessere Verordnungsprävalenz für spezifische Osteoporose-Medikamente in Deutschland erreicht wird. „Hierzulande erhalten nur 25 % der Patienten, die diese Medikamente benötigen, auch entsprechende Rezepte“, kritisierte Heiß. Verbesserungen könnte auch eine intensivere Zusammenarbeit der frakturversorgenden und der weiterbehandelnden Ärzte bringen. „Beispielsweise könnte bei einer stationären Behandlung die medikamentöse Therapie bereits in der Klinik initiiert und dann vom Hausarzt fortgeführt werden“, schlug Heiß vor.

 

 

Über Prolia®

 

Prolia® (Denosumab) hat einen einzigartigen Wirkmechanismus. Es ist das erste und bislang einzige zugelassene Medikament, das spezifisch RANK-Ligand hemmt. Dieser Botenstoff ist essenziell für die Regulation der Osteoklasten (Zellen, die für den Knochenabbau verantwortlich sind).

 

 

Über die Vermarktung von Prolia®

 

Prolia® wird je nach Indikation und Land von unterschiedlichen Unternehmen vermarktet:

 

Amgen und GlaxoSmithKline

 

Gemeinsame Vermarktung in der Indikation postmenopausale Osteoporose in Europa, Australien, Neuseeland und Mexiko.

 

Amgen

 

Postmenopausale Osteoporose und onkologische Indikationen in den USA und Kanada, onkologische Indikationen in Europa und einigen anderen Märkten.

 

GlaxoSmithKline

 

Alle Indikationen in Ländern, in denen Amgen keine Marktpräsenz hat, zum Beispiel in China, Brasilien, Indien und Südkorea (nicht Japan). Diese Art der Zusammenarbeit eröffnet Amgen die Option, sich in Europa und anderen, aufstrebenden Märkten zu etablieren.

 

Amgen und Daiichi-Sankyo Company Ltd.

 

Zusammenarbeit und Lizenzabkommen für die Entwicklung und Vermarktung in Japan.

 

 

Anmerkung

 

  • * OsteoTalk – Gesprächsrunde mit Experten und Fachjournalisten zum Thema: „Frakturen im Alter –Prävention und therapeutische Herausforderung“. Eine Veranstaltung von Amgen in Kooperation mit GlaxoSmithKline.

 

 

Quellen 

  1. Boonen S et al. J Clin Endocrinol Metab 2011, 96(6): 1727-1736
  2. Boonen S et al. J Am Geriatr Soc 2010; 58: 292-299
  3. Cummings SR et al. N Engl J Med 2009; 361: 756-65
  4. Häussler B et al. Dtsch Ärztebl 2006; 103 (39): A 2542-2548
  5. Sambrook P et al. Lancet 2006; 367: 2010-2018
  6. Fachinformation Prolia® 60 mg; April 2012
  7. Hadji P et al. Osteologie 1/2012; A46: Abstract P 55
  8. Brown JP et al. J Bone Miner Res 2009; 24: 153-161
  9. Recknor C et al. ASBMR 2012 Abstract 1-69RO8
  10. Roux C et al. ASBMR 2012 Late-breaking Abstract 1-6SSN1
  11. McClung MR et al. Osteoporos Int 2012, DOI 10.1007/s00198-012-2052-4
  12. Hadji P et al. Osteoporos Int 2012; 23: 223-231

 


 

Quelle: Amgen, 25.10.2012 (tB).