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Osteoporose-Studie belegt:

Monatliche Tabletteneinnahme kommt Patientenwünschen entgegen

 

Hamburg (14. Juni 2006) - Beim Weltkongress für Osteoporose in Toronto waren sich Experten einig: Bei der Wahl der Therapie sollten Ärzte neben medizinischen Aspekten, die Wünsche und Bedürfnisse von Patienten stärker berücksichtigen. Wie eine aktuelle Studie zeigt, favorisiert die Mehrzahl der befragten Patientinnen ein monatliches Einnahmeintervall.

„Wir haben gute Medikamente, aber die Therapie ist nicht optimal", klagte Prof. Dr. Jean Yves Reginster, Universität von Lüttich, Belgien, Generalsekretär der Internationalen Osteoporose Foundation (IOF) in Toronto. „Wir brauchen wirksame und gut verträgliche Medikamente, die den Präferenzen der Patienten gerecht werden!" so seine Forderung.

 

71 Prozent der Frauen bevorzugen die monatliche Einnahme

Seit 2005 ist mit Bonviva® (150 mg Ibandronat) eine Monatstablette zur Behandlung der vertebralen Frakturen bei postmenopausaler Osteoporose auf dem Markt. In zwei Studien, BALTO I und BALTO II, haben Frauen in Europa und den USA randomisiert eine Wochentablette Alendronat oder die Monatstablette Ibandronat erhalten. Nach drei Monaten wechselten sie für die folgenden drei Monate auf das jeweils andere Regime. Am Ende der Studie befragt, erklärten 76,6 Prozent der Patientinnen, die monatliche Einnahme als angenehmer empfunden zu haben, während nur 23,4 Prozent dies bei der wöchentlichen Einnahme angaben. 70,6 Prozent der Patientinnen, die eine Präferenz angaben, bevorzugten explizit die Monatstablette. Als Gründe wurden genannt:

 

  • Therapie ist einfacher zu befolgen,
  • die Dosierung passt besser zu meinem Lebensstil,
  • es ist bequemer und
  • die Nebenwirkungen sind besser erträglich.

 

Wichtig: Wissen, dass die Behandlung hilft

Eine weitere Studie stützt die Vermutung, dass Patientinnen tendenziell einen selteneren Einnahmemodus präferieren. Wie Dr. Peyman Hadji, Gynäkologe an der Universität Marburg, anhand einer retrospektiven Datenanalyse deutlich machte, nahmen von 2.124 Frauen, die eine Bisphosphonat­Behandlung begonnen hatten, nach einem Jahr nur noch rund 50 Prozent die Tabletten wie verordnet ein.

Selbst wenn die Tablette nur einmal wöchentlich genommen werden musste, betrug die Adhärenz nach diesen Daten nur etwa 60 Prozent. Wie Hadji weiter ausführte, ist das wichtigste Argument für die Patientinnen, einer Therapie langfristig treu zu bleiben „zu wissen, dass mir die Behandlung hilft."

 

Monats‑ gegen Wochentherapie ‑ die Vergleichsstudie läuft

MOTION ist eine Head-to-head‑Studie, die die Bonviva®-Monatstablette mit einmal wöchentlichem Alendronat vergleicht. Eine frühere Studie belegte, dass Alendronat hinsichtlich der Knochendichte­zunahme Risedronat überlegen ist. Nun soll MOTION zeigen, dass die monatliche Ibandronat-Gabe mindestens ebenso effektiv die Knochendichte erhöht, wie wöchentlich Alendronat.

 

Vergleicht man unterschiedliche Studien in denen einmal monatlich lbandronat oder einmal wöchentlich Alendronat bzw. Risedronat gegeben wurde, zeigt sich, dass die Responderraten gemessen an der Knochendichte für die Monatstablette mindestens ebenso hoch, zum Teil sogar höher sind, als diejenigen der Wochentherapie, berichtete Dr. Mike Stone, britischer Osteoporoseexperte aus Cardiff.

 

In der BONE‑Studie hatte die tögliche Einnahme von 2,5 mg Ibandronat die Rate von Wirbelkörperfrakturen um 62 Prozent verringert ‑ mit einer konstanten Schutzwirkung über die gesamten drei Jahre der Studie. In einer Subgruppe von Patientinnen mit besonders hohem Frakturrisiko (T‑Score unter 3 am Schenkelhals) zeigte sich auch eine signifikante Reduktion non‑vertebraler Frakturen um 69 Prozent.

 

BALTO = iBandronate versus ALendronate Trial in Osteoporosis
BONE = orale iBandronate Osteoporosis vertebral fracture trial in North America and Europe
MOTION = Monthly Oral Therapy with lbandronate for Osteoporosis iNtervention

 

Quelle: 33rd European Symposium an Calcified Tissues, 10. bis 14. Mai 2006, Satellitensymposium "Optimising Efficacy in Clinical Practice: The Role of Less‑Frequently Dosed Bisphosphonates" am 10. Mai 2006, Veranstalter: GIaxoSmithKline und Roche Pharma AG


Quelle: Pressekonferenz der Firmen Roche Pharma und GlaxoSmithKline zum Thema "Postmenopausale Osteoporose: Eine weltweite Herausforderung" am 04.09.2006 in Hamburg (medical relations).