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31 | 10 | 2014
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Gießener Praxisseminar-Pflege 2009: „PAH im Dialog“

Wie Pflegekräfte Lungenhochdruckpatien­ten bei der Alltags­bewältigung unterstützen können

 

Gießen (7. November 2009) - Giessener Initiative wird fortgesetzt: Nachdem Ende 2008 im Klinikum Gießen das „Praxisseminar – Pflege – PAH im Dialog für Pflegepersonal“ von der Ambulanz für pulmonale Hypertonie durchgeführt wurde, setzte Actelion in Zusammenarbeit mit der Giessener Gruppe diese erfolgreiche Initiative fort. Das diesjährige Praxisseminar Pflege „PAH im Dialog“ bot vom 6. – 7. November 2009 unter der Leitung von Prof. Dr. med. Ardeschir Ghofrani und Dr. med. Frank Reichenberger umfangreiche Fortbildungs­veranstaltungen für Pflege­personal zum Thema Lungen­hochdruck (pulmonale Hypertonie, PH) an. Im Fokus der Veranstaltung, die von Actelion Pharma­ceuticals Deutschland unterstützt wurde, standen die Betreuungsschwerpunkte und Arbeitsabläufe im PH-Zentrum Gießen sowie der Um­gang mit PH-Patienten und die Alltagsbewältigung bei der schwerwiegenden chronischen Erkrankung Lungen­hochdruck. Wissenschaftliche Grundlagen zur Symptomatik, Diagnostik und Therapie bei Lungen­hochdruck, speziell auch bei pulmonal arterieller Hypertonie (PAH), einer Sonderform der PH, wurden erörtert. Es gab nützliche Pra­xistipps zum Umgang mit den Betroffenen und die Teilnehmer konnten in einem Praxisparcours die wichtigsten diagnostischen Methoden und Einrichtungen  im Universitätsklinikum Gießen selbst kennen lernen.

 

Die ei­gens auf PH spezialisierten Krankenschwestern, die in der Gießener PH-Ambulanz Lungen­hochdruckpatienten be­treuen, berichte­ten über die Geschichte des PAH-Zentrums Gießen und ihre alltäglichen Er­fahrungen im Umgang mit pulmonaler Hypertonie. „Der PH-Patient trifft kaum auf Mitbetroffene und zum Teil auf sehr geringe Kenntnis und Erfahrung über seine Erkrankung und Bedürfnisse bei Pflegepersonal und Ärzten. Der Umgang mit Lun­genhochdruck erfordert geschultes Pflegepersonal mit Spezialwissen über das Krankheitsbild“, erklärte die PH-Schwester  Barbara Zenke stellvertretend für Ihre Kolleginnen.

 

Bei der Betreuung von PH-Patienten können Pfle­gekräfte als Schnittstelle zwischen Arzt und Patient wertvolle Hilfe zur all­täglichen Krankheitsbewältigung leisten: „Die Pflegekraft ist der Ansprechpartner bei Fragen und Problemen, die im Alltag auftreten können. Sie muss bei medizinischen Problemen die Dring­lichkeit erkennen können, benachrichtigt gegebe­nenfalls sofort den Arzt und führt Notfallmaßnahmen durch“, unterstrich die PH-Schwester Christina Traber-Ferdinand.

 

Geschultes Pflegepersonal mit Spezialwissen über das Krank­heitsbild sei erforderlich, um Patienten während der komplexen Diagnostik und Therapie kompetent begleiten zu können. Welche Aufgaben dabei genau auf die Pflegekräfte zukommen, wurde beim Gießener Praxisseminar umfassend dargestellt. „In unserer Abteilung wird die Termin­planung, die diagnostischen Maßnahmen und die Einweisung und Kontrolle der Inhalations- und intravenösen Therapie sowie die Labor­wertüberwachung bei der Behandlung mit Endothelin-Rezeptor-Antagonisten durch ein eigens geschultes PH-Team koordiniert“,  er­klärte Reichen­berger.


 

„PH-Schwestern“ - umfassende Betreuung über die Pflege hinaus


Der ge­samte Alltag der PH-Patienten muss neu organisiert werden, auch über therapeutische Belange hinaus. Hierbei können Pflegekräfte wertvolle Un­terstützung leisten. Ebenfalls sehr wichtig für Patienten seien die Kontaktvermittlung zum PH-Selbsthilfeverein und die Weitergabe von Information darüber, welche Stellen der Patient in Anspruch nehmen könne, betonte die PH-Schwester Sonja Weissner. So können Pflegekräfte den Patienten bei der Organisation einer Haus­haltshilfe oder beim Antrag auf einen Schwerbehinderten­ausweis helfen. Ein ganz wichtiger Punkt sei, dass die „PH-Schwester“ vor allem bei komplizierten Untersuchungen wie Herzkatheter-und Lungenfunktionstests assistiere und eine Konstanz für den Patienten bei wechselndem ärz­tlichem Personal bilde, unterstrich Zeynep Erdogan, Pflegekraft in der Gießener PH-Ambulanz.

 

Umfassende Informationen über Lun­genhochdruck können im Internet unter www.Lungenhochdruck-info­center.de abgerufen werden.

 

 

Bilder vom Praxisseminar

 

 

PAH-Zentrum Gießen 

 

PAH-Zentrum Gießen

PAH-Zentrum Gießen

 

PAH-Zentrum Gießen

 

PAH-Zentrum Gießen

 

PAH-Zentrum Gießen



Über PAH

Die pulmonale arterielle Hypertonie ist eine krankhafte Druckerhöhung in den Lungen­gefäßen. Man spricht von einer pulmonalen arteriellen Hypertonie (PAH), wenn der Mitteldruck in der Pulmonalarterie > 25 mmHg in Ruhe (phy­siolo­gisch 15 mmHg) oder > 30 mmHg bei Belastung ist.

Typischerweise kommt es bei PAH zu einer Verengung der Lungenarterien (zunächst funktionell, später auch strukturell), was zur Widerstands­erhö­hung im Pulmonalkreislauf führt. Den erhöhten Widerstand muss die rechte Herzhälfte durch Mehrarbeit überwinden, um die gleiche Menge an Blut zur Oxygenie­rung in die Lunge zu pumpen wie unter physiologischen Druckver­hältnissen. Folge ist meist die Hypertrophie der rechten Herzhälfte bis hin zum Rechtsherz­versagen.

Eine Schlüsselrolle in der Pathogenese der PAH spielt das Endothelin. Endothe­lin ist ein Protein, das im Endothel vorkommt, einer dünnen Zellschicht, die die Wandauskleidung der Blutgefäße bildet. Endothelin ist einer der stärksten be­kannten Vasokonstriktoren (100-mal höhere vasokonstriktorische Potenz als Noradrenalin, 10-mal höhere als Angiotensin II). Bei PAH-Patienten finden sich erhöhte Plasma-Konzentrationen an Endothelin, die mit der Schwere der Er­krankung korrelieren. Eine erhöhte Konzentration ist mit einer erhöhten Mortali­tät assoziiert. Die schädlichen Endothelin-Wirkungen werden dabei über zwei verschiedene Rezeptor-Subtypen (ETA und ETB) vermittelt.

 

Symptomatik

In der Frühphase der Erkrankung sind zunehmende Dyspnoe, rasche Er­schöpfbarkeit und verminderte Leistungsfähigkeit meist die ersten Anzeichen für das Vorliegen einer PAH.

 

Actelion Ltd

Actelion Ltd ist ein biopharmazeutisches Unternehmen mit Hauptsitz in Allschwil/Basel, Schweiz. Actelions erstes Medikament, Tracleer®, ist ein zur Therapie der pulmonal arteriellen Hypertonie zugelassener dualer Endothelin-Rezeptor-Antagonist in Tablettenform. Darüber hinaus ist Tracleer® (Bosentan) in der EU zur Verminderung der Anzahl neuer digitaler Ulzerationen bei Sklerodermie-Patienten, die an digitalen Ulzerationen leiden, zugelassen. Tracleer® konnte die Funktion der Hände bei Patienten mit sklerodermiebedingten digitalen Ulzerationen (wie beispielsweise Anziehen und Hygiene) nachweislich verbessern. Actelion vertreibt Tracleer® durch eigene Niederlassungen in den wichtigsten internationalen Märkten, so den Vereinigten Staaten (mit Sitz in South San Francisco), der Europäischen Union, Japan, Kanada, Australien und der Schweiz. Actelion, gegründet im Jahre 1997, ist ein weltweit führendes Unternehmen bei der Erforschung des Endothels. Das Endothel trennt die Gefäßwand vom Blutstrom. Actelion konzentriert sich darauf, innovative Medikamente in Bereichen mit hohem medizinischem Bedarf zu entdecken, zu entwickeln und zu vermarkten. Actelion Aktien sind am SWX Swiss Exchange notiert (Symbol: ATLN).

 

 

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Quelle: Giessener Praxisseminar-Pflege 2009 „PAH im Dialog“ am 07.11.2009 (Cramer-Gesundheits-Consulting) (tB).
 
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