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Abb.: Verabreichung der Fentanyl-Buccaltablette Effentora®: Die Tablette wird beim Auftreten einer Schmerzattacke zwischen Wange und Zahnfleisch platziert. Photo: TEVAFrühe Integration palliativer Versorgung gefordert

Lebensqualität steigern und Lebenszeit verlängern

 

Düsseldorf (26. Juni 2014) - Eine möglichst frühe Integration von palliativmedizinischen Strategien mit einer bedarfsgerechten Schmerztherapie in die Versorgungskonzepte von Menschen mit lebensbegrenzenden Erkrankungen ist von medizinischer, ethischer und gesellschaftlicher Bedeutung. Was bei einer qualitativ hochwertigen Palliativversorgung zu bedenken ist, welche Herausforderungen sich bei der praktischen Umsetzung ergeben und wie sich die Hürden beseitigen lassen, diskutierten ausgewiesene Experten auf einem von Teva unterstützten Symposium im Rahmen des 10. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

 

 Die Entwicklung und Umsetzung einer Nationalen Strategie zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen hat hohe Priorität.  Insbesondere der Transfer von Hospizkultur und Palliativversorgung in die Regelversorgung, die ambulante Versorgung, in Krankenhäuser und in stationäre Pflegeeinrichtungen ist wichtig. Dabei ist die effektive Behandlung von Schmerzen in der palliativen Phase ein wichtiger Baustein. Neben einer gut eingestellten Basistherapie müssen bei Tumorpatienten auch die immer wieder auftretenden Durchbruchschmerzen (DBS) adäquat behandelt werden. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Behandlung von tumorbedingten DBS ist der Einsatz extraschnell wirksamer Opioidanalgetika, so genannter „Rapid Onset Opioids“ (ROOs) wie Fentanyl-Buccaltabletten (Effentora®), die von den Patienten bei Anzeichen einer Durchbruchschmerz-Attacke einfach und unkompliziert angewendet werden können.

 

In der Versorgung schwerstkranker Patienten zeichnet sich zunehmend ein Umdenken ab, berichtete Prof. Dr. med. Friedemann Nauck, Göttingen. Palliativmedizinische Ansätze werden nicht mehr bis in die letzte Lebensphase hinausgeschoben, sondern – abhängig von der individuellen Situation – schon viel früher in ein multimodales, interdisziplinäres Versorgungskonzept einbezogen. Eine möglichst frühzeitige Integration der Palliativmedizin in die Standardtherapie lindert nicht nur die belastenden Symptome  und verbessert somit die Lebensqualität, sondern hat darüber hinaus auch einen Einfluss auf das Überleben [1].

 

 

Nationale Strategie für eine Verbesserung der Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen

 

„Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen“, konstatierte Dr. med. Birgit Weihrauch, Staatsrätin a.D. und ehemalige Vorstandsvorsitzende des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands e. V. Um die notwendigen Versorgungsstrukturen und die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen in Deutschland zu schaffen bzw. weiter auszubauen, wurde in einem breit angelegten Konsensus-Prozess die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland initiiert, aus der nun – mit Unterstützung der Politik – eine Nationale Strategie entwickelt und umgesetzt wird. Die Nationale Strategie sei – analog zum Nationalen Krebsplan – ein Meilenstein, um mehr Zugangsgerechtigkeit für Menschen, die einer hospiz-palliativen Betreuung bedürfen, zu erreichen, so Weihrauch. Bei der flächendeckenden Umsetzung des Strategieprozesses müssen alle Akteure aus Gesellschaft, Gesundheitssystem und Politik eng zusammenarbeiten. Das gelte insbesondere für den Transfer der Hospiz- und Palliativversorgung in die Regelversorgung.

 

„Um eine qualitativ hochwertige palliativmedizinische Versorgung anzubieten, müssen auch die ärztlichen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten optimiert werden. Defizite im Medizinstudium müssen beseitigt und die Zusatzweiterbildung „Palliativmedizin“ weiter gefördert werden“, berichtete Prof. Dr. med. Frank Elsner, Aachen.

 

 

Differenzierte Schmerztherapie

 

Mangelndes pharmakologisches Fachwissen der Ärzte kann sich beispielsweise bei Patienten mit Krebserkrankungen unmittelbar in einer insuffizienten Schmerztherapie und Beeinträchtigung der Lebensqualität niederschlagen. Das gilt insbesondere für das Management von Tumorschmerzen und für die Kontrolle von tumorbedingten Durchbruchschmerzen. Dabei handelt es sich um zwei Schmerzformen mit unterschiedlichem Zeitprofil, die somit unterschiedlich behandelt werden müssen: Während der Tumordauerschmerz eine Domäne langwirksamer Opioidanalgetika ist, benötigen Patienten mit DBS zusätzlich extra-schnell freisetzende Opioidanalgetika (Rapid-Onset-Opioide, ROO) wie Fentanyl-Buccaltabletten (Effentora®) zur raschen Kontrolle der Schmerzspitzen [2]. Die Herausforderung für den behandelnden Arzt besteht darin, bei Tumorpatienten mit gut eingestellter Basisanalgesie plötzlich einsetzende akute Schmerzexazerbationen von maximal 30 bis 60 Minuten Dauer als Durchbruchschmerz zu erkennen und den Betroffenen rechtzeitig ein ROO in einer individuell geeigneten Darreichungsform zu verordnen.

 

 

Palliativversorgung von Anfang an

 

Auch onkologische Fachgesellschaften wie die europäische ESMO und die US-amerikanische ASCO empfehlen, palliativmedizinische Konzepte bereits früh in ein multidisziplinäres Versorgungskonzept einzubinden, um so die vielschichtigen medizinischen, psychologischen, familiären und sozialen Probleme, die Krebserkrankungen mit sich bringen können, von Anfang an zu adressieren [3]. Durch die Hinweise auf einen zusätzlichen Überlebensvorteil [1] habe die frühe Integration der Palliativmedizin sogar noch eine ganz neue Dimension erreicht, erläuterte PD Dr. Marcus Schlemmer, Onkologe und Palliativmediziner aus München. „Leider werden uns viele Patienten erst wenige Tage vor ihrem Tod vorgestellt“, bemängelte er. Zumindest der Tumorschmerz und die häufigen tumorbedingten Durchbruchschmerzen sollten ab dem ersten Tag ihres Auftretens  suffizient behandelt werden.

 

 

Literatur 

  1. Bakitas, M, Abstract 9512, ASCO 2014
  2. Ferris FD et al. J Clin Oncol. 2009; 27: 3052-3058

 

Teva

 

Am Standort der Teva in Berlin befindet sich die Einheit Teva Specialty Medicines, die auf die Vermarktung innovativer Arzneimittel ausgerichtet ist. Hier stehen patentgeschützte Arzneimittel aus den Bereichen Neurologie, Onkologie, Schmerz, Frauengesundheit und Atemwegserkrankungen im Fokus. Das Originalprodukt Copaxone® aus der eigenen Forschung der Teva ist in Deutschland Markführer im MS-Markt. Zum Unternehmen Teva mit Hauptsitz in Ulm gehört mit ratiopharm die meistverwendete und bekannteste Arzneimittelmarke Deutschlands. Als Firmenverbund sind Teva und ratiopharm die Nummer eins am europäischen Generikamarkt. Die rund 3.140 Mitarbeiter in Deutschland verteilen sich auf die Standorte Ulm, Blaubeuren/Weiler und Berlin.

 

Teva Pharmaceutical Industries Ltd. mit Firmensitz in Israel gehört zu den 10 größten pharmazeutischen Konzernen und ist auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Generika und patentgeschützten Medikamenten sowie Wirkstoffen spezialisiert. Teva Pharmaceutical Industries Ltd. ist Weltmarktführer unter den Generikaunternehmen. Der Konzern beschäftigt weltweit circa 45.000 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2013 einen Umsatz von 20,3 Milliarden US-Dollar.

 


Quelle: Symposium „Palliative Versorgung: Wunsch und Wirklichkeit“ von Teva Specialty Medicines im Rahmen des 10. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), Düsseldorf, 26.06.2014, (tB).