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DBfK

Potenzial der Pflege im Kampf gegen Adipositas stärker nutzen

Berlin (17. Oktober 2016) - Aus Anlass des Welt-Adipositastags hat der DBfK auf viel bisher nicht oder ungenütztes Potenzial der Pflegeberufe hingewiesen. Pflegefachpersonen, insbesondere im Feld der Familiengesundheitspflege und der Schulgesundheitspflege, können wichtige präventive Impulse setzen und viel zu einer gesunden Lebensführung beitragen.

Angesichts der Adipositas-Krise (Welt-Adipositastag am 11. Oktober) weist der DBfK darauf hin, dass Pflegefachpersonen ein breites Spektrum an Wissen zu Ernährungsfragen haben und qualifizierte Beratung zu Über-, Fehl- und Unterernährung wirkungsvoll durchführen können. Denn die Zunahme von Adipositas in Deutschland lässt sich bei früher Erkennung durch Anleitung, Beratung und Schulung beeinflussen. Zucker ist einer der größten Risikofaktoren für Adipositas. Ob Pizza, Wurst oder Krautsalat - er steckt fast überall drin.

Über gesunde Ernährung aufzuklären ist auch Teil der Patientenedukation, die bereits heute, aber noch viel zu wenig, von Pflegefachpersonen durchgeführt wird. Was verbirgt sich hinter Begriffen wie Oligofructose (Mehrfachzucker) oder Lactose (Milchzucker)? Was früher eine Kostbarkeit war, ist heute annähernd zu einem Grundnahrungsmittel mutiert: Jeder Deutsche verbraucht heute durchschnittlich 31 kg Zucker im Jahr. Das ist viel zu viel und sorgt für Übergewicht, Adipositas und Diabetes – bei Kindern wie bei Erwachsenen. Im März 2015 hat die WHO eindringlich vor zuckerbedingtem Übergewicht und seinen Folgen gewarnt. Unbedingt sollen Kinder und Erwachsene weniger als zehn Prozent ihres Kalorienbedarfes mit Zucker decken. Die Warnungen der Experten müssen ernst genommen werden und es sollte auf allen Ebenen energisch gegengesteuert werden. Dazu gehören auch die Einführung einer Zuckersteuer, die Verteuerung der Soft Drinks und eine zielgruppenspezifische Beratung und Ansprache nicht zuletzt durch die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen, die Pflegeberufe.

Der DBfK weist darauf hin, dass spezielle pflegerische Handlungsfelder wie die „Familiengesundheitspflege“ und „School Nursing“ einen wichtigen Beitrag bei der Bekämpfung von Adipositas leisten können. Familiengesundheitspflegende beraten zu allen Fragen rund ums Gesundbleiben und der Ernährung und erreichen gerade auch Familien mit fettleibigen oder stark übergewichtigen Kindern. School Nurses sind speziell qualifizierte Pflegefachpersonen im Bereich von Public Health. Ihr Einsatz ist in angelsächsischen und skandinavischen Ländern allgemein üblich. Auch sie beraten zu Ernährung, kontrollieren das gesunde Schulessen und unterstützen eine gesunde Lebensweise. Für Kinder und Jugendliche ist die Schule die maßgebliche Lebenswelt, wo Gesundheit gelernt, erfahren und gefördert wird. Internationale Beispiele belegen die positiven Effekte, die durch den Einsatz von School Nurses erzielt werden. Der DBfK setzt sich für den flächendeckenden Einsatz von Familiengesundheitspflegenden und School Nurses in Deutschland ein.
 


Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe, DBfK e.V. , 17.10.2016 (tB).