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01 | 10 | 2014
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Photo: Merck SelbstmedikationWarum werde ich die Erkältung nicht los?

 

Darmstadt (9. Januar 2012) - Viele Familien kennen das Problem: Ist die Erkältung erst einmal da, geht sie nicht so bald wieder weg. Erst steckt sich das jüngere Kind im Kindergarten an, dann bekommt es das Geschwisterkind, dann die Mutter und schließlich läuft auch dem Vater die Nase. Dies kann das Familienleben sehr belasten, denn häufig entstehen Fehlzeiten und Betreuungsengpässe, von dem allgemeinen Unwohlsein ganz zu schweigen.

 

Erkältungskrankheiten werden meist durch einzelne Viren verursacht. Es können aber auch mehrere virale Erreger gleichzeitig oder kurz nacheinander auftreten. Moderne Untersuchungsmethoden erlauben heute einen schnellen Erregernachweis. Bei Kindern treten bestimmte Viren gehäuft auf. An der Spitze liegen Rhinoviren, das respiratory syncitial Virus (RSV) und das erst kürzlich identifizierte humane Bocavirus (hBoV). Dabei scheint es sich negativ auszuwirken, wenn mehrere Erreger gleichzeitig den Menschen befallen.

 

Hat die Erkältung auf die unteren Atemwege übergegriffen, hat man kaum noch Möglichkeiten, etwas gegen die Krankheit zu tun. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig einzugreifen: Die frühzeitige Behandlung der Erkrankung mit Oxymetazolin, solange noch nur die oberen Atemwege betroffen sind, kombiniert antivirale mit antientzündlicher und abschwellender Wirkung und kann dem sogenannten „Etagenwechsel“ vorbeugen.


Die „Erkältung“ – durchaus nicht harmlos

Akute Entzündungen der Atemwege sind die häufigsten Erkrankungen des Menschen. Jeder erlebt sie immer wieder und ist deshalb geneigt, sie als harmlose virale Infekte abzutun. Dies mag für einen kurzen Schnupfen durchaus zutreffen, nicht jedoch für seine Komplikationen und Folgeerkrankungen wie z.B. Entzündungen der Nasennebenhöhlen, des Mittelohrs, der Bronchien oder gar der Lunge. Gerade sehr junge Kinder erleben zuweilen schwere Verläufe, die im schlimmsten Fall sogar eine Aufnahme im Krankenhaus erfordern können. Weil ihre Atemwege noch sehr klein sind und nur einen sehr geringen Durchmesser haben, können sie schnell verstopfen und es besteht die Gefahr von Folgeerkrankungen. Hinzu kommt, dass Säuglinge darauf angewiesen sind, durch die Nase zu atmen. Ist sie verstopft, können sie nicht gut trinken oder schlafen.


Welche Viren befallen die Atemwege?

Gemessen an der Bedeutung der Erkältungskrankheiten für unser Leben, ist noch sehr wenig darüber bekannt, welche Viren sie wann und wie verursachen. Erst in letzter Zeit helfen moderne Untersuchungsverfahren wie die Echtzeit-PCR (polymerase chain reaction), hier genauere Erkenntnisse zu gewinnen.
Besonders häufige Viren sind RSV, Rhinoviren, Influenza Typ A und B, Parainfluenza Typ 1, 2 und 3, Enteroviren und Adenoviren. In den letzten Jahren wurden zudem auch Coronaviren, das humane Metapneumonievirus (HMPV) und das humane Bocavirus (hBoV) als Erreger von Atemwegsinfektionen identifiziert. Dabei sind RSV und Rhinoviren dafür bekannt, besonders schwere Krankheitsverläufe zu verursachen.


Virale Mischinfektionen

Nicht selten können sogar zwei oder mehr Viren gleichzeitig bei einem Patienten nachgewiesen werden, wie mehrere Studien zeigen konnten. Untersucht wurden Kinder, die wegen einer schweren Atemwegsinfektion im Krankenhaus behandelt werden mussten. In 16 bis 20% der Fälle konnte eine Doppel- oder sogar Mehrfachinfektion nachgewiesen werden.


Ganz sicher ist es noch nicht, aber es scheint so zu sein, dass die gleichzeitige Infektion mit mehreren Viren den Krankheitsverlauf verschlimmert. Besonders häufig sind RSV, Rhinoviren und hBoV an viralen Mischinfektionen beteiligt, die dann vielfach einen schweren Verlauf nehmen. So hatten 17% der untersuchten Kinder eine Entzündung der Bronchien, bei 23% waren die feinsten Verästelungen der Bronchien betroffen (Bronchiolitis) und bei 33% der Patienten war sogar eine Lungenentzündung festzustellen. Schlimm wird es auch, wenn sich auf den bereits entzündeten Atemwegen noch Bakterien ansiedeln (Superinfektion). Der Körper kann sich dann besonders schlecht gegen diese Eindringlinge wehren. Es zeigte sich, dass bestimmte Viren wie RSV oder Rhinoviren besonders häufig solchen Bakterien den Weg bereiten.


Was hilft?


Wenn Viren die unteren Atemwege befallen und dort schwere Erkrankungen verursachen, gibt es kaum ein Gegenmittel. Meist kann man nur versuchen, die Symptome zu lindern. Gezielte Medikamente gegen diese Viren gibt es nicht.


Daher sollte dem Beginn der Erkrankung besonderes Augenmerk geschenkt werden: Sind „nur“ die oberen Atemwege betroffen, ist die Behandlung mit Oxymetazolin (z.B. Nasivin®) empfehlenswert. Das seit 50 Jahren bewährte Schnupfenmittel ist für seine abschwellende Wirkung bekannt. Als Nasenspray oder Nasentropfen steht es in altersgerechter Dosierung für alle Altersgruppen schon ab der 1. Lebenswoche zur Verfügung. In den letzten Jahren konnte nachgewiesen werden, dass Nasivin® noch mehr kann, als die verstopfte Nase zu befreien: Es bekämpft direkt die Rhinoviren und sogar die Influenzaviren vom Typ A, die Erreger der „echten“ Grippe. Gleichzeitig hemmt es auch die entstandene Entzündung. Wird die Behandlung mit Oxymetazolin frühzeitig begonnen, kann eine Ausbreitung der Infektion von der Nase in den Rachen oder die Bronchien verhindert werden. Wird die Nase gut belüftet, ist auch eine Ausbreitung der Erkältung in die Nasennebenhöhlen oder in das Mittelohr weniger wahrscheinlich. Gleichzeitig vermindert sich die Zahl der Viren, mit denen der Körper zu kämpfen hat. So kann er schneller gesund werden.


Literatur

  • J.H. Aberle et al.: Single versus dual respiratory virus infections in hospitalized infants. The Pediatric Infectious Disease Journal 2005; Vol. 24, Nr. 7, 605-610
  • E. Kanta Subbarao et al.: Detection of multiple viral agents in nasopharyngeal specimens yielding respiratory syncitial virus (RSV). Diagn Microbiol Infect Dis 1989; 12: 327-332
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  • Franz et al.: Correlation of viral load of respiratory pathogens and co-infections with disease severity in children hospitalized for lower respiratory tract infection. J Clin Virol. 2010, article in press
  • S. Koelsch, M. Tschaikin, F. Sacher: Anti-Rhinovirus-specific Activity of the Alpha-sympathomimetic Oxymetazoline. Arzneimittelforschung (Drug Research) 2007; 57(7): 475-482
  • I. Beck-Speier, N. Dayal, E. Karg, K. L. Maier, G. Schumann, M. Semmler und S. M. Koelsch: Oxymetazoline Inhibits Proinflammatory Reactions: Effect on Arachidonic Acid-Derived Metabolites. The Journal of Pharmacology And Experimental Therapeutics 2006, 316: 843-851

 

 


Quelle: Merck Selbstmedikation, 09.01.2012 (tB).

 
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