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Vitamin D-Mangel

Risikofaktor für Mortalität?

 

Hamburg (9. Januar 2013) – „Etwa die Hälfte der deutschen Bevölkerung weist nur unzureichende Vitamin D-Werte auf“ (1,2,3,4), sagte PD Dr. Stefan Pilz von der Medizinischen Universität Graz auf der Presseveranstaltung Aktuelle Empfehlungen zu Vitamin D in Hamburg. Bedenklich, denn oft geht Vitamin D-Mangel nicht nur mit ständigen Erkältungen und einem Risiko für geschwächte Knochen einher, sondern wird auch im Zusammenhang mit chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-, Autoimmunerkrankungen oder Krebs gesehen. Einer der Hauptgründe für den Mangel sei ein Zuwenig an Sonnenstunden. Vitamin D wird nämlich unter Einfluss von UV-B-Strahlung zu 80 bis 90 Prozent vom Körper selbst gebildet – die Aufnahme des Vitamins über Nahrungsmittel wie Fisch oder Eier spielt kaum eine Rolle. Wer zu viele Kilos auf die Waage bringt, gehört zudem fast automatisch in die Gruppe der Risikopatienten für einen Vitamin D-Mangel. Denn wenn sich das Vitamin im Fettgewebe ablagert, kann es seine Wirkungen nicht entsprechend entfalten, wie aktuelle Untersuchungen(5,6) zeigen.

 

Die Supplementierung von Vitamin D3 geht mit einer statistisch signifikant reduzierten Mortalität einher, wie eine große Cochrane-Metaanalyse(7) nahelegt. In der Analyse wurden die Ergebnisse von placebokontrollierten Studien mit insgesamt 94.148 Probanden ausgewertet. „Im Detail konnte nachgewiesen werden, dass bei der Behandlung von 161 Personen mit Vitamin D-Supplementierung ein Todesfall verhindert werden konnte“, brachte es Pilz auf den Punkt und räumte gleichzeitig ein: „Es muss jedoch einschränkend angemerkt werden, dass diese Ergebnisse vor allem auf Daten von zumeist älteren Menschen, insbesondere Frauen, beruhen und hier oft auch zusätzlich Kalzium gegeben wurde.“ Auch wenn der kausale Zusammenhang von Vitamin D-Mangel und vorzeitigem Tod zukünftig noch weiter untersucht werden muss, steht bereits heute fest: Die Cochrane-Daten stehen im Einklang mit zahlreichen Beobachtungen, nach denen Vitamin D-Mangel ein Risikofaktor für diverse chronische Erkrankungen wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-, Autoimmunerkrankungen oder Krebs zu sein scheint.(8) Derzeit schreitet die Forschung rapide voran und insbesondere die Ergebnisse zweier großer Vitamin D-Interventionsstudien in der Allgemeinbevölkerung werden mit Spannung zwischen 2017 und 2020 erwartet. Bleibt die große Frage: Wer braucht wann wie viel vom Sonnenvitamin?

 

 

Vitamin D am besten täglich

 

„Bezüglich der Evaluierung eines Vitamin D-Mangels gibt es einen allgemeinen Konsensus darüber, dass der Serumspiegel des Vitamin D-Metaboliten 25 Hydroxyvitamin D, kurz: 25(OH)D, zur Klassifizierung des Vitamin D-Status herangezogen werden sollte“, erläuterte Pilz. Ein Serumspiegel – also der im Blut gemessene Vitamin D-Wert – von unter 20 ng/mL wird international als unzureichend angesehen. Bei Personen, deren Vitamin D-Status unterhalb dieses Schwellenwertes liegt, ist eine Supplementierung empfohlen. Das trifft zum Beispiel auf Pflegeheimbewohner und Krankenhauspatienten zu, die meist kaum in den Genuss von Sonnenlicht kommen. Gerade bei älteren Menschen ist jedoch die optimale Versorgung besonders wichtig. Denn: Vitamin D stärkt die Knochen und kann so – ab einer Mindestdosis von 800 I.E.* pro Tag – das Fraktur-(2,9,10,11) und Sturzrisiko signifikant senken. Die empfohlenen Mengen für Vitamin D liegen generell bei 800-2.000 I.E. täglich. „Als optimales Therapieziel ist ein Serumwert von 30 bis 35 (40) ng/mL anzusehen“, so Pilz. Dabei gilt die Faustregel: Bei einer Vitamin D-Gabe von 1.000 I.E. pro Tag steigt der Serumspiegel des 25(OH)D um 10 ng/mL an. Um die Werte beziehungsweise den Erfolg einer Vitamin D-Supplementierung zu überprüfen, kann ein Labortest (frühestens nach etwa 3 Monaten) hilfreich sein.

 

 

Supplementierung ja – aber wie?

 

Bei jedem Menschen haben verschiedene Faktoren – wie z. B. Gewicht, Alter, Hauttyp und Lebensstil – Einfluss auf den Vitamin D-Status. „Wichtig zu wissen ist auch, dass eine tägliche Vitamin D-Supplementierung physiologischer ist als ein wöchentliches oder monatliches Dosierungsintervall“, schloss Pilz.

 

Die Merck Serono GmbH ist eine eigenständige Tochtergesellschaft der Merck-Gruppe mit Sitz in Darmstadt, Deutschland. Das pharmazeutische Unternehmen ist im Januar 2010 aus der Fusion der Merck Pharma GmbH und der Serono GmbH hervorgegangen. Innerhalb der Sparte Merck Serono ist die Merck Serono GmbH für Medizin, klinische Forschung und Arzneimittelsicherheit sowie für Marketing und Vertrieb von verschreibungspflichtigen Originalarzneimitteln in Deutschland verantwortlich.

 

Abb. 1: Bis zu 90 % des Vitamin D produziert der Körper unter Einfluss der Sonne selbst. Photo: Merck Serono 

Abb. 1: Bis zu 90 % des Vitamin D produziert der Körper unter Einfluss der Sonne selbst. Photo: Merck Serono

 

Merck Serono

 

Merck Serono ist die Sparte für Biopharmazeutika von Merck. Merck Serono mit Hauptsitz in Darmstadt, Deutschland, bietet in 150 Ländern führende Präparate an, um Patienten mit Krebs, Multipler Sklerose, unerfülltem Kinderwunsch, endokrinen und metabolischen Erkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu helfen. In den Vereinigten Staaten und Kanada handelt EMD Serono als eigenständige Tochtergesellschaft von Merck Serono. Merck Serono erforscht, entwickelt, produziert und vermarktet verschreibungspflichtige Medikamente chemischen und biologischen Ursprungs in Indikationsbereichen mit hohem Spezialisierungsgrad. Wir engagieren uns nachhaltig für die Bereitstellung neuartiger Therapien in unseren Kernarbeitsgebieten: neurodegenerative Erkrankungen, Onkologie und Rheumatologie.

 

 

Merck

 

Merck ist ein weltweit tätiges Pharma- und Chemieunternehmen mit Gesamterlösen von 10,3 Mrd € im Jahr 2011, einer Geschichte, die 1668 begann, und einer Zukunft, die rund 40.000 Mitarbeiter in 67 Ländern gestalten. Innovationen unternehmerisch denkender und handelnder Mitarbeiter charakterisieren den Erfolg. Merck bündelt die operativen Tätigkeiten unter dem Dach der Merck KGaA, an der die Familie Merck mittelbar zu rund 70 Prozent und freie Aktionäre zu rund 30 Prozent beteiligt sind. 1917 wurde die einstige US-Tochtergesellschaft Merck & Co. enteignet und ist seitdem ein von der Merck-Gruppe vollständig unabhängiges Unternehmen.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.merckserono.de, www.merckserono.com oder www.merckgroup.com

 

 

Referenzen

 

  • 1 Hintzpeter B, Mensink GB, Thierfelder W, Müller MJ, Scheidt-Nave C. Vitamin D status and health correlates among German adults. Eur J Clin Nutr 2008;62:1079-89.
  • 2 Holick MF. Vitamin D deficiency. N Engl J Med 2007;357:266-81.
  • 3 Ross AC, Manson JE, Abrams SA, et al. The 2011 report on dietary reference intakes for calcium and vitamin D from the Institute of Medicine: what clinicians need to know. J Clin Endocrinol Metab 2011;96:53-8.
  • 4 Holick MF, Binkley NC, Bischoff-Ferrari HA, et al. Evaluation, treatment, and prevention of vitamin D deficiency: an Endocrine Society clinical practice guideline. J Clin Endocrinol Metab 2011;96:1911-30.
  • 5 Earthman CP, Beckman LM, Masodkar K, Sibley SD. The link between obesity and low circulating 25-hydroxyvitamin D concentrations: considerations and implications. Int J Obes (Lond) 2012;36:387-96.
  • 6 Rock CL, Emond JA, Flatt SW, et al. Weight loss is associated with increased serum 25-hydroxyvitamin D in overweight or obese women. Obesity (Silver Spring) 2012;20:2296-301.
  • 7 Bjelakovic G, Gluud LL, Nikolova D, et al. Vitamin D supplementation for prevention of mortality in adults. Cochrane Database Syst Rev 2011;7:CD007470.
  • 8 Plum LA, DeLuca HF. Vitamin D, disease and therapeutic opportunities. Nature Reviews Drug Discovery, 2010,9:941.
  • * I.E. = Internationale Einheiten, 1 µg = 40 I.E.
  • 9 Ross AC, Manson JE, Abrams SA, et al. The 2011 report on dietary reference intakes for calcium and vitamin D from the Institute of Medicine: what clinicians need to know. J Clin Endocrinol Metab 2011;96:53-8.
  • 10 Holick MF, Binkley NC, Bischoff-Ferrari HA, et al. Evaluation, treatment, and prevention of vitamin D deficiency: an Endocrine Society clinical practice guideline. J Clin Endocrinol Metab 2011;96:1911-30.
  • 11 Bischoff-Ferrari HA, Willett WC, Oray EJ, et al. A pooled analysis of vitamin D dose requirements for fracture prevention. N Engl J Med 2012;367:40-9.

 

 

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  • Priv.-Doz. Dr. med. univ. Stefan Pilz: "Aktuelle Daten: Vitamin D reduziert die Mortalität"
    Abstract: Abstract.pdf Abstract.pdf (103.31 KB)

 


 

Quelle: Merck Serono GmbH, 09.01.2013 (tB).