Pneumologie

Pneumologie aktuell 2009

 

Mannheim (18. März 2009) - Die Spirometrie ist das in Deutschland am häufigsten zum Einsatz kommende diagnostische Verfahren zur Prüfung der Lungenfunktion. Die Validität der mittels Spirometrie gewonnen Daten ist jedoch stärker als oftmals angenommen von der Mitarbeit der Patienten und der Qualität der Anweisungen des Untersuchenden abhängig. Von diesen beiden Faktoren nahezu unabhängig ist die Bodyplethysmographie. Die Deutsche Atemwegsliga hat eine Empfehlung zur Bodyplethysmographie erarbeitet, die anlässlich des 50. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Die neue Empfehlung soll als Handlungsanweisung für Untersucher in Praxis und Klinik dienen.

Immunzellen dienen als Marker für Asthma

Bislang größte Studie zur Asthmagenetik liefert neue Erkenntnisse über Erkrankungsmechanismen

 

Neuherberg (9. Februar 2009) - Asthma und allergische Erkrankungen sind mit einer Reihe von biologischen Reaktionen verknüpft. Eine dieser Reaktionen ist die Erhöhung der Zahl der eosinophilen Granulozyten im Blut, die als Immunzellen hochaktive Proteine vor allem zur Parasitenabwehr freisetzen. In der bislang größten Studie zur Asthmagenetik nutzte ein internationales Wissenschaftlerkonsortium diese Immunreaktion als gut messbaren Indikator für die Suche nach zugrundeliegenden Erkrankungsmechanismen. Die Studie ist von der Zeitschrift Nature Genetics jetzt vorab online veröffentlicht worden.

Neue Therapie gegen Lungenentzündungen

Charité-Forscher finden Ersatz für Antibiotika

 

Berlin (4. Februar 2009) - Forscher der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben gemeinsam mit den Kollegen der Rockefeller University in New York erfolgreich eine neue Therapie gegen Lungenentzündungen getestet. Das Team um Dr. Martin Witzenrath und Prof. Norbert Suttorp von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie berichtet in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Critical Care Medicine*, dass es bei Mäusen erstmals gelungen sei, eine durch Pneumokokken hervorgerufene Lungenentzündung mit dem Enzym Cpl-1 zu heilen. Pneumokokken zählen zu den häufigsten Auslösern von Lungenentzündungen. Das Enzym Cpl-1 wird von so genannten Bakteriophagen produziert. Das sind Viren, die in Bakterien eindringen, sich dort vermehren und anschließend das Bakterium zerstören, um es wieder verlassen zu können. "Nach unseren Ergebnissen ist Cpl-1 genauso wirksam wie ein Antibiotikum, ohne dabei andere Bakterien anzugreifen. Leider wirkt es nur bei Pneumokokken, es gibt jedoch vergleichbare Enzyme gegen verschiedene Bakterien", erklärt Witzenrath.

IQWiG zur Asthma-Therapie: Keine Belege für Zusatznutzen der Fixkombinationen

 

Studien liefern ähnliche Ergebnisse wie bei getrennter Gabe der Einzelkomponenten

Abschlussbericht zu Ergänzungsauftrag liegt vor

 

Berlin (4. November 2008) - Nicht alle Patienten mit Asthma bronchiale sind mit Kortikosteroiden (ICS) ausreichend behandelt. Für sie kommt eine Kombinationstherapie mit lang wirksamen Beta-2-Rezeptoragonisten (LABA) in Betracht. Die beiden Substanzgruppen können getrennt, mit zwei Inhalatoren eingenommen werden. Seit einigen Jahren gibt es aber auch Kombinationspräparate, bei denen ein Gerät beide Wirkstoffe in einem festen Mischungsverhältnis abgibt. Von diesen Fixkombinationen profitieren Patienten aber nicht stärker als von den Einzelgaben der gleichen Wirkstoffe, wie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) jetzt festgestellt hat. Der am 4. November 2008 publizierte Abschlussbericht bestätigt die Ergebnisse einer bereits 2007 vorgelegten Nutzenbewertung. Das Institut hat diese erweitert und aktualisiert, weil inzwischen eine neue Wirkstoffkombination auf den Markt gekommen war und eine ältere Kombination eine erweiterte Zulassung erhalten hatte.

Bakterien schwächen Immunabwehr

Forscher finden Mechanismus bei chronischer Lungeninfektion

 

Berlin (28. Oktober 2008) - Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben die Rolle eines scheinbar unauffälligen Bakterienstamms bei der weiteren Entwicklung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) geklärt. Die Moraxellen besiedeln bei etwa fünfzig Prozent aller COPD-Kranken die unteren Atemwege. Dr. Hortense Slevogt von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie am Campus Virchow-Klinikum zeigt in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature Immunology* gemeinsam mit ihren Kollegen aus Essen, München und dem schwedischen Malmö erstmals, wie die Moraxellen bei der COPD den Krankheitsverlauf beeinflussen: Sie aktivieren den Rezeptor CEACAM 1, ein Molekül, das Zellen miteinander kommunizieren lässt. So sind sie in der Lage, die Antwort des Immunsystems entscheidend zu schwächen.

MARKOS MEFAR entdeckt den Standort Deutschland

Air Liquide-Tochter ist offen für Partnerschaft

 

Vorschaltkammer für Dosieraerosol (MDI). Photo: Markos MefarDuisburg (16.Oktober 2008) - Die Air Liquide-Tochter MARKOS MEFAR ist ein Spezialanbieter von Atemwegsdevices mit Sitz in Italien. Die Firma forscht seit über 35 Jahren nach innovativen Hilfsmitteln für die unteren und oberen Atemwege. Ziel ist die Entwicklung von Verfahren zur Zerstäubung von Arzneien, um den Patienten eine schnelle und effiziente Inhalationstherapie zu gewährleisten. Einige der Produkte wurden für die Erstattung durch die deutschen Krankenkassen registriert. MARKOS MEFAR will seine innovativen Produkte nun auch in Deutschland anbieten und ist offen für Kooperationen zum Zwecke der Forschung und Vermarktung, aber auch für Ärzte in Klinik und Praxis mit dem Schwerpunkt Pneumologie und Allgemeinmedizin.

Inflammation - Behandlung von Asthma und COPD:

Aktuelle und zukünftige Konzepte

Berlin (6. Oktober 2008) - Sowohl dem Asthma bronchiale als auch der COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) liegen chronische Entzündungsmechanismen zugrunde. Diese Erkenntnis hat zur Entwicklung neuer Behandlungs­konzepte geführt, die berücksichtigen, dass die Entzün­dung offenbar auch in den kleinen Atemwegen ausgeprägt ist. Dank der extrafeinen Wirkstoffpartikel der Fixkombina­tion Beclometason und Formoterol (Inuvair® Mikrosol) hat die Inhalationstherapie entscheidende Fortschritte ge­macht, da nun die gesamten Atemwege erreicht werden können. In der Zukunft könnte der Einsatz von nanostruktu­rierten Formulierungen eine kontrollierte, verlängerte Wirk­dauer der Medikamente sowie ein besseres Targeting er­möglichen. Diese Themen diskutierten internationale und nationale Experten im Rahmen eines Abend-Symposiums der Janssen-Cilag GmbH, das anlässlich des diesjährigen ERS stattfand. Vorsitzender des Symposiums war Profes­sor Dr. med. Roland Buhl, Mainz.

Myconostica stellt neuen Test zur schnellen Identifizierung von Pilzpneumonie vor

 

London (8. September 2008) - Myconostica, ein in Grossbritannien ansässiges Unternehmen für medizinische Diagnostik, das auf schnelle und äusserst spezifische Tests für lebensbedrohliche Pilzinfektionen spezialisiert ist, gab heute die Einführung eines neuen Tests bekannt, der medizinische und wissenschaftliche Spezialisten bei der Identifizierung der beiden häufigsten Ursachen von durch Pilze hervorgerufenen Lungenentzündungen unterstützt.

Neues pneumologisches Institut am Helmholtz Zentrum München

Lungenforschung wird zusammen mit LMU München und Asklepios Kliniken aufgebaut

 

München  (7. August 2008) - Am Helmholtz Zentrum München wird zum 1. November ein pneumologisches Forschungsinstitut unter Leitung des Mediziners Dr. Oliver Eickelberg (40) etabliert. Es geht aus dem bisherigen Institut für Inhalationsbiologie hervor. Der Wissenschaftler wird zusammen mit einem noch zu berufenden klinischen Pneumologen auch die Leitung des Translationszentrums für Lungenforschung (Comprehensive Pneumology Center - CPC) übernehmen. Parallel dazu erhält Eickelberg einen Ruf auf den neu eingerichteten Lehrstuhl für Experimentelle Pneumologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Belastungsinduzierte Bronchokonstriktion

Wirksamkeit von Montelukast bestätigt

 

Haar (30. Juli 2008) – Der Leukotrien-Antagonist Montelukast führte in einer randomisierten, doppelblinden Vergleichsstudie bei Kindern mit Belastungsasthma sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit einem inhalativen Steroid zu einer besseren Protektion als weitere in der Studie überprüfte Controller-Strategien. Ein Großteil der Kinder, die an Asthma erkrankt sind, leiden auch unter einer belastungsinduzierten Bronchokonstriktion und werden dadurch in alltäglichen, für ihre physische und soziale Entwicklung wichtigen Aktivitäten beeinträchtigt. Eine antientzündliche Dauerbehandlung mit dem Leukotrien-Antagonisten Montelukast oder inhalativen Steroiden kann die belastungsinduzierte Bronchokonstriktion bei Kindern deutlich verbessern. Im Gegensatz zur Inhalation von Bronchodilatatoren vor Belastung, die gerade von Kindern häufig vergessen wird, bietet eine antientzündliche Langzeittherapie Vorteile: Diese muss nicht unmittelbar vor Belastung angewendet werden und modifiziert langfristig auch die bronchiale Hyperreagibilität.

Rund fünf Millionen Asthmatiker durch schwere Lungenentzündung bedroht:

Nur jeder sechste Lungenkranke gegen Pneumokokken geimpft

 

Mühltal (29. Juli 2008) - Etwa sechs Millionen Menschen leiden in Deutschland an Asthma, ebensoviele an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Nicht einmal jeder sechste Patient beugt einer schweren Lungenentzündung vor, in dem er sich gegen Pneumokokken impfen lässt. Dies ergab eine aktuelle Studie am Zentrum für Lungenmedizin am Diakoniekrankenhaus in Rotenburg/Wümme. Nicht prinzipielle Vorbehalte vereitelten die Impfung zumeist, sondern mangelnde Information. Mehr als drei Viertel aller Teilnehmer gaben an, noch nie von der Pneumokokken-Impfung gehört zu haben. Diese Unkenntnis kann fatale Folgen haben: Jährlich gehen bis zu 12.000 Todesfälle in Deutschland auf das Konto von Pneumokokken-Bakterien.