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18 | 10 | 2017
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Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin

Bedeutung von Roflumilast (Daxas®) bei Patienten mit fortgeschrittener COPD (Schweregrad III/IV) bestätigt

 

Dresden (9. April 2011) – Mit Roflumilast (Daxas®) steht seit neun Monaten eine kausal wirksame antientzündliche Therapie für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD (Schweregrad III/IV) zur Verfügung.1 Erste Erfahrungen zum Praxiseinsatz und Informationen zur Anwendung von Roflumilast wurden am 9. April 2011 im Rahmen eines Symposiums von NYCOMED und MSD Sharp & Dohme auf dem 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin in Dresden vorgestellt.

 

Der Phosphodiesterase-4 (PDE4)-Inhibitor Roflumilast wird einmal täglich oral eingenommen und ist zugelassen für die Dauertherapie bei erwachsenen Patienten mit schwerer COPD bei einer Einsekundenkapazität (FEV1) nach Anwendung eines Bronchodilatators von weniger als 50 Prozent vom Soll und chronischer Bronchitis sowie häufigen Exazerbationen in der Vergangen­heit, begleitend zu einer bronchodilatatorischen Therapie.1 Bereits im Jahr der Zulassung wurde Roflumilast in die Kurzfassung GOLD-Leitlinie aufgenommen.2

 

 

Exazerbationen erhöhen die Mortalität

 

Roflumilast wirkt als erster Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse zielgerichtet gegen die Entzündung, die der COPD zugrunde liegt.3 Davon profitieren Patienten vor allem durch eine signifikant verringerte Rate an akuten Verschlechterungen, den sogenannten Exazerbationen.1 Durch deren Vermeidung kann das Mortalitätsrisiko der COPD-Patienten verringert werden, da es nach schwergradigen Exazerbationen sogar höher liegt als bei Patienten nach einem Herzinfarkt.4 Als Nebeneffekt der ursächlichen Kontrolle der Entzündung erreicht Roflumilast zudem eine Verbesserung der Lungenfunktion der Patienten.1,3,5

 

Die medikamentöse Therapie der COPD erfolgt bisher meist symptomorientiert auf Grundlage der Empfehlungen des GOLD-Stufenschemas.6 Die klinische Wirksamkeit bisheriger Maßnahmen ist jedoch begrenzt, denn bei den meisten Patienten bleiben die Symptome bestehen und es treten trotz intensiver Medikation weiterhin Exazerbationen auf.7,8 Das Entzündungsgeschehen in der Lunge ist dabei ständiger Motor beim Voranschreiten der Erkrankung.9

 

 

Roflumilast greift in Entzündungsprozesse der COPD ein

 

Durch die Entwicklung von Roflumilast ist es erstmals gelungen, an der COPD-spezifischen Entzündung anzusetzen, die vor allem durch das Einströmen von Neutrophilen in die Bronchial­zellen entsteht.10 Durch die hochselektive Hemmung von PDE-4 wird der Abbau von zyklischem Adenosinmonophosphat (cAMP) vermindert; das Enzym PDE-4 spielt eine wichtige Rolle bei der Signaltransduktion und reguliert unter anderem die Aktivität der Entzündungs- und Immunzellen, der glatten Muskelzellen und der Nervenzellen in der Lunge.11 Roflumilast führt klinisch zu einer Abnahme der entzündlichen Aktivität5 und erreicht darüber hinaus vermutlich  eine Hemmung des strukturellen Umbaus der Atemwege (Remodelling) und eine Verbesserung der mukoziliären Dysfunktion.10

 

 

Gute Verträglichkeit und geringes Wechselwirkungsrisiko

 

Wechselwirkungen mit anderen häufig bei COPD verordneten Wirkstoffen wie Salbutamol, Formoterol oder Budenosid sind nicht zu erwarten.1 Die gleichzeitige  Gabe von Theophyllin führt ebenfalls nicht zu einer klinisch relevanten Erhöhung der totalen PDE4-Hemmung, wird aber aufgrund fehlender Langzeitdaten nicht empfohlen.1

 

Roflumilast ist zudem im Allgemeinen gut verträglich. Häufig berichtete Nebenwirkungen sind Diarrhoe, Gewichtsabnahme, Übelkeit, Bauch- und Kopfschmerzen sowie Schlafstörungen.1 Die Mehrzahl dieser Nebenwirkungen war in klinischen Studien leicht bis mittelschwer ausgeprägt, trat vorwiegend innerhalb der ersten Wochen der Therapie auf und verschwand in der Regel im Laufe der Behandlung wieder.1

 

 

Ausblick: REACT-Studie zu Daxas® liefert neue Daten zu COPD

 

Nycomed führt derzeit eine internationale, plazebokontrollierte Phase-III/IV-Studie zu den Auswirkungen von Daxas® auf die Exazerbationsraten bei Patienten mit schwerer COPD durch. Die Patienten sollen gleichzeitig mit einer Fixkombination aus lang wirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) und inhalativen Kortikosteroiden (ICS) sowie mit oder ohne lang wirksamen Muskarin­antagonisten (LAMA) behandelt werden.12 Beim Einsatz mit den Einzelsubstanzen der Fixkombi­nation bzw. Dreifachtherapie konnte in früheren Studien bereits eine Verringerung von Exazerba­tionen und eine Verbesserung der Lungenfunktion mit Roflumilast nachgewiesen werden.10

 

 

Referenzen 

  1. Fachinformation Daxas® (Stand 09/2010)
  2. Pocket Guide to COPD Diagnosis, Management, and Prevention, December 2010; http://www.goldcopd.org/Guidelineitem.asp?l1=2&l2=1&intId=1116
  3. Rabe KF. Br J Pharmacol. 2011 Jan 14. doi: 10.1111/j.1476-5381.2011.01218.x.
  4. Halpin D et al. J COPD 2008; 5:187-200.
  5. Grootendorst DC et al. Thorax 2007; 62: 1081-1087.
  6. Global Strategy for Diagnosis, Management, and Prevention of COPD, Updated 2010, www.goldcopd.com
  7. Kanner RE et al. Am J Respir Crit Care Med 2001; 164(3): 358-364.
  8. Donaldson GC et al. Thorax 2002; 57(10): 847-852.
  9. Wedzicha JA et al. Lancet 2007; 370: 786–96
  10. Rabe KF. Expert Rev Resp Med 2010; 4(5): 543-555.
  11. Essayan DM. J Allergy Clin Immunol 2001; 108(5): 671-680.
  12. http://www.frx.com/news/PressRelease.aspx?ID=1534051

 


 

Quelle: Symposium der Firmen Nycomed und MSD zum Thema „Von der Wissenschaft zum Patienten – COPD: Neue Erkenntnisse in der klinischen Praxis“ am 09.04.2011 in Dresden (MCG-Medical Consulting Group) (tB).

 
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