Home Pneumologie Therapieziel Asthmakontrolle: Mit neuen Ansätzen zur Adhärenz die Versorgung optimieren.
23 | 10 | 2017
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Therapieziel Asthmakontrolle

Mit neuen Ansätzen zur Adhärenz die Versorgung optimieren

 

Nürnberg (30. März 2012) - Trotz wirksamer Optio­nen zur Behandlung des Asthma bronchiale erreichen viele Patienten das Therapieziel Asthmakontrolle nicht. Die Gründe dafür können vielfältig sein, wie Experten bei ei­nem Industriesymposium von Janssen-Cilag anlässlich des 53. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumolo­gie und Beatmungsmedizin e.V. feststellten. Unter dem Vorsitz von Dr. med. Thomas Voshaar, Moers, wurden ak­tuelle KV- und Kassendaten sowie neue Forschungsan­sätze zur Adhärenz diskutiert. So ist es Ziel einer Studie von Janssen in Kooperation mit dem BdP (Bundesverband der Pneumologen), versorgungsoptimierende Lösungsan­sätze zu testen und den Nachweis zu erbringen, dass Ad­härenzmodelle einen nachweisbaren Effekt auf die Asth­makontrolle haben. Darüber hinaus hat auch die Auswahl des geeigneten Inhalationssystems, dessen Galenik es er­möglicht, auch die kleinen Atemwege zu erreichen, einen hohen Stellenwert. Die Fixkombination INUVAIR® Mikrosol verfügt über extrafeine Partikel, die bis in die Lungenperi­pherie gelangen können.

 

Eine Erhebung der KV Bayern aus dem Jahr 2002 zeigt, dass mehr als ein Drittel der Asthma-Patienten keine und ein weiteres Viertel die falschen Asthmamedikamente bekommt. Aber auch bei stadiengerechter Medikation war eine nur unzureichende Ad­härenz festzustellen. Daraus leitet Dr. med. Andreas Hellmann, Augsburg, eine Verpflichtung des Pneumologen ab, die weit über die Auswahl und Verordnung des richtigen Medikaments hinaus­gehe. „Wir müssen Verantwortung für den Erfolg des ganzen Therapieprojektes übernehmen und diese auch langfristig absi­chern“, fordert Hellmann. Schulungsmaßnahmen waren zwar ein Quantensprung in der Betreuung von Asthmapatienten, greifen aber als akzidentelle Intervention letztendlich zu kurz. Benötigt werden Modelle, die den Patienten langfristig an die Behandlung binden, also die Adhärenz verbessern. Dabei ist die Kompetenz des gesamten Praxisteams für notwendige Betreuungsaufgaben gefragt. In Zukunft werden Telemonitoring, ggf. auch Hausbesuche und Terminmanagement fester Bestandteil der pneumolo­gischen Praxis sein.

 

 

Messung und Steuerung von Adhärenz erforderlich

 

Nationale und internationale Leitlinien geben als Ziel einer effek­tiven Asthmakontrolle eine mehr oder weniger vollständige Kon­trolle der Symptome an. Analysen von KV- und Kassendaten, die Professor Dr. med. J. Christian Virchow, Rostock, vorstellte, er­geben jedoch, dass lediglich ein überschaubarer Anteil der Pati­enten mit Asthma bronchiale leitliniengerecht behandelt wird. Jüngste Daten von 1,5 Millionen Patienten einer Ersatzkasse zei­gen nun, dass davon auszugehen ist, dass nur wenige Patienten länger als zwei Behandlungsquartale inhalative Medikamente ver­schrieben bekommen. Die Mehrzahl der Patienten erhält nicht genügend inhalative Medikamente, um täglich über ein ganzes Jahr eine Dosis, z. B. eines inhalativen Kortikosteroids und eines langwirksamen Beta-Agonisten zu inhalieren. „Aus der Betrach­tung von Verschreibungs- und Adhärenzdaten ergeben sich hoch­interessante Fragestellungen zur Realitätsnähe von evidenzba­sierten Leitlinien, die in ihrer evidenzbildenden Population nur Fragmente der täglich zu behandelnden Patienten abbilden“, so Virchow. Maßnahmen zur Messung und Steuerung von Adhärenz erscheinen somit notwendig, um die Tragweite von Behandlungs-/ Non-Compliance-Schemata auf den Langzeitverlauf von Asthma besser zu verstehen.

 

 

Neues Projekt zur Versorgungsforschung mit Praxisbezug

 

Versorgungsoptimierende Lösungsansätze, die die korrekte An­wendung von Antiasthmatika unterstützen, haben einen hohen Stellenwert. Ein von Janssen geplantes Projekt zur Versorgungs­forschung mit Praxisbezug, das Dr. med. Manfred Werner, Bad Lippspringe, vorstellte, soll einen Beitrag zur Klärung der Frage leisten, wie die Asthmakontrolle und die damit verbundene Mor­bidität durch eine stärkere Adhärenz der Patienten im Sinne der Therapierichtlinien verbessert werden kann. Ziel der Studie, an der sechs pneumologische Praxen teilnehmen, ist es, die Thera­pietreue der Asthmapatienten mithilfe von Adhärenzmodulen zu optimieren. Rekrutiert werden erwachsene Asthmapatienten, die eine Therapie aus inhalativem Kortikosteroid (ICS) und langwirk­samem Beta-Agonist (LABA) benötigen und eine Fixkombination aus ICS und LABA erhalten, aber in den letzten drei Jahren keine strukturierte Schulung erhalten haben. In einer individualisierten schriftlichen Patientenvereinbarung mit der Praxis werden die Be-handlungsziele und der Therapieplan festgeschrieben. Die Stu­dienteilnehmer erhalten eine telemedizinische Betreuung durch qualifizierte nichtärztliche Kräfte, z.B. durch eine pneumologi­sche Fachassistentin. Parallel dazu wird eine Kontrollgruppe ohne diese Module geführt. Ziel ist es festzustellen, ob und wie diese Maßnahmen die Therapieadhärenz der Patienten beeinflussen und ob auch gesundheitsökonomische Effekte erzielt werden kön­nen.

 

 

Stellenwert des Inhalationssystems

 

Das ärztliche Handeln sollte die bereits vorhandenen physiologi­schen und pathophysiologischen Erkenntnisse über eine persis­tierende Entzündung und eine Funktionsstörung in der Bronchial­baumperipherie bzw. in der Übergangszone vom Bronchialbaum zum Lungengewebe berücksichtigen, auch wenn es bislang noch keine outcome-basierte Evidenz für ein Targeting der kleinen A­temwege gibt, erklärte Dr. med. Thomas Voshaar, Moers. Beta-2-Mimetika und Anticholinergika entfalten ihre Wirkung nach bis­heriger Datenlage auch bei einer relativ zentralen bzw. inter­mediären Deposition im Bronchialbaum. Möglicherweise gilt dies aber nicht für die inhalierbaren Glukokortikoide. Es gibt Hinweise, dass die antiinflammatorische Therapie der Peripherie ungenü­gend ist – eventuell bedingt durch eine unzureichende periphere Deposition. „Ein Faktor, von dem die Deposition abhängt, ist die Teilchengröße“, so Voshaar. Bisher ist es nur durch Lösungsaero­sole gelungen, ein so genanntes „extrafeines“ Partikelspektrum zu generieren. Bei adäquatem Inhalationsmanöver und aus­reichender Atemanhaltezeit (5 - 10 Sekunden) können diese Teil­chen problemlos auch die Lungenperipherie in großer Zahl (Do­sis) erreichen und dort deponieren.

 

 

Janssen-Cilag

 

Die Janssen-Cilag GmbH gehört zu den führenden forschenden Pharma­unternehmen in Deutschland. Wichtige Kompetenzfelder des Unterneh­mens sind Anästhesie, Schmerz, Pneumologie, Dermatologie, Gynäkolo­gie, Mykologie, Nephrologie, Neurologie und Psychiatrie, Onkologie, die Infektiologie/Virologie, Urologie sowie die Veterinärmedizin. 180.000 Neusynthesen entwickelte die Janssen-Cilag Forschung bis heute. Aus 80 davon entstanden neue Arzneimittel. Fünf dieser Substanzen stehen auf der Liste der unverzichtbaren Arzneimittel der WHO.

 

 

Download

 

Abstractband zum Symposium:  Abstractband - DGP 2012.pdf Abstractband - DGP 2012.pdf (5.99 MB)


 

Quelle: Symposium der Firma Janssen-Cilag zum Thema "Therapieziel Asthmakontrolle - Strategien für eine optimierte Versorgung" am 30.03.2012 in Nürnberg, anläßlich des 53.Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (tB).

 
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