Home Pneumologie Idiopathische Lungenfibrose (IPF): Neue Daten bestätigen Wirksamkeit von OFEV® (Nintedanib) in der Langzeitbehandlung der IPF
17 | 10 | 2017
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Idiopathische Lungenfibrose (IPF)

Neue Daten bestätigen Wirksamkeit von OFEV® (Nintedanib) in der Langzeitbehandlung der IPF

 

  • Interimsanalyse von INPULSIS®-ON zeigt: Effekt von OFEV® auf die Krankheitsprogression hält an – Veränderung der FVC gegenüber dem Ausgangswert bleibt über eine Behandlungsdauer von 2 Jahren stabil.1
  • Verträglichkeits- und Sicherheitsprofil durch Langzeitbeobachtung bestätigt (maximale Expositionsdauer von mehr als 3 Jahren).1
  • Häufig eingesetzte Begleitmedikationen (Antazida oder systemische Steroide) beeinflussen den Effekt von OFEV® auf die Krankheitsprogression nicht.2,3

 

Ingelheim am Rhein/Amsterdam (29. September 2015) – Patienten mit einer idiopathischen Lungenfibrose (IPF) haben in der Regel keine Aussicht auf Heilung. Nur wenige kommen für eine Lungentransplantation – die derzeit einzige kurative Therapie – in Frage. Die Hoffnung vieler Patienten liegt daher auf einer medikamentösen Therapie, die die Krankheitsprogression verlangsamen kann. Da die Medikamente auf Dauer eingenommen werden, kommt der anhaltenden Wirksamkeit sowie der Langzeitsicherheit und -verträglichkeit eine große Bedeutung zu.

 

Aktuelle Langzeitdaten belegen jetzt für OFEV® (Nintedanib) eine dauerhafte Wirksamkeit und Sicherheit über 2 Behandlungsjahre.1 Dies zeigt eine Zwischenauswertung der bis 2018 laufenden Langzeitstudie INPULSIS®-ON, die im Rahmen der Jahrestagung der European Respiratory Society (ERS) in Amsterdam vorgestellt wurde.1

 

In den zulassungsrelevanten INPULSIS®-Studien konnte OFEV® die jährliche Abnahme der Lungenfunktion etwa um die Hälfte reduzieren und die Krankheitsprogression verlangsamen.4–7 Die Wirksamkeit von OFEV® blieb in der unverblindeten Folgestudie INPULSIS®-ON konsistent erhalten, wie die Interimsanalyse nach 48 Wochen zeigt.1 Unter OFEV® betrug die FVC-Abnahme im zweiten Behandlungsjahr im Durchschnitt 87 ml und war damit vergleichbar mit der FVC-Abnahme im ersten Behandlungsjahr von durchschnittlich 89 ml unter OFEV® (gepoolte Daten der INPULSIS®-Studien).1 Auch das bekannte Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil von OFEV® wird durch die Langzeitbehandlung im Rahmen der INPULSIS®-ON-Studie bestätigt (durchschnittliche Expositionsdauer von 2,4 Jahren, maximale Expositionsdauer mehr als 3 Jahre).1 Neue Sicherheitsbedenken wurden nicht identifiziert.1

 

„IPF-Patienten sind auf eine Langzeittherapie angewiesen. Daher ist es wichtig, dass die Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung mit der Zeit nicht nachlassen“, so Prof. Dr. Michael Kreuter, Leiter des Zentrums für interstitielle und seltene Lungenerkrankungen, Oberarzt, Pneumologie und Beatmungsmedizin Thoraxklinik, Universitätsklinikum Heidelberg. „Wie die INPULSIS®-ON-Daten belegen, können IPF-Patienten von einer Langzeitbehandlung mit OFEV® anhaltend profitieren. Deshalb sind ein rechtzeitiger Therapiebeginn und eine hohe Therapietreue wichtig, um die Progression der IPF effektiv zu bremsen und so die Prognose der Patienten zu verbessern.“

 

OFEV® ist bei einem breiten Patientenspektrum konsistent wirksam: bei IPF-Patienten mit leichten und sogar sehr leichten Einschränkungen der FVC (FVC > 70 % und FVC > 90 % des Sollwerts) ebenso wie bei Patienten mit und ohne Emphysem sowie mit und ohne Honigwabenbildung.8–11 OFEV® ist auch für IPF-Patienten geeignet, die begleitend mit Antazida oder systemischen Steroiden behandelt werden. Dies zeigen jetzt Ergebnisse zweier Subgruppen-Analysen der INPULSIS®-Studiendaten, die ebenfalls auf der Jahrestagung der ERS präsentiert wurden.2 Bei Patienten, die zu Studienbeginn mit Antazida behandelt wurden, betrug die Differenz des jährlichen FVC-Abfalls unter Nintedanib 42 % (129 ml/Jahr) im Vergleich zu Placebo.2 Bei Patienten ohne Komedikation mit Antazida betrug die Differenz 56 % (98 ml/Jahr).2 Antazida beeinträchtigen die Wirksamkeit von OFEV® also nicht.2 Auch eine Begleittherapie mit Corticosteroiden, wie z. B. Prednison, wirkte sich nicht negativ auf die Wirksamkeit von OFEV® aus. Die Differenz des jährlichen FVC-Abfalls unter Nintedanib betrug 56 % (99 ml/Jahr) bei begleitender Behandlung mit Steroiden und 50 % (113 ml/Jahr) bei Patienten ohne Komedikation mit Steroiden.3 Patienten mit IPF erhalten gelegentlich Steroide als antientzündliche Therapie, weshalb diese in den Analysen berücksichtigt wurden.

 

„Antazida werden häufig bei IPF-Patienten eingesetzt, um gastroösophagealen Reflux, kurz GERD, zu behandeln“, erläutert Prof. Dr. Jürgen Behr, Asklepios Fachkliniken und Klinikum der Universität München, Pneumologie. „Dieser wird bei IPF-Patienten häufig beobachtet und gilt als Risikofaktor für die Progression der Erkrankung. OFEV® wirkt unabhängig davon und eignet sich somit als wirksame Einstiegstherapie auch bei dieser wichtigen Patientengruppe.“

 

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Die EU-Zulassung von Nintedanib basiert auf den Ergebnissen einer Phase-II-Studie (TOMORROW) und zweier Phase-III-Studien (INPULSIS®-1 und -2). In die Phase-III-Studien wurden 1.066 Patienten aus 24 Ländern eingeschlossen – darunter 95 Patienten aus 17 Zentren in Deutschland.4,12

 

  • Reduktion des jährlichen FVC-Verlusts (forcierte Vitalkapazität) gegenüber Placebo um etwa die Hälfte
  • Verlangsamung der Krankheitsprogression, bewertet anhand des jährlichen FVC-Abfalls
  • Reduktion der adjudizierten akuten Exazerbationen um 68 % (bislang nur für Nintedanib gezeigt)
  • Die häufigsten Nebenwirkungen unter der Therapie mit Nintedanib waren gastrointestinale Beschwerden. Über 95 % der hiervon betroffenen Patienten setzten die Behandlung im Rahmen der INPULSIS®-Studien trotzdem fort. Der Anteil der Patienten mit schwerwiegenden Nebenwirkungen war in allen Behandlungsgruppen vergleichbar.

 

 

Über OFEV®

 

OFEV® (Nintedanib) ist ein niedermolekularer Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI), der u. a. die Rezeptor-Tyrosinkinasen der Wachstumsfaktoren VEGF, FGF und PDGF inhibiert.13 Die durch OFEV® inhibierten Signalwege sind an fibrotischen und entzündlichen Prozessen der idiopathischen Lungenfibrose (IPF) beteiligt.14–16 Es wird angenommen, dass Nintedanib durch Blockade dieser Signalwege das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen kann.

 

 

Über die idiopathische Lungenfibrose

 

Die idiopathische Lungenfibrose (IPF) ist eine chronische, progressive Lungenerkrankung unbekannter Ursache, welche die Patienten schwer beeinträchtigt und in der Regel zum Tod führt.17,18 Die Prävalenz von IPF beträgt schätzungsweise 2 bis 29 Patienten pro 100.000 Menschen.18,19 IPF gehört damit zu den seltenen Erkrankungen (Orphan Diseases).19 IPF ist durch eine fortschreitende Vernarbung des Lungengewebes und den damit verbundenen Verlust der Lungenfunktion gekennzeichnet.17 Die Entwicklung dieses Narbengewebes wird als Fibrose bezeichnet.17 Mit der Verdickung und Versteifung des Gewebes verliert die Lunge mit der Zeit ihre Fähigkeit, Sauerstoff aufzunehmen und dem Blutkreislauf zuzuführen, sodass lebenswichtige Organe nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden können. Deshalb leiden Menschen mit IPF an Atemnot, Husten und haben oft Schwierigkeiten alltägliche körperliche Tätigkeiten zu verrichten.20

 

Für weiterführende Informationen besuchen Sie bitte unsere Internetseiten www.ofev.de und www.soundsofipf.de. Die IPF Challenge App können Sie im App Store und im Google Play Store herunterladen.

 

 

Boehringer Ingelheim

 

Der Unternehmensverband Boehringer Ingelheim zählt weltweit zu den 20 führenden Pharmaunternehmen. Mit Hauptsitz in Ingelheim, Deutschland, ist Boehringer Ingelheim weltweit mit 146 verbundenen Unternehmen vertreten und beschäftigt insgesamt mehr als 47.700 Mitarbeiter. Die Schwerpunkte des 1885 gegründeten Unternehmens in Familienbesitz liegen in der Forschung, Entwicklung, Produktion sowie im Marketing neuer Medikamente mit hohem therapeutischem Nutzen für die Humanmedizin sowie die Tiergesundheit.

 

Für Boehringer Ingelheim ist die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur. Dazu zählt das weltweite Engagement in sozialen Projekten wie zum Beispiel der Initiative „Making More Health“ ebenso wie der sorgsame Umgang mit den eigenen Mitarbeitern. Respekt, Chancengleichheit sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bilden dabei die Basis des Miteinanders. Bei allen Aktivitäten des Unternehmens stehen zudem der Schutz und Erhalt der Umwelt im Fokus.

 

Im Jahr 2014 erwirtschaftete Boehringer Ingelheim Umsatzerlöse von rund 13,3 Mrd. Euro. Die Aufwendungen für Forschung & Entwicklung entsprechen 19,9 Prozent der Umsatzerlöse.

 

 

 

Anmerkung

 

  • * Im Rahmen einer vorgegebenen Sensitivitätsanalyse der gepoolten INPULSIS®-1- und -2-Daten wurden akute Exazerbationen von unabhängigen Experten untersucht. Der sekundäre Endpunkt war die Zeit bis zur ersten von den Prüfärzten berichteten Exazerbation. Dieser Endpunkt wurde in den Studien TOMORROW und INPULSIS®-2, nicht jedoch in der INPULSIS®-1-Studie erreicht.

 

 

Referenzen / Literaturverweise 

  1. Crestani B, Ogura T, Pelling K, et al. Interim analysis of nintedanib in an open-label extension of the INPULSIS® trials (INPULSIS®-ON). European Respiratory Society International Congress. Abstract 2015.
  2. Raghu G, Crestani B, Bailes Z, et al. Effect of anti-acid medication on reduction in FVC decline with nintedanib. European Respiratory Society International Congress. Abstract 2015.
  3. Richeldi L, Bois RM du, Raghu G, et al. Efficacy and safety of nintedanib in idiopathic pulmonary fibrosis. N Engl J Med 2014;370(22):2071–82.
  4. Cottin V, Taniguchi H, Collard HR, et al. Reduction in disease progression with nintedanib in the INPULSISTM trials. Eur Respir J 2014;44(Suppl 58):Abstract 1906.
  5. Boehringer Ingelheim. OFEV® Fachinformation, Stand Januar 2015.
  6. Behr J, Bonella F, Bonnet R, et al. Positionspapier zur Bedeutung der forcierten Vitalkapazität für Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose (IPF). Pneumologie 2015;69:455–8.
  7. Costabel U, Inoue Y, Richeldi L, et al. Effect of baseline FVC on decline in lung function with nintedanib: results from the INPULSISTM trials. Eur Respir J 2014;44(Suppl 58):Abstract 1907.
  8. Cottin V, Hiroyuki Taniguchi, Luca Richeldi, et al. Effect of baseline emphysema on reduction in FVC decline with nintedanib in the INPULSISTM trials. 18th International Colloquium on Lung and Airway Fibrosis (ICLAF). Abstract 2014.
  9. Kolb M, Richeldi L, Kimura T, et al. Effect of baseline FVC on decline in lung function with nintedanib in patients with IPF: results from the INPULSIS® trials. Annual Meeting of the American Thoracic Society (ATS). Abstract 2015.
  10. Raghu G, Wells A, Nicholson AG, et al. Consistent effect of nintedanib on decline in FVC in patients across subgroups based on HRCT diagnostic criteria: results from the INPULSIS® trials in IPF. Annual Meeting of American Thoracic Society (ATS). Abstract 2015.
  11. Cottin V, Li H, Luppi F, et al. Effect of baseline corticosteroid medication on reduction in FVC decline with nintedanib. European Respiratory Society International Congress. Abstract 2015.
  12. Richeldi L, Cottin V, Flaherty KR, et al. Design of the INPULSISTM trials: two phase 3 trials of nintedanib in patients with idiopathic pulmonary fibrosis. Respir Med 2014;108(7):1023–30.
  13. Hilberg F, Roth GJ, Krssak M, et al. BIBF 1120: Triple angiokinase inhibitor with sustained receptor blockade and good antitumor efficacy. Cancer Res 2008;68(12):4774–82.
  14. Chaudhary NI, Roth GJ, Hilberg F, et al. Inhibition of PDGF, VEGF and FGF signalling attenuates fibrosis. Eur Respir J 2007;29(5):976–85.
  15. Wollin L, Maillet I, Quesniaux V, et al. Antifibrotic and anti-inflammatory activity of the tyrosine kinase inhibitor nintedanib in experimental models of lung fibrosis. J Pharmacol Exp Ther 2014;349(2):209–20.
  16. Richeldi L, Costabel U, Selman M, et al. Efficacy of a tyrosine kinase inhibitor in idiopathic pulmonary fibrosis. N Engl J Med 2011;365(12):1079–87.
  17. Raghu G, Collard HR, Egan JJ, et al. An official ATS/ERS/JRS/ALAT statement: idiopathic pulmonary fibrosis: evidence-based guidelines for diagnosis and management. Am J Respir Crit Care Med 2011;183(6):788–824.
  18. Behr J, Günther A, Ammenwerth W, et al. S2K-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der idiopathischen Lungenfibrose. Pneumologie 2013;67(02):81–111.
  19. Behr J. Diagnostik und Therapiemöglichkeiten bei idiopathischer Lungenfibrose. Dtsch Arztebl Int 2013;110(51-52):875–81.
  20. Pulmonary Fibrosis Foundation. About PF. Online verfügbar unter: http://www.pulmonaryfibrosis.org/life-with-pf/about-pf.  - Letzter Aufruf: 20.08.2015.

 


Quelle: Boehringer Ingelheim, 29.09.2015 (tB).

 
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