Home Pneumologie 57. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie 2016: Asthma – vom leichten bis zum schweren Ende
22 | 10 | 2017
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57. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie 2016

Asthma – vom leichten bis zum schweren Ende

 

  • Asthmakontrolle als Grundlage erfolgreicher Therapie
  • Schweres Asthma: Wo stehen wir?
  • Gezielte Anti-IL-5-Therapie mit Mepolizumab

 

Leipzig (4. März 2016) – Die heutige Therapie des schweren Asthma bronchiale kann – auf Grundlage eines guten Asthmamanagements – individueller an die Bedürfnisse der Patienten angepasst werden. Die Identifizierung von Phänotypen und die Verfügbarkeit neuer, zielgerichteter Therapieoptionen ermöglichen das. Dazu zählt auch das kürzlich eingeführte Biologikum Mepolizumab (monoklonaler Anti-IL-5-Antikörper) für Patienten mit schwerem, refraktärem eosinophilem Asthma. Welche Erkenntnisse aus der aktuellen Studienlage gewonnen werden können, und inwiefern diese den Praxisalltag verändern, diskutierten Pneumologen auf einem Symposium* im Rahmen des 57. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie in Leipzig.

 

 

Asthmamanagement: Es gibt noch viel zu tun

 

Trotz medizinischer Fortschritte ist bei über der Hälfte der Patienten in Europa (53,5%) das Asthma nicht ausreichend kontrolliert.1 Schlecht eingestellte Asthmapatienten spüren ihre Erkrankung täglich: 80% geben an, dass sie ihre Lebensweise substanziell verändern mussten, um die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Symptomen zu verringern.2 Die mangelnde Compliance der Patienten trägt erheblich zu dieser schlechten Asthmakontrolle bei. Studien zeigen, dass die Therapietreue bei Asthmainhalatoren in den Industrieländern nur 28% beträgt.3 Vereinfachte Therapieschemata können die Compliance verbessern. So bevorzugt die Mehrzahl der Asthmapatienten eine 1x tägliche Anwendung der Medikation.4,5

 

Die Kombination von inhalativem Corticosteroid (ICS) und lang wirksamem Beta2-Sympathomi-metikum (LABA) zählt in Abhängigkeit des Schweregrades zu den empfohlenen Therapien bei Patienten mit Asthma bronchiale.6 Reichen ICS in niedriger Dosis nicht zur Symptomkontrolle aus, ist die Kombination mit einem LABA die effektivere Strategie als eine ICS-Dosis-Erhöhung in Monotherapie.6 „Die Kombination von ICS und LABA zählt in Abhängigkeit vom Schweregrad zu den effizientesten Therapien bei Patienten mit Asthma bronchiale“, betonte Dr. Cordula Mohrlang, GSK Deutschland, München.

 

Vor diesem Hintergrund stellt die 24 Stunden wirksame ICS/LABA-Fixkombination aus Fluticasonfuroat (FF) und Vilanterol (VI) (Relvar®) eine hervorragende Option für diejenigen Asthma-Patienten dar, die mit einem ICS und einer Bedarfsmedikation nicht ausreichend eingestellt sind. 7,8 Die Fixkombination, die nur 1x täglich mit dem innovativen Trockenpulverinhalator Ellipta® angewendet wird, erfüllt als einzige ICS/LABA Fixkombination das Bedürfnis vieler Asthmapatienten, nur 1x am Tag zu inhalieren.4,5,7

 

 

Schweres Asthma: Grenzen der hochdosierten, inhalativen Therapie

 

Zwar erreichen die meisten Asthmapatienten mit den bislang verfügbaren Therapieoptionen eine ausreichende Kontrolle ihrer Asthmabeschwerden, doch ein Anteil von 5 bis 10% der Asthmapatienten lässt sich mit diesen konventionellen Behandlungsoptionen nicht kontrollieren.9 „In der heterogenen Gruppe der Patienten mit schlechter Asthmakontrolle unter Hochdosistherapie mit ICS und weiterer Asthmamedikation müssen die Patienten z.B. mit schlechter Compliance oder ständiger Exposition gegenüber Triggerfaktoren, wie beispielsweise einer Katze, von denjenigen abgegrenzt werden, die tatsächlich schweres Asthma haben“, betonte Prof. Andrew Greening, Global Respiratory Franchise, GSK UK, London. Schweres Asthma ist nach Bestätigung der Diagnose Asthma und nachdem Komorbiditäten abgeklärt worden sind, definiert als Asthma, für welches hohe Dosen inhalativer Corticosteroide (ICS) und weitere Asthmadauermedikation und/oder systemische Corticosteroide benötigt werden, um zu verhindern, dass es unkontrolliert wird, oder es trotz dieser Therapie unkontrolliert verbleibt.10

 

Die Identifizierung bestimmter Phänotypen kann wesentlich zur Therapieoptimierung beitragen. Greening nannte hier die Zytologie des Sputums mit Fokus auf der Bestimmung von Eosinophilen und Neutrophilen. Aber auch die Untersuchung des Blutes auf IgE oder Blut- Eosinophilen-Zahlen im Diffentialblutbild kann Aufschluss geben, ob eher eine allergische oder aber eine eosinophile Entzündung der Atemwege dem schweren Asthma zugrunde liegt . „Sowohl die eosinophile als auch die allergische Entzündung in der Lunge kann zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Atmung sowie Zunahme von Asthmaanfällen führen“, so Greening.

 

 

Neue Behandlungsoption bei schwerem refraktärem eosinophilem Asthma

 

„Für Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma bietet Mepolizumab erstmals eine gezielte Zusatztherapie“, erklärte Dr. Frank Albers, Global Respiratory Franchise, GSK US, North Carolina. Mepolizumab (Nucala®) ist als Zusatzbehandlung bei erwachsenen Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma zugelassen11. Der Anti-IL-5-Antikörper bindet mit hoher Affinität und Spezifität an humanes Interleukin-5 (IL-5). „IL-5 wird von verschiedenen Immunzellen wie z. B. Th2 (T-Helferzellen vom Typ 2) und ILC2 (Innate lymphoid cells Typ 2) produziert und spielt bei schwerem eosinophilem Asthma eine pathophysiologisch wichtige Rolle“, erklärte Dr. Albers. So hat IL-5 beim Wachstum, der Differenzierung, Rekrutierung und Aktivierung aber auch für das Überleben von eosinophilen Granulozyten eine zentrale Funktion. Eine IL-5-Überproduktion führt auch zu einem Anstieg der eosinophilen Granulozyten in der Lunge. Mepolizumab verhindert die Bindung von IL-5 an die α-Kette des IL-5-Rezeptorkomplexes auf der Zelloberfläche der Eosinophilen und ermöglicht damit eine Reduktion der Eosinophilen-spiegel in Blut, Gewebe sowie Sputum.12

 

Mepolizumab wurde in einem großen klinischen Phase-II/III-Entwicklungsprogramm mit insgesamt neun Studien bei zusammen 915 Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma untersucht. Die drei zulassungsrelevanten Studien DREAM (MEA112997), MENSA (MEA115588) und SIRIUS (MEA115575) bestätigten die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Mepolizumab bei schwerem refraktärem eosinophilem Asthma. Schwere Asthmaanfälle, die bei diesem Patientenkollektiv häufig auftreten, konnten durch die Behandlung mit Mepolizumab um etwa die Hälfte gegenüber Placebo reduziert werden; zudem konnte die Lebensqualität und die Asthmakontrolle verbessert werden. Auch die Anwendung oraler Corticosteroide konnte gesenkt werden.13,14,15 Die empfohlene Dosis von Mepolizumab beträgt 100 mg unabhängig vom Gewicht und wird alle vier Wochen einmal subkutan verabreicht.11,13

 

 

Anmerkungen

 

  • *Symposium „Asthma – vom leichten bis zum schweren Ende“ im Rahmen des 57. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) am 3. März 2016 in Leipzig.
  • Relvar® ist zugelassen für Patienten (≥12 Jahre), die eine Asthma-Erhaltungstherapie benötigen: Patienten, die mit ICS und einer Bedarfsmedikation nicht ausreichend eingestellt sind.7

 

 

Literaturverweise 

  1. Demoly P et al. Eur Resp Rev 2012; 21: 66–24
  2. Dale P et al. J Asthma 2013; 51: 127–35
  3. WHO [online] 2003. http://apps.who.int/medicinedocs/pdf/s4883e/s4883e.pdf [Februar 2016]
  4. Price D et al. Prim Care Resp J 2013; 22: 161–8
  5. Price D et al. BMC Pulm Med 2010; 10: 1
  6. From the Global Strategy for Asthma Management and Prevention, Global Initiative for Asthma (GINA) 2015. http://www.ginasthma.org/ [Februar 2016]
  7. Fachinformation Relvar®, GSK, Stand: Dezember 2015
  8. Bleecker ER et al. J Allergy Clin Immunol Pract 2014; 2: 553–61
  9. Moore WC et al. J Allergy Clin Immunol 2007;11:405-413
  10. Chung et al. International ERS/ATS guidelines on definition, evaluation and treatment of severe asthma. Eur Respir J 2014; 43: 343- 373
  11. Fachinformation Nucala® (Mepolizumab), GSK, Stand: Dezember 2015
  12. Zusammenfassung der Arzneimittelmerkmale von Nucala® (Mepolizumab) online unter http://ec.europa.eu/health/documents/community-register/index_en.htm [Februar 2016]
  13. Pavord ID et al. Lancet 2012; 380: 651–659
  14. Ortega HG et al. N Engl J Med 2014; 371: 1198–1207
  15. Bel EH et al. N Engl J Med 2014; 371: 1189–1197

  

GlaxoSmithKline – eines der weltweit führenden forschenden Arzneimittel- und Healthcare-Unternehmen – engagiert sich für die Verbesserung der Lebensqualität, um Menschen ein aktiveres, längeres und gesünderes Leben zu ermöglichen. In Deutschland gehört GSK zu den wichtigsten Anbietern medizinischer Produkte und engagiert sich darüber hinaus in vielfältigen sozialen Projekten: So unterstützen wir „wellcome – für das Abenteuer Familie“ und den „Förderverein Bildung für kranke Kinder und Jugendliche München e.V.“. Zudem stellt GSK seine MitarbeiterInnen einen Tag im Jahr am so genannten „OrangeDay“ frei, um in sozialen Einrichtungen mitzuhelfen. Seit 2013 besteht eine einzigartige weltweite Partnerschaft mit der Nichtregierungsorganisation „Save the Children“, die das Ziel hat, einer Million Kindern in Entwicklungsländern das Leben zu retten.

 

 

 

 


Quelle: GlaxoSmithKline, 03.03.2016 (tB).

 
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