Rheuma

DMP Rheumatoide Arthritis

Leitlinien decken wichtige Versorgungsaspekte ab

  • IQWiG identifiziert E mpfehlungen für mögliches DMP
  • Schwerpunkt liegt auf Arzneimitteltherapie

Köln (28. April 2016) - Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat am 28 April 2016 die Ergebnisse einer Recherche evidenzbasierter Leitlinien zur Behandlung von Menschen mit rheumatoider Arthritis vorgelegt. Ziel des Berichts ist es, aus aktuellen, methodisch hochwertigen Leitlinien diejenigen Empfehlungen zu identifizieren, die für ein mögliches neues Disease-Management-Programm (DMP) Rheumatoide Arthritis von Bedeutung sein könnten. Demnach decken die Empfehlungen fast alle Versorgungsaspekte ab, Maßnahmen zur Rehabilitation werden jedoch nur vereinzelt thematisiert. Der Schwerpunkt der Empfehlungen liegt auf der medikamentösen Therapie .

Hersteller legt keine relevanten Daten vor und beansprucht selbst keinen Zusatznutzen

Secukinumab bei aktivem Morbus Bechterew oder Psoriasis-Arthritis: Zusatznutzen nicht belegt

 

Köln (15. März 2016) - Secukinumab (Handelsname Cosentyx) ist seit November 2015 für Erwachsene zugelassen, die unter aktiver ankylosierender Spondylitis (Morbus Bechterew) oder unter Psoriasis-Arthritis leiden. Für Patienten mit Plaque-Psoriasis (Schuppenflechte) hat der Wirkstoff 2015 bereits eine frühe Nutzenbewertung gemäß Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) durchlaufen. Nun hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G‑-BA) das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beauftragt, auch für die neuen Anwendungsgebiete eine Dossierbewertung vorzunehmen. Da der Hersteller in seinem Dossier keine geeigneten Studien benennt, ist ein Zusatznutzen von Secukinumab gegenüber den zweckmäßigen Vergleichstherapien nicht belegt.

AQUA-Institut unterstützt Verband Rheumatologischer Akutkliniken bei Qualitätsverbesserung

KOBRA: Qualität in Rheuma-Kliniken

Göttingen (1. März 2016) - Die Versorgungsqualität in rheuma­tologischen Akutkliniken steht im Mittelpunkt eines neuen Projekts des AQUA-Instituts. Auftraggeber ist der Verband der Rheumatologischen Akutkliniken e.V. (VRA), der mit dem Projekt namens KOBRA relevante Erkenntnisse aus den Reihen seiner Mitglieder gewinnen möchte. KOBRA steht für kontinuierliches Outcome-Benchmarking in der rheumatologischen Akutversorgung.

Zwischen Komorbiditäten und Therapieeskalation

Praxisrelevante Aspekte zum Einsatz von TNF-alpha-Blockern wie Adalimumab

 

Wiesbaden (21. Oktober 2015) - Individuelle Voraussetzungen, unterschiedliche Krankheitsverläufe und Komorbiditäten bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen stellen den behandelnden Arzt häufig vor Herausforderungen, wenn es um die Wahl der adäquaten Therapie geht. Auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in Bremen1 wurden vor diesem Hintergrund für Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA), Psoriasis-Arthritis (PsA) oder axialer Spondyloarthritis (SpA) praxisrelevante Aspekte der Biologikatherapie anhand von Fallbeispielen diskutiert. So wurde gezeigt, dass eine Biologikatherapie auch bei Patienten mit erhöhtem Infektionsrisiko oder bei Malignomen in der Anamnese möglich sein kann. Im Hinblick auf das Behandlungsschema unterstrichen neue Studiendaten den Wert der Kombination von TNF-alpha-Blockern mit MTX für die Therapie der RA.2,3 Wie die CONCERTO-Studie4 anhand des TNF-alpha-Blockers Adalimumab (HUMIRA®) belegt, können bei gemeinsamer Gabe mit einem Biologikum 10 mg MTX bereits ausreichen – wodurch eine flexiblere Therapiegestaltung möglich wird.

Ilaris® (Canakinumab)

Interleukin-1beta-Inhibition bei CAPS und SJIA

 

  • CAPS (Cryopyrin-assoziierte periodische Syndrome) und SJIA (Systemische juvenile idiopathische Arthritis) sind seltene autoinflammatorische Erkrankungen.1
  • Ilaris® (Canakinumab), ein humaner, monoklonaler Antikörper, wirkt selektiv und effektiv gegen die gemeinsame Ursache von CAPS und SJIA: einen Überschuss des Zytokins Interleukin-1β (IL-1β). 1,2,3,4,5,6
  • Essentiell für eine effektive Therapie ist neben der Behandlung der Erkrankungssymptomatik auch die Berücksichtigung psychosozialer Aspekte.

 

Dresden (1. Oktober 2015) – Cryopyrin-assoziierte periodische Syndrome (CAPS) und systemische juvenile idiopathische Arthritis (SJIA) sind seltene Erkrankungen, die bereits im Kindesalter auftreten.1 Sie müssen besonders umfassend behandelt werden, damit sie im späteren Leben sowohl körperlich als auch psychosozial zu möglichst geringen Einschränkungen führen.

Rheumatoide Arthritis

Lebensqualität durch schlechte Therapieadhärenz verringert

 

Bremen (4. September 2015) - Aktuelle Daten zur Therapieadhärenz bei rheumatoider Arthritis (RA) belegen, dass rund ein Fünftel der Patienten mit erstmaliger Verordnung von Methotrexat (MTX) das Medikament bereits im ersten Jahr nach Therapiestart absetzen. Ein weiteres Fünftel der Patienten nimmt MTX nur unregelmäßig ein.1 Eine suboptimale Therapieadhärenz kann den Behandlungserfolg bei RA gefährden und sich negativ auf Krankheitsaktivität und radiologische Progression auswirken.2 Zudem korreliert eine schlechte Therapieadhärenz auch mit einer geringeren Lebensqualität, wie die beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) 2015 präsentierte Querschnittsstudie TRACE aufzeigt.3 Bei einem Symposium von Roche und Chugai im Rahmen des DGRh-Kongresses diskutierten Experten über Non-Adhärenz bei RA und deren Auswirkungen auf Patienten.

Abb.: 15mg Pen. Photo: medacDGRh 2015: Neue Perspektiven der Methotrexat-Therapie

MTX als therapeutischer Eckpfeiler in der Rheumatologie, Newcomer in der Dermatologie und Zukunftskandidat in der Kardiologie

 

Bremen (3. September 2015) - Methotrexat (MTX) ist bei der rheumatoiden Arthritis (RA) weiterhin das Basistherapeutikum mit der besten Studienlage und längsten Erfahrung im Praxisalltag. Im Normalfall, d.h. wenn keine Kontraindikationen vorliegen, bildet es als Monotherapie den Einstieg in die Basistherapie. Ist eine Eskalation auf Biologika erforderlich, sollte MTX als Kombinationspartner beibehalten werden, weil es deren Langzeiteffektivität verbessert und der Bildung von Anti-Drug-Antikörpern vorbeugt. Subkutan gegeben weist es deutliche Vorteile gegenüber der oralen Gabe auf (Pichlmeier U, Heuer KU: Clin Exp Rheumatol 2014; 32:563-571; Schiff MH et al.: Ann Rheum Dis 2014; 73:1549-1551; Braun J et al.: Arthritis Rheum 2008; 58:73-81). Dies gilt auch für die Dermatologie, in der die subkutane Applikation den Durchbruch für Methotrexat bringen könnte, wie eine erste aktuelle Studie bei Patienten mit Plaque-Psoriasis gezeigt hat. Auch in der Kardiologie könnte MTX zukünftig eine Rolle spielen, so die Einschätzung von Experten in einem von der Firma medac unterstützten Satellitensymposium beim 43. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.

43. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)

Biologika bergen kein erhöhtes Krebsrisiko für Kinder

 

Bremen (3. September 2015) – Immer noch sind einige Eltern und Ärzte besorgt, dass gentechnisch hergestellte Biologika das Krebsrisiko bei Kindern mit Rheuma erhöhen. Doch Studien und neue Registerdaten aus Deutschland entkräften diesen Verdacht nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern mit Gelenkrheuma. Die Untersuchungen zeigen jedoch auch, dass entzündlich rheumatische Erkrankungen mit einem zwei- bis vierfach erhöhten Risiko für Tumoren im Vergleich zur Bevölkerung einhergehen. Um Eltern, Betroffene und Ärzte besser aufzuklären, müssen die neuen Informationen zügig bekannt gemacht werden, forderten Kinderrheumatologen im Vorfeld des 43. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh).

Rheumatologen tagen in Bremen

Fortschritte in der Rheuma-Therapie und neue Impfempfehlungen

 

Bremen (3. September 2015) – Fast jeder vierte Deutsche ist von einer der mehr als 100 Arten rheumatischer Erkrankungen betroffen. Die medizinische Situation dieser Patienten hat sich in den vergangenen 20 Jahren deutlich verbessert. Gelenkschmerzen und Behinderungen können heutzutage bei einem Großteil der Betroffenen verhindert werden. Über die Fortschritte in der Therapie, immer kleinere Implantate und neue Impfempfehlungen für Kinder mit Rheuma diskutieren Experten im Rahmen des 43. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Dieser findet vom 2. bis 5. September 2015 in Bremen statt. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe eröffnet den Kongress mit einem Festvortrag. Es werden 2.500 Teilnehmer erwartet.

Secukinumab bei Plaque-Psoriasis

Kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen

 

Köln (1. September 2015) - Secukinumab (Handelsname Cosentyx) ist seit Januar 2015 für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis (Schuppenflechte) zugelassen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat in einer Dossierbewertung überprüft, ob dieser Wirkstoff gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie einen Zusatznutzen bietet. Ein solcher Zusatznutzen lässt sich jedoch aus dem Dossier nicht ableiten: Bei Patientinnen und Patienten, für die eine systemische Therapie infrage kommt, liefert ein indirekter Vergleich keine geeigneten Daten, weil die Mindeststudiendauer nicht erreicht wurde. Bei Erwachsenen, bei denen andere systemische Therapien erfolglos oder nicht geeignet waren, zeigen die Ergebnisse aus einem direkten Vergleich keine statistisch signifikanten Unterschiede zur Vergleichsgruppe.

Rheumatoide Arthritis

Neue Studiendaten zeigen suboptimale Adhärenz in der Therapie mit Methotrexat

 

Frankfurt am Main (21. Juli 2015) - Mehr als 18 % der Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA), die erstmalig Methotrexat (MTX) als Basistherapeutikum verordnet bekommen haben, setzten das Medikament im ersten Jahr nach Behandlungsbeginn ab, weitere rund 20 % der Patienten führten die MTXTherapie nicht wie verordnet fort. Das belegt eine aktuelle Analyse von Daten einer deutschen Krankenversicherung von mehreren Tausend RA-Patienten aus den Jahren 2010-2013, die erstmals beim diesjährigen Kongress der European League Against Rheumatism (EULAR) veröffentlicht wurde1. In Anbetracht der Tatsache, dass eine geringe Therapieadhärenz bei RA zu einer unzureichenden Krankheitskontrolle und somit einem schlechteren Behandlungserfolg führen kann, diskutierten Experten bei einem Pressegespräch von Roche und Chugai in Frankfurt über Non-Adhärenz bei RA und mögliche Lösungsoptionen wie eine Therapievereinfachung.

Window of Opportunity bei der Axialen Spondyloarthritis

Frühzeitige Therapie ist entscheidend

 

Wiesbaden (20. Juli 2015) - Neue Erkenntnisse zum Krankheitsverlauf der axialen Spondyloarthritis weisen auf die Existenz eines „Window of Opportunity“ in der Therapie der Erkrankung hin.1 In diesem Zeitfenster im frühen Verlauf der Erkrankung scheint es möglich, nicht nur die Krankheitsaktivität selbst, sondern auch die radiologische Progression positiv zu beeinflussen. Diskutiert werden hierbei positive Effekte einer frühzeitig einsetzenden und langfristigen Therapie mit TNF-alpha-Blockern. Für den TNF-alpha-Blocker Adalimumab (HUMIRA®) liegen mittlerweile sowohl Langzeitdaten zur Behandlung der AS über fünf2 als auch zur Behandlung der nichtröntgenologischen axialen SpA über drei Jahre3 vor.  

Wissenschaft, Praxis, Innovation

TNF-alpha-Blocker in der Therapie der Rheumatoiden Arthritis

 

Wiesbaden (7. Mai 2015) - Tumornekrosefaktor (TNF)-alpha-Blocker haben neue Maßstäbe in der Behandlung chronisch-inflammatorischer Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis (RA) gesetzt. Aktuelle Behandlungskonzepte zielen im Sinne des Treat-to-Target-Grundsatzes auf das Erreichen der klinischen Remission.1,2 Die anfängliche Skepsis gegenüber der TNF-alpha-Therapie ist der langjährigen Erfahrung mit dem Ergebnis eines guten Wirksamkeits- und Sicherheitsprofils gewichen.3 Mit der Kombination aus Adalimumab (HUMIRA®) und Methotrexat (MTX) ist es heute möglich, über eine langanhaltende klinische Remission hinaus, die umfassende Krankheitskontrolle zu erreichen.4 Dabei scheint sich der frühe Einsatz von TNF-alpha-Blockern besonders günstig auf die Eindämmung der Krankheitsaktivität auszuwirken.5,6 Parallel wird daran geforscht, die Therapie weiter zu optimieren. Die CONCERTO-Studie7 zur Reduktion von MTX in der Kombinationstherapie mit Adalimumab hat hier neue Erkenntnisse geliefert. Aufgrund ihrer herausragenden Stellung im Entzündungsgeschehen ist der Einsatz von TNF-alpha-Blockern in besonders vielen Indikationen wirksam.8 Die Erforschung des Zytokins TNF-alpha dauert indes an. An weiteren Zulassungen wird gearbeitet.