Rheuma

Neue Langzeit-Daten zu gentechnisch erzeugten Rheumamedikamenten

Verringertes Sterberisiko von Rheuma-Patienten unter Biologika-Therapie beobachtet

 

Bochum/Berlin (9. August 2012)Vor 13 Jahren wurde in Europa das erste Biologikum zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis zugelassen. Zeitgleich haben Experten Biologika-Register in mehreren europäischen Ländern eingerichtet, um Sicherheit und Wirksamkeit der neuen Therapien zu prüfen.

Übereinstimmend zeigen die Register, dass eine Behandlung mit den am längsten erprobten Biologika, den TNF-Blockern, das Krebsrisiko nicht erhöht. Das deutsche Biologika-Register konnte jetzt erstmals zeigen, dass Rheuma-Patienten eine normale Lebenserwartung erreichen, wenn es gelingt, die Krankheitsaktivität dauerhaft zu kontrollieren. Es bestehe jedoch ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Infektionen bei Behandlung mit TNF Blockern. Über Nutzen und Risiken der Biologika-Therapie sowie die optimale Therapieplanung diskutieren Experten auf dem 40. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) vom 19. bis 22. September in Bochum.

Rheumatoide Arthritis

Vorbericht zu Biologika in der Zweitlinientherapie erschienen

 

Grundsätzlich positive Effekte bei den meisten Wirkstoffen

Allerdings fehlen Langzeitdaten und belastbare Direktvergleiche

 

Köln (27. Juni 2012) - Neun biotechnologisch hergestellte Arzneimittel für die Behandlung von Erwachsenen mit rheumatoider Arthritis, bei denen eine medikamentöse Vorbehandlung versagt hat, werden zurzeit vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht. Die vorläufigen Ergebnisse zeigen eine grundsätzlich positive Tendenz: Für die meisten Wirkstoffe gibt es Belege, Hinweise oder zumindest Anhaltspunkte für einen Nutzen in Bezug auf mindestens ein Zielkriterium. Es fehlen aber Langzeitdaten und belastbare Direktvergleiche von Biologika untereinander, um zu beurteilen, welche der Wirkstoffe in der Zweitlinientherapie besser oder schlechter geeignet sind. Zu dem am 27. Juni 2012 veröffentlichten Vorbericht können interessierte Personen und Institutionen bis zum 25. Juli 2012 schriftliche Stellungnahmen abgeben.

 

Aktuelle Daten vom EULAR 2012

In jeder Hinsicht überzeugend: B-Zell-Therapie in der RA wirksam und sicher

 

Berlin (20. Juni 2012) - Seit seiner Zulassung vor über fünf Jahren hat sich Rituximab (RTX; MabThera®) als wirksame und sichere Therapieoption in der Rheumatoiden Arthritis (RA) etabliert. Neue Studienergebnisse vom diesjährigen EULAR-Kongress bestätigen erneut, dass sich die frühzeitige Behandlung mit RTX nach Versagen von TNF-alpha-Hemmern günstig auf die klinische Wirksamkeit (Switch-RA) sowie auf die Hemmung der radiologischen Progression (REFLEX) auswirkt. Zusätzliche Studien untermauern die Bedeutung von bewährten und neuen Biomarkern zur Vorhersage des klinischen Ansprechens auf RTX – und damit des innovativen Konzepts der Personalisierten Medizin in der RA.

 

EULAR-Highlights 2012

Zukunftsweisende Ergebnisse für die RA-Monotherapie mit Tocilizumab

 

Berlin (20. Juni 2012) - Einen solchen Vergleich hat es in der Rheumatoiden Arthritis (RA) bisher nicht gegeben: In der ersten Head-to-Head-Studie „ADalimumab ACTemrA“ (ADACTA) werden die in der RA-Monotherapie zugelassenen Biologika Tocilizumab (RoACTEMRA®) und Adalimumab miteinander verglichen. Die auf dem diesjährigen EULAR-Kongress erstmals vorgelegten Daten zeigen, dass die Tocilizumab-Monotherapie signifikant überlegen wirksam ist. Die neuen Langzeitdaten der Studie ACT-RAY bestätigen ebenfalls den hohen Stellenwert des Interleukin-6(IL6)-Rezeptorblockers in der Monotherapie: Tocilizumab allein ist auch nach 52 Wochen vergleichbar wirksam wie in der Kombinationstherapie mit Methotrexat (MTX).

 

In klinischer Prüfung – der JAK-Inhibitor Tofacitinib

Ein mögliches neues therapeutisches Target bei Rheumatoider Arthritis: Die intrazellulären Signalwege der Janus-Kinasen (JAKs)

 

Berlin (12. Juni 2012) - Die Forschung der letzten Jahre hat gezeigt, dass ein breites Spektrum an Zytokinen und Immunzellen an der Pathogenese der Rheumatoiden Arthritis beteiligt ist. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Zytokin-Netzwerken und zentralen Umschaltstellen in den intrazellulären Signalwegen. Die derzeit in der Entwicklung befindlichen neuen Wirkstoffe sind „small molecules“, die gezielt die intrazelluläre Signalvermittlung von wichtigen pro-inflammatorischen Zytokinen hemmen. Bisherige Therapieansätze wie Biologika zielen auf einzelne Moleküle wie z.B. Tumornekrosefaktor alpha (TNF-alpha) und hemmen die Wirkung von Zytokinen im extrazellulären Raum. Einer der zentralen intrazellulären Signalwege sind die der Janus-Kinasen (JAKs). Tofacitinib (CP-690,550) ist ein oraler JAKInhibitor, der derzeit in einem umfangreichen klinischen Studienprogramm als zielgerichteter Immunmodulator für die krankheitsmodifizierende Therapie der rheumatoiden Arthritis untersucht wird. Im Rahmen eines Pressegesprächs1von Pfizer stellten Experten den neuen Wirkansatz und aktuelle Daten aus dem Studienprogramm vor.

 

EULAR-Kongress 2012 in der Messe BerlinEULAR 2012

RABBIT-Risikoscores zur Vorhersage des Infektionsrisikos bei rheumatoider Arthritis geeignet

 

Berlin (8. Juni 2012) -  Eine Forschergruppe um Professor Angela Zink, Dr. Joachim Listing und Dr. Anja Strangfeld vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin, einem Leibniz-Institut, hat an Patienten des deutschen Biologika-Registers RABBIT einen Score entwickelt, der es Rheumatologen ermöglicht, das Infektionsrisiko eines Patienten bei unterschiedlichen Behandlungsalternativen zu bestimmen. Dieser Score wurde nun an einer neuen Stichprobe von Patienten überprüft und zeigte eine sehr hohe Vorhersagegenauigkeit. Die Ergebnisse der Studie wurden heute auf dem europäischen Rheumatologenkongress (EULAR) in Berlin präsentiert.

 

Ausgewählte Highlights vom EULAR-Kongress 2012

Bewährte und innovative Therapiestrategien mit Methotrexat bei rheumatoider Arthritis

Berlin (8. Juni 2012) – Heute gilt als gesichert, dass eine möglichst frühzeitige effektive Therapie der rheumatoiden Arthritis (RA) den Krankheitsverlauf einschließlich der radiologischen Progression günstig beeinflussen kann. Zahlreiche klinische Studien weltweit beschäftigen sich mit der Frage, wie sich die Behandlung weiter optimieren und das Therapieziel, eine klinische und radiologisch nachweisbare Remission, bei möglichst vielen Patienten erreichen lässt. Auf zwei Vortragsveranstaltungen von HEXAL anlässlich des Annual European Congress of Rheumatology (6. – 9. Juni 2012) der European League Against Rheumatism (EULAR) präsentierte Prof. Dr. Stefan Schewe (München) eine Auswahl aktueller Highlights aus Postern und Abstracts zu bewährten und innovativen Therapieoptionen in der Behandlung der RA.

EULAR 2012

Neue klinische Studien belegen die Wirksamkeit von Chondroitinsulfat bei der Arthrosebehandlung

 

  • Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die beim diesjährigen Kongress der EULAR vorgestellt wurden, belegen, dass Chondroitinsulfat die Gelenkentzündung verringert und die Notwendigkeit einer Prothese hinauszögert
  • In Deutschland liegt bei 27 % der erwachsenen Bevölkerung eine Arthrose in mindestens einer Gelenksregion vor; mehr als 50 % der über 60-Jährigen leiden unter Arthrose
  • Arthrose ist eine durch Gelenkverschleiß verursachte, entzündliche chronische Erkrankung des Bewegungsapparats

Berlin (8. Juni 2012) – Eine Arthrose lässt sich laut der Daten des ersten Gesundheitssurveys(1) bei über 20 Millionen Deutschen, das heißt bei 27,7 % der erwachsenen Bevölkerung, an mindestens einer Gelenkregion feststellen. Sie ist damit bereits jetzt die häufigste Gelenkerkrankung, und es ist davon auszugehen, dass sich die Zahl der Arthrosepatienten in den nächsten Jahren noch stark erhöhen könnte. Die Hauptsymptome sind Schmerzen, eine Entzündung des Gelenks sowie Funktionsstörungen, die mit Einschränkungen bei ganz alltäglichen Bewegungen einhergehen, wie dem Gehen oder auch nur dem Öffnen und Schließen der Hand.

 

EULAR 2012: Methotrexat als Anchor Drug unverzichtbar

In der Monotherapie ähnlich effektiv wie Biologika

 

Berlin (7. Juni 2012) - Wie die aktuellen Therapieempfehlungen der europäischen und amerikanischen Rheumatologengesellschaften EULAR und ACR bestätigen, kommt dem Rheumaklassiker Methotrexat (MTX) weiterhin die zentrale Rolle in der Therapie der Rheumatoiden Arthritis (RA) zu. Im klinischen Ansprechen weist der Goldstandard in der Monotherapie eine ähnliche Effektivität wie Biologika auf. Liegen mehrere Marker für einen hochaggressiven Verlauf vor, sollte MTX allerdings von Beginn an mit Biologika kombiniert werden, wie PD Dr. Daniel Aletaha, Wien, bei einem von der Firma Medac unterstützten Symposium anlässlich des EULAR 2012 erwähnte. Damit gilt MTX für alle Patienten ohne Kontraindikationen als Anchor Drug. Durch den Wechsel auf eine parenterale Gabe kann die Effektivität optimiert werden.

 

Eine Klasse für sich

TNF-α-Inhibitoren zeigen Unterschiede in der Immunogenität

 

Berlin (26. April 2012) - Die Wirksamkeit und Sicherheit der TNF-α-Inhibitoren in der Behandlung der Rheumatoiden Arthritis (RA) und anderer entzündlich-rheumatischer Erkrankungen ist nach über zwölf Jahren Einsatz in der Praxis gut dokumentiert. Während die meisten TNF-α-Inhibitoren auf monoklonalen Antikörpern basieren, ist Etanercept (Enbrel®) bis heute das einzige humane lösliche TNF-α-Rezeptorfusionsprotein, dessen Bindungsdomänen für TNF-α weitgehend denen der natürlicherweise im Körper vorkommenden TNF-α-Rezeptoren entsprechen. Vermutlich ist aus diesem Grund der Wirkstoff nicht mit der Bildung neutralisierender Antikörper assoziiert.1 Während einer Presseveranstaltung in Berlin erläuterte Privatdozent Dr. med. Peter Willeke, Münster, die wissenschaftlichen Hintergründe zur Immunogenität von therapeutischen Proteinen sowie zur Entstehung von Anti-Drug-Antikörpern und den daraus resultierenden Konsequenzen für die therapeutische Praxis.

 

Die Ära der Biologika – Chronik einer Erfolgsgeschichte

Biologika machen Remission bei Rheumatoider Arthritis möglich

 

Berlin (28. März 2012) -  Lange Zeit waren die Erfolgsaussichten in der Behandlung der Rheumatoiden Arthritis (RA) relativ gering und die therapeutischen Interventionen konzentrierten sich vor allem auf eine Linderung der Schmerzen und der Symptomatik. Mit Einführung der Biologika stand erstmals eine Medikamentenklasse zur Verfügung, die gezielt in den Entzündungsprozess eingreift. In Kombinationstherapie mit Basistherapeutika wurde Remission erstmals zu einem realistischen Therapieziel: Die Krankheitsprogression konnte bei vielen Patienten effektiv verlangsamt oder gar gestoppt werden. Seither haben die Biologika Erfolgsgeschichte geschrieben, wie Experten aus Klinik und Praxis auf einem Pressegespräch deutlich machten. Daten aus mittlerweile zwölf Jahren Biologikatherapie dokumentieren eine gute Langzeitwirksamkeit und -verträglichkeit dieser Substanzen. Sie bilden nicht nur einen Meilenstein in der Therapie der Rheumatoiden Arthritis, sondern sind auch fest etabliert in der Behandlung von weiteren Indikationen wie der Ankylosierenden Spondylitis, der Juvenilen Idiopathischen Arthritis, der Psoriasis-Arthritis sowie der Plaque-Psoriasis und der Juvenilen Plaque-Psoriasis.

 

Der therapeutische Antikörper Tocilizumab bindet an den II-6-Rezeptor. Über dieses Oberflächenmolekül werden verschiedene Immunzellen zu Entzündungsherden rekrutiert. Photo: Roche PharmaRheumatoide Arthritis: Erste Ergebnisse der Head-to-Head-Studie ADACTA

 

Monotherapie mit Tocilizumab (RoACTEMRA®) zeigt stärkere Verbesserung der Symptome als mit Adalimumab

 

Grenzach-Wyhlen/Frankfurt am Main  (6. März 2012) - Roche und Chugai geben die vorläufigen Resultate der ADACTA-Studie (ADalimumab ACTemrA) bekannt. Der primäre Endpunkt wurde erreicht: Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) erreichten unter einer Monotherapie mit Tocilizumab eine signifikant größere Reduktion der Krankheitsaktivität als unter einer Monotherapie mit Adalimumab (mittlere Veränderung des DAS28-Scores nach 24 Wochen). Auch die sekundären Endpunkte DAS28-Remission, niedrige Krankheitsaktivität sowie ACR20, 50 und 70 waren statistisch signifikant. Vorläufige Sicherheitsanalysen zeigten in beiden Gruppen vergleichbare Profile.

 

ABILITY-1: Wirksamkeitsdaten der Phase-III-Studie zum ersten Mal beim ACR vorgestellt

 

Durch Einsatz von Humira® erreichen mehr als doppelt so viele Patienten mit aktiver nicht-röntgenologischer axialer SpA gegenüber Plazebo den primären Endpunkt

 

Chicago, Ill., USA (28. November 2011) – Im Rahmen der 75. Jahrestagung des American College of Rheumatology (ACR) in Chicago wurden die Ergebnisse der Phase-III-Studie ABILITY-1 zu Humira® (Adalimumab) bei Patienten mit aktiver nicht-röntgenologischer axialer Spondyloarthritis (SpA) vorgestellt. Eine axiale SpA hat gravierende Folgen und äußert sich primär durch entzündliche Schmerzen im unteren Rückenbereich. Sie kann einhergehen mit dem Vorliegen des HLA-B27-Gens, einer Arthritis sowie Entzündungen in Auge und/oder Gastrointestinaltrakt. In Woche 12 erreichten gegenüber Plazebo mehr als doppelt so viele Patienten unter Behandlung mit Humira® den primären Endpunkt ASAS 40. Dieser ist als 40-prozentige Verbesserung nach den Klassifikationskriterien der Assessment of SpondyloArthritis international Society definiert.1