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Rheumakliniken wollen Qualität weiter verbessern

VRA plädiert für Vertragswettbewerb - 11. Symposium in Berlin

 

VRA-Pressekonferenz. Photo: Tom MillerBerlin (23. April 2010) - Der Verband Rheumatologischer Akutkliniken (VRA) hat sich für den konsequenten Ausbau einer ergebnisorientierten Qualitätssicherung in der rheumatologischen Versorgung ausgesprochen. „Die Qualität der Versorgung muss für Patienten, Kostenträger und Kliniken transparent sein“, forderte VRA-Vorsitzender Peter Kern am Freitag vor Journalisten in Berlin. Die Rheumakliniken seien bereit, hier eine Vorreiterrolle zu übernehmen.

Beim 11. Symposium des VRA unter dem Titel „Die rheumatologische Versorgung in Deutschland - mit Qualität in die Zukunft“ erörterten rund 80 Experten Stand und Perspektiven der rheumatologischen Versorgung und die Weiterentwicklung der Qualitätssicherung in diesem Segment. Die Veranstaltung läuft bis diesen Samstag.

 

Kern appellierte an die Krankenkassen, den Qualitätsprozess mit voranzutreiben. Nötig seien Vergütungen, die sich an der Qualität orientieren. Jede Budgetvereinbarung müsse auch die Behandlungsqualität berücksichtigen. So entstehe ein Vertragswettbewerb, der den Patienten eine bessere Versorgung bringe und die Kliniken motiviere, an der Qualität kontinuierlich zu arbeiten. Hierbei könne das vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Qualitätsprojekt Obra/Kobra (Kontinuierliches outcome benchmarking in der rheumatologischen Akutversorgung) genutzt werden.

 

An Kobra nehmen 26 im VRA organisierte Rheumakliniken mit dem Ziel teil, die Qualität nachhaltig zu verbessern, verbindliche Qualitätskriterien zu entwickeln und den Behandlungsprozess auf den Patienten weiter zu zentrieren. Bereits das Vorläuferprojekt Obra (Outcome benchmarking in der rheumatologischen Akutversorgung), an dem 13 Kliniken teilgenommen hatten, führte nachweislich zu mehr Qualität in der Patientenversorgung.

 

VRA-Geschäftsführer Jörg Robbers forderte ein solides Finanzierungskonzept, das die rheumatologische Versorgung langfristig absichere. Im DRG-System müsse die Abbildung der rheumatologischen Behandlung kontinuierlich weiterentwickelt werden und die Vergütung neuer Untersuchungs- und Behandlungsmethoden unbürokratisch möglich bleiben. Robbers sprach sich für eine bessere Verzahnung der stationären und ambulanten Versorgungsangebote aus. Die Öffnung der Kliniken für ambulante Behandlungen (nach § 116b SGB V) werde aktuell in vielen Kliniken umgesetzt und dürfe nicht in Frage gestellt werden. Für Rheumapatienten könne die Regelung eine Verbesserung der Versorgungsmöglichkeiten bedeuten.

 

Die Rheumatologie ist eine gesundheitspolitisch hoch bedeutsame Disziplin der modernen Medizin. Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Sie haben Schmerzen an den Bewegungsorganen, an Muskeln, Sehnen, Gelenken oder im Bindegewebe. Unterschieden wird zwischen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis), degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (z. B. Arthrose), Weichteilrheumatismus (z. B. Fibromyalgie) und Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden (z. B. Gicht).

 

Auf Erkrankungen des Bewegungsapparates entfallen 16 % aller direkten Behandlungskosten des Gesundheitssystems, 40 % aller Arbeitsunfähigkeitstage, 42 % aller Rehabilitationskosten und 25 % aller vorzeitigen Berentungen. Der Fortschritt der Medizin hat gerade in der Rheumatologie in den letzten zehn Jahren eine völlig neue Dimension von Behandlungsmöglichkeiten mit hoher Effektivität eröffnet.

 

Der VRA ist die Interessengemeinschaft der rheumatologischen Akutkliniken Deutschlands. Er steht für Qualität und umfassende Kompetenz in der akut-stationären Behandlung aller rheumatologischen Erkrankungen. Im VRA sind 55 Klinikträger und rheumatologische Fachabteilungen organisiert.

 


 

Quelle: Verband Rheumatologischer Akutkliniken e.V., 23.04.2010 (tB).