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12 | 12 | 2017
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Rheuma und Arbeitswelt - Politisches Positionspapier

Rheuma in der Arbeitswelt

 

Berlin (3. März 2010) - Beschwerden wie Rückenschmerzen, das RSI-Syndrom (Maus-/ Tennisarm), Gelenkrheumatismus und chronisch-entzündliche Gelenkerkrankungen sind europaweit der häufigste Grund für Fehlzeiten von Arbeitnehmern. In der Europäischen Union sind rund 100 Millionen Menschen — und davon mehr als 40 Millionen Arbeitnehmer — von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates betroffen. Diese Krankheiten bedingen knapp die Hälfte aller arbeitsbezogenen Fehlzeiten und rund 60 Prozent der Fälle von dauerhafter Arbeitsunfähigkeit. Sie schwächen die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Organisationen sowie der Wirtschaft insgesamt.

 

Bei einer Erkrankung des Stütz- und Bewegungsapparates fürchten Arbeitnehmer den Verlust des Arbeitsplatzes und in der Folge sozialen Abstieg, den Abbau sozialer Kontakte und eine zunehmende gesellschaftliche Isolation. Auch in Deutschland ist die Arbeitslosenrate von Menschen mit rheumatischen Erkrankungen wesentlich höher als die Arbeitslosenrate von gesunden Arbeitnehmern. Aus Angst werden die Beschwerden vor Arbeitgebern und Kollegen meist verschwiegen. Die Folge ist, dass sich die Erkrankung oftmals verschlimmert, für die Betroffenen ein unnötiges größeres Leiden bedeutet und letztlich auch höhere Kosten verursacht.

 

 

Demografischer Wandel, Prävention und Kosten

 

Der demografische Wandel bedeutet auch eine alternde Arbeitsgesellschaft: Waren im Jahr 2005 in Deutschland rund 50 Millionen Menschen im arbeitsfähigen Alter, so werden es im Jahr 2030 nur noch zwischen 42 und 44 Millionen sein. Doch bereits heute beklagen Unternehmen einen Mangel an Fachkräften. Der Erhalt der Arbeitskraft von qualifizierten Mitarbeitern wird damit in den kommenden Jahren immer wichtiger werden.

 

Umgekehrt bestätigen Mediziner, dass Menschen mit Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, die weiterhin arbeiten können, keine gesundheitlichen, sozialen, psychologischen und ökonomischen Nachteile entstehen. Für den Einzelnen trägt die Teilhabe am Arbeitsleben wesentlich zur gesellschaftlichen Integration und zur persönlichen Lebensqualität bei. Gleichzeitig ist es essentiell, so früh wie möglich auf Beschwerden zu reagieren. Denn frühzeitige Interventionen können viel dazu beitragen, die Lebensqualität der Erkrankten zu verbessern und ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten.

 

Durch präventive Maßnahmen am Arbeitsplatz und eine schnelle, adäquate Therapie einer erkannten Erkrankung können unnötige Kosten vermieden werden. Denn viele Arbeitnehmer müssen aus dem Berufsleben ausscheiden, weil die Krankheit nicht früh genug diagnostiziert wurde. Gelingt es, die Arbeitsfähigkeit zu erhalten, fallen nicht nur insgesamt geringere Kosten an, das Unternehmen bleibt durch geringere Ausfallzeiten auch produktiver. Zudem gilt es zu bedenken, dass die Weiterbeschäftigung von Menschen mit rheumatischen Erkrankungen die Sozialsysteme nachhaltig und dauerhaft entlastet.

 

 

Vorschläge für eine Politik der guten Arbeit

 

Das Gesundheitsunternehmen Abbott, das selbst seit vielen Jahren im Bereich Rheumatologie forscht und aktiv ist, setzt sich für eine umfassende Ausgestaltung der Rechte chronisch erkrankter Menschen und den Erhalt der Arbeitskraft von Menschen mit rheumatischen Erkrankungen ein. Die Diagnose Rheuma darf nicht zu Verlust oder Aufgabe des Arbeitsplatzes führen.

 

Konkret schlägt Abbott hierzu vor:

 

  • Einberufung eines nationalen Gipfels zur Integration chronisch kranker Menschen
    Die (Re-)Integration von Menschen mit chronischen Erkrankungen und/ oder Behinderungen in die Arbeitswelt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Nur durch die Beteiligung aller relevanten Akteure wie Patienten-organisationen, Fachgesellschaften, Verbände und Unternehmen an politischen Lösungsansätzen lässt sich die immer noch vorhandene Stigmatisierung dieser Menschen überwinden. Abbott unterstützt daher die Idee eines nationalen Gipfels zur Integration chronisch kranker und behinderter Menschen.

 

  • Ausweitung der bisherigen Programme der beruflichen Integration
    Die bisherigen Programme zur Krankheitsprävention, zur frühzeitigen Intervention bzw. zur Integration von beeinträchtigten Menschen in die Arbeitswelt zeigen erste Erfolge. Abbott setzt sich für die Ausdehnung der Programme und eine verstärkte Kommunikation ein, damit möglichst frühe Maßnahmen zum Arbeitsplatzerhalt eingeleitet werden können.

 

  • Verbesserung der statistischen Erfassung von Menschen mit rheumatischen Erkrankungen
    Bisher wird in Deutschland der Zusammenhang zwischen Erkrankungen, Behinderungen und der Beschäftigungssituation nur unzureichend erfasst. Rückschlüsse auf die Arbeitsfähigkeit und die Kosten für die öffentliche Hand sowie die Wirtschaft lassen sich nur äußerst begrenzt ziehen. Damit das Phänomen Rheuma und Arbeitswelt fassbar und evaluierbar wird, setzt sich Abbott für eine Ausweitung der statistischen Erfassung ein.

 


Quelle: Pressegespräch zum Thema „Arbeiten mit chronischer Erkrankung – ungenutzte Potentiale erschließen: am Beispiel von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates“ am 03.03.2010 in Berlin (Weber Shandwick) (tB).

 
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