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21 | 10 | 2017
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Mixed Treatment Comparison in der Rheumatologie

RoActemra ist anderen Biologika im ACR70-Ansprechen überlegen

 

Grenzach-Wyhlen/Frankfurt am Main (11. August 2010) -  Der Interleukin-6-Rezeptorblocker Tocilizumab (RoActemra®) zeigt in einer aktuellen, indirekten Vergleichsanalyse (Mixed Treatment Comparison, MTC) bei der Behandlung von Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) eine höhere ACR70-Ansprechrate als andere, in den Vergleich einbezogene Biologika. Damit ist Tocilizumab das erste RA-Biologikum, für das in einem indirekten Wirksamkeitsvergleich ein signifikant besseres klinisches Ansprechen belegt wurde.

 

In der aktuellen Mixed Treatment Comparison von Bergman et al. wurden die ACR-Ansprechraten von Tocilizumab, Abatacept, Rituximab, Etanercept, Infliximab und Adalimumab analysiert [1]. Eingeschlossen wurden 16 publizierte, randomisierte, plazebokontrollierte doppelblinde Studien mit insgesamt 6.781 Patienten, die zuvor unzureichend auf eine Therapie mit konventionellen Disease-Modifying Antirheumatic Drugs (DMARDs) angesprochen hatten. Endpunkte waren die ACR20/50/70-Ansprechraten nach sechs Monaten. Aufgrund der vorangegangenen Analysen, die gezeigt hatten, dass zwischen den TNF-alpha-Blockern keine signifikant unterschiedlichen Ansprechraten bestanden, wurden Adalimumab, Etanercept und Infliximab in einer Gruppe zusammengefasst. „Von den TNF-alpha-Blockern wissen wir, dass sie alle ähnliche Ansprechraten in den klinischen Studien gezeigt haben“, sagte Professor Ulf Müller-Ladner, Bad Nauheim, in einem Interview.

 

 

RoActemra ist überlegen wirksam im ACR70-Ansprechen

 

Wie erwartet war die Wirksamkeit aller Biologika in der MTC höher als die unter Plazebo+Methotrexat (MTX). Tocilizumab wies im Vergleich zu den TNF-alpha-Blockern und Abatacept die höchsten ACR-Ansprechraten auf. Diese Überlegenheit war beim ACR70 statistisch signifikant: Deutlich mehr Patienten mit Tocilizumab (29 %) als mit TNF-alpha-Blockern (16 %) oder Abatacept (15 %) erreichten ein ACR70-Ansprechen. „Die gute Wirkung von Tocilizumab beobachten wir jeden Tag. Insofern überrascht mich dieses Ergebnis nicht“, so Müller-Ladner. Aufgrund fehlender Studiendaten zum direkten Wirksamkeitsvergleich aktuell verfügbarer RA-Biologika geben MTCs eine wichtige Orientierung für den Praxisalltag. „Insbesondere in Hinblick auf das therapeutische Ziel der Remission kann das Ergebnis von Tocilizumab im ACR70-Ansprechen in der vorliegenden Analyse richtungsweisend sein“, resümierte Müller-Ladner.

 

 

Über die Mixed Treatment Comparison

 

Als Erweiterung der klassischen Metaanalyse kann mit einer Mixed Treatment Comparison die relative Wirksamkeit oder Sicherheit einer bestimmten Intervention im Vergleich zu mehreren anderen Interventionen indirekt bestimmt werden. Sie liefert Hinweise auf die klinische Bedeutung einer Substanz im Vergleich zu anderen verfügbaren Therapiemöglichkeiten und erlaubt so eine vergleichende Bewertung [2]. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat die Aussagekraft verschiedener indirekter Vergleichsverfahren untersucht und festgestellt, dass eine MTC Ergebnisse liefern kann, die denen direkter Vergleichsstudien nahezu entsprechen. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass die Analyse in einem Pool homogener, qualitativ hochwertiger randomisierter klinischer Studien durchgeführt wird [3].

 

Die MTC wird beispielsweise von Erstattungsbehörden in Großbritannien [4], Australien [5] und Kanada [6] als Grundlage für die Beurteilung verschiedener Therapieformen eingesetzt.

 

Auch das Deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet die MTC als ein adäquates Modell zur Schätzung der Behandlungseffekte [7]. Die europäische Zulassungsbehörde EMA erkennt die MTC als unterstützende klinische Evidenz an. „Dies ist eine zusätzliche Absicherung, dass es ein sinnvolles Konzept ist“, sagte Müller-Ladner abschließend.

 

 

Quellen

 

  1. Bergman GJD et al., Semin Arthritis Rheum. 2010; 39:425–41
  2. Jansen JP et al., Value Health; 11(5):956–64
  3. Schöttker B et al., Indirekte Vergleiche von Therapieverfahren. Schriftenreihe Health Technology Assessment, DIMDI, Köln 2009.
  4. National Institute for Health and Clinical Excellence. Briefing paper for methods review workshop on evidence synthesis (indirect and mixed treatment comparisons); 2008. http://www.nice.org.uk/media/4A6/2F/EvidenceSynthesisBriefingPaper.pdf
  5. PBS. Translating the clinical evaluation: Guidance in relation to indirect comparisons based on randomised trials or nonrandomised studies. http://www.pbs.gov.au/html/industry/static/how_to_list_on_the_pbs/elements_of_the_listing_process/pbac_guidelines/c_part_3/section_c_%28i%29
  6. Canadian Agency for Drugs and Technologies in Health. Indirect Evidence: Indirect Treatment Comparisons in Meta-Analysis; 2009. http://www.cadth.ca
  7. IQWiG. Arbeitspapier Modellierung. Version 1.0 vom 12.10.2009
    http://www.iqwig.de/download/Arbeitspapier_Modellierung_v_1_0.pdf

 

 


Quelle: Roche Pharma / Chugai Pharma, 11.08.2010 (medical relations) (tB).

 
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