Home Rheumatologie Blickpunkt ACR-Kongress 2011: In jeder Hinsicht überzeugend – Tocilizumab in der Monotherapie
14 | 12 | 2017
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Blickpunkt ACR-Kongress 2011

In jeder Hinsicht überzeugend – Tocilizumab in der Monotherapie

 

Frankfurt am Main (22. November 2011) - Aktuelle Ergebnisse der Studie ACT-RAY bestätigen: Bei der Behandlung der Rheumatoiden Arthritis (RA) ist Tocilizumab (RoACTEMRA®) in der Monotherapie hinsichtlich des klinischen und radiologischen Ansprechens der Kombination mit Methotrexat (MTX) ebenbürtig. Untersucht wurden Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf MTX, die entweder eine Mono- oder Kombinationstherapie erhielten. Patienten profitieren zudem von einer vergleichbar hohen Lebensqualität. Ist also eine Kombinationstherapie aus Biologikum und DMARD keine Option und eine Biologika-Monotherapie angezeigt, stellt der Interleukin(IL)-6-Rezeptorblocker Tocilizumab das Mittel der Wahl dar.

 

Kontraindikationen, Unverträglichkeiten, eine nicht ausreichende Wirksamkeit und/oder eine schlechte Compliance – der Einsatz der klassischen Basismedikamente (DMARDs) bei der Behandlung der RA kann bei manchen Patienten problematisch sein. Fakt ist, dass etwa ein Drittel aller Biologika-Patienten eine Monotherapie ohne begleitendes DMARD erhalten. Dies belegen die Statistiken nationaler sowie internationaler Patientenregister [1–5]. Für die Monotherapie sind zudem nur vier Biologika zugelassen. Mit Tocilizumab liegt nun jedoch ein Biologikum vor, das in der Monotherapie neben der hohen klinischen Wirksamkeit auch nachweislich die radiologische Progression hemmt.

 

 

Klinische und radiologische Wirksamkeit in Monotherapie erwiesen

 

Die doppelblinde, randomisierte, zweijährige Phase-III-Studie ACT-RAY umfasst 556 Patienten mit inadäquatem Ansprechen auf MTX. Die Patienten erhielten entweder Tocilizumab + MTX oder Tocilizumab + Placebo über 52 Wochen, wobei nach Woche 24 eine “add on“-Therapie mit einem weiterem DMARD bei unzureichendem Ansprechen möglich war. Nach Woche 52 wurden die Patienten offen behandelt. Auf dem EULAR 2011 wurde bereits der primäre Endpunkt ( DAS28-Remission < 2,6 zu Woche 24) präsentiert, welcher die ebenbürtige klinische Wirksamkeit der Tocilizumab Monotherapie belegt [6]. Dabei konnten in beiden Studienarmen vergleichbare Raten bei der DAS28-Remission von 34,8 % in der Monotherapie sowie 40,4 % in der Kombinationstherapie mit MTX (nicht signifikant unterschiedlich, p = 0,19), als auch dem EULAR-/ACR-Ansprechen erzielt werden. „Die jetzt beim ACR 2011 vorgelegten radiologischen 24-Wochen-Daten bestätigen die besondere Bedeutung des IL-6-Rezeptorblockers Tocilizumab in der Monotherapie nun auch im Hinblick auf die radiologische Progression“, berichtete Prof. Harald Burkhardt, Frankfurt, bei einer Pressekonferenz der Roche Pharma AG und Chugai Pharma Marketing Ltd. in Frankfurt.

 

Das Fortschreiten der strukturellen Schädigungen der Hand- und Fußgelenke konnte in beiden Studienarmen fast vollständig gehemmt werden. 73,9 % der Patienten unter Mono- bzw. 80,1 % der Patienten unter Kombinationstherapie zeigten keine Progression zu Woche 24 im Gesamt-Genant-Sharp-Score (Change < 0,5) [7].

 

 

Hohe Lebensqualität: Patienten mit Monotherapie zufrieden

 

Die jetzt ebenfalls vorgestellten Daten zu den „Patient Related Outcomes (PRO)“, die auf der Selbsteinschätzung der Patienten beruhen, bestätigen den positiven Effekt von Tocilizumab auf die Lebensqualität von RA-Patienten. Der Vergleich des RAQoL (Rheumatoid Arthritis Quality of Life) in der ACT-RAY-Studie zu Woche 24 zeigte, dass sich die Lebensqualität der Patienten in beiden Studienarmen im gleichen Maß verbesserte. Ebenso wurde die körperliche Funktionsfähigkeit mittels HAQ-DI (Health Assessment Questionnaire Disability Index) bei den Patienten in beiden Studienarmen gleichermaßen verbessert. Der Unterschied zwischen Mono- und Kombinationsarm war dabei statistisch nicht signifikant (p = 0,9323). Gleiches traf auch auf die Anzahl der geschwollenen oder schmerzhaften Gelenke zu (p = 0,834 bzw. p = 0,945), die sich in beiden Studienarmen schnell und deutlich verbesserten. Das Schmerzempfinden, basierend auf der visuellen Analogskala (VAS), konnte in beiden Studienarmen vergleichbar stark reduziert werden. „Aus unserer Praxiserfahrung wissen wir natürlich“, so Prof. Klaus Krüger, München, „dass vor allem die Schmerzen einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität des einzelnen Patienten nehmen.“ Dass Tocilizumab unter praxisnahen Behandlungs-bedingungen in Hinblick auf die Patientenselbsteinschätzung zu guten Resultaten führt, hat auch schon die deutsche Studie TAMARA gezeigt [8]: Bereits ab dem ersten Tag nach der ersten Infusion reduzierten sich die im Patiententagebuch dokumentierten Kriterien Schmerz, Fatigue und Morgensteifigkeit kontinuierlich.

 

 

ACT SURE – Ergebnisse Hand in Hand mit ACT RAY

 

In der offenen, einarmigen Phase-IIIb-Studie ACT SURE wurde Tocilizumab unter „Real-Life-Bedingungen“ untersucht. Die Ergebnisse einer Subgruppenanalyse zeigten, dass Tocilizumab in Monotherapie oder in Kombinationstherapie mit einem oder mehreren DMARDs vergleichbare Wirksamkeitsergebnisse erzielt [9]: Auch unter Alltagsbedingungen war die Monotherapie zu Woche 24 hoch effizient. Dabei ließ sich bei keinem der untersuchten Wirksamkeitsendpunkte, dem EULAR-/ACR-Ansprechen und den Remissionskriterien nach DAS28 (< 2,6), SDAI und CDAI, ein signifikanter Unterschied zwischen den Therapiestrategien feststellen. „Sollte die Kombinationstherapie aus einem Biologikum und einem DMARD keine Option sein (z.B. wegen MTX-Unverträglichkeit), so zeigen die Studienergebnisse, dass Tocilizumab die Voraussetzungen für ein 1st-Line-Biologikum in der Monotherapie erfüllt“, resümierte Prof. Krüger. „Grundsätzlich sollte der Therapiealgorithmus in der Behandlung der Rheumatoiden Arthritis in dieser Hinsicht neu überdacht werden.“

 

 

Quellen

 

  • 1 Kerndokumentation des Dt. Rheumaforschungszentrums (Stand 2009)
  • 2 Yazici Y et al., Bull NYU Hosp Jt Dis 2008; 66: 77-85
  • 3 Soliman MM et al., Ann Rheum Dis 2011; 70: 583-589
  • 4 Listing J et al., Arthritis Res Ther 2006; 8: R66
  • 5 Askling J et al., Ann Rheum Dis 2007; 66: 1339-1344
  • 6 Dougados M et al., EULAR 2011, Abstract OP0020
  • 7 Dougados M et al., ACR 2011, oral presentation 2628
  • 8 Feist E et al., EULAR 2010, Abstract SAT170
  • 9 Bykerk V et al., ACR 2011, Abstract 2218

 

 


Quelle: Pressekonferenz der Firmen Roche Pharma und Chugai Pharma zum Thema «Highlights vom ACR 2011: Medizin nach Maß mit RoActemra®» am 22.11.2011 in Frankfurt am Main (medical relations) (tB).
 
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