Home Rheumatologie Etanercept bei Rheumatoider Arthritis: Relativ stabile Dosis bei guter Wirksamkeit
18 | 10 | 2017
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Etanercept bei Rheumatoider Arthritis

Relativ stabile Dosis bei guter Wirksamkeit

 

Berlin (29. Oktober 2012) - Bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA), die eine Therapie mit dem TNF-α-Rezeptorfusionsprotein Etanercept (Enbrel®) erhalten, muss die Dosis nur in seltenen Fällen eskaliert werden. Dies belegen verschiedene aktuelle Studien1,2, deren Hintergründe und praktische Konsequenzen der internistische Rheumatologe Dr. med. Peer M. Aries, Hamburg, erläuterte*: „Etanercept hat eine gute Wirksamkeit ohne nennenswerte Dosisanpassung. Dieser praxisrelevante Vorteil gilt auch für Patienten mit mittelschwerer RA. In dieser Patientengruppe hat sich Etanercept laut Daten der PRESERVE-Studie3 bewährt.“

 

Trotz ihrer insgesamt guten Langzeitwirksamkeit kann es auch unter TNF-α-Inhibitoren mit der Zeit zu einer Verringerung des klinischen Ansprechens kommen. Es gibt verschiedene Strategien, um dem zu begegnen: Zum einen kann eine Dosiseskalation vorgenommen werden – entweder als Erhöhung der Dosis oder als Verkürzung des Dosierungsintervalls. Zum anderen ist der Wechsel auf ein anderes Medikament möglich, um dem verminderten Ansprechen zu begegnen.

 

„So stellen beispielsweise bei der schubweise verlaufenden RA einzelne Episoden einen Anstieg der Krankheitsaktivität dar. In solchen Situationen kann eine kurzzeitige Dosiseskalation sinnvoll sein“, betonte Aries. Aber auch Anti-Drug-Antikörper, die unter der Therapie mit monoklonalen Anti-TNF-α-Antikörpern beobachtet wurden, sind mit einer verminderten klinischen Response assoziiert.4 Zwischen dem Auftreten solcher Antikörper und einer späteren Dosiseskalation konnte ein Zusammenhang gezeigt werden.5

 

 

Geringe Steigerung der Anfangsdosis

 

Aries führte hinsichtlich der geringen Erhöhung der anfänglichen Dosis die Ergebnisse einer retrospektiven „Real world“-Studie mit 2.747 Biologika-naiven RA-Patienten an.1 Dabei war die Dosiseskalation definiert als durchschnittliche wöchentliche Dosis, die 115 %, 130 % oder 150 % über der anfänglichen Dosis lag (single-instance-Methode). Etanercept zeigte sich mit einer relativ stabilen Dosis: Die Steigerungsrate lag nach zwölf Monaten bei 0,8 bis 1,5 Prozent und nach 24 Monaten bei 0,8 bis 2,1 Prozent.

 

Nach zwei Jahren kamen über 97 % der mit Etanercept behandelten Patienten ohne eine Steigerung der Anfangsdosis um mehr als 115 % aus. Das ist für den Praktiker ein sehr gutes Ergebnis. Schließlich können sich bei häufigeren Dosissteigerungen die Therapiekosten erhöhen und das Nebenwirkungsrisiko für den Patienten wächst ebenfalls“, stellte Aries fest. Bestätigt werden diese Ergebnisse durch eine weitere Studie mit rund 350 RA-Patienten.2 Von den Betroffenen, die Etanercept erhielten, benötigten nur 1,4 % eine Dosiseskalation.

 

 

Nutzen auch bei mittelschwerer Krankheitsaktivität

 

„Diese praxisrelevanten Vorteile gelten auch für Patienten mit mittelschwerer Krankheitsaktivität. Sie machen den weitaus größten Anteil der Rheumapatienten aus. Charakteristisch für diese Patienten sind eine leichte Erhöhung der Blutsenkungsgeschwindigkeit sowie wenige geschwollene und druckschmerzhafte Gelenke. Meist sind die Patienten in ihren Alltagsaktivitäten noch nicht stark eingeschränkt“, erläuterte Aries. Als Patienten mit mittelschwerer RA bezeichnet man Betroffene mit einem DAS28 (Disease Activity Score 28) zwischen >3,2 und ≤5,1.

 

Therapieziel bei dieser Patientengruppe ist die vollständige Remission. „Eine frühzeitige und effektive Therapie ist wichtig, da es auch bei einer mittelschweren RA zu Gelenkdestruktionen kommen kann, wenn die Erkrankung nicht ausreichend kontrolliert wird“, betonte der Referent.

 

 

PRESERVE-Studie: Patienten mit mittelschwerer RA

 

In der multizentrischen zweiphasigen PRESERVE-Studie3 wurden erstmals Patienten mit mittelschwerer RA isoliert betrachtet. 834 Patienten mit einer mittleren Krankheitsdauer von sieben Jahren und einem durchschnittlichen DAS28-Ausgangswert von 4,4 erhielten über 36 Wochen 50 mg Etanercept wöchentlich in Kombination mit Methotrexat (MTX). Die Patienten hatten zuvor trotz stabiler MTX-Gabe einen DAS28 >3,2 und ≤5,1.

 

Nach 36 Wochen (erste Studienphase) erreichten 86 % der mit Etanercept plus MTX behandelten Patienten eine niedrige Krankheitsaktivität (DAS28 ≤3,2), 67 % waren in klinischer Remission (DAS28 <2,6). Bei 82,4 % der Patienten war keine Progression der radiologisch darstellbaren Gelenkschäden festzustellen. Die Zahl der geschwollenen und der schmerzhaften Gelenke war gesunken; die gesundheitsbezogene Lebensqualität war gestiegen. „Die Studienergebnisse zeigen, dass Patienten mit mittelschwerer RA von Etanercept klinisch, funktionell und radiologisch profitieren können. Auch die Verbesserung der Lebensqualität ist ein wichtiger Aspekt“, schloss Aries.

 

 

Quellen 

  1. Bonafede MMK et al. Tumor necrosis factor blocker dose escalation among biologic naϊve rheumatoid arthritis patients in commercial managed-care plans in the 2 years following therapy initiation. J Med Econ 2012; 15:1–9
  2. Schabert VF et al. Disability outcomes and dose escalation with etanercept, adalimumab, and infliximab in rheumatoid arthritis patients: a US-based retrospective comparative effectiveness study. Curr Med Res Opin 2012;28:1–12
  3. Smolen JS et al. Poster 408, Presented at Excellence in Rheumatology Congress, Istanbul, Turkey, 17–19 February, 2011
  4. Wolbink GJ et al. Dealing with immunogenicity of biologicals: assessment and clinical relevance. Curr Opin Rheumatol. 2009;21:211–215
  5. Bendtzen K et al. Individualized monitoring of drug bioavailability and immunogenicity in rheumatoid arthritis patients treated with the tumor necrosis factor alpha inhibitor infliximab. Arthritis Rheum 2006;54:3782–3789

  

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Pfizer erforscht und entwickelt mit weltweit über 100.000 Mitarbeitern moderne Arzneimittel für alle Lebensphasen von Mensch und Tier. Mit einem der höchsten Forschungsetats der Branche setzt der Weltmarktführer mit Hauptsitz in New York neue Standards in Therapiegebieten wie Krebs, Entzündungskrankheiten, Schmerz oder bei Impfstoffen. Pfizer erzielte im Geschäftsjahr 2011 weltweit einen Umsatz von 67,4 Milliarden US-Dollar.

In Deutschland beschäftigt Pfizer derzeit rund 3.200 Mitarbeiter an vier Standorten: Berlin, Freiburg, lllertissen und Karlsruhe.

 


 

Quelle: * Presse-Intensivkurs „Eine Klasse für sich“, Klasse 2: Biologika bei mittelschwerer

Rheumatoider Arthritis, Berlin, 26. Oktober 2012 (tB).

 
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