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Zwischen Komorbiditäten und Therapieeskalation

Praxisrelevante Aspekte zum Einsatz von TNF-alpha-Blockern wie Adalimumab

 

Wiesbaden (21. Oktober 2015) - Individuelle Voraussetzungen, unterschiedliche Krankheitsverläufe und Komorbiditäten bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen stellen den behandelnden Arzt häufig vor Herausforderungen, wenn es um die Wahl der adäquaten Therapie geht. Auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in Bremen1 wurden vor diesem Hintergrund für Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA), Psoriasis-Arthritis (PsA) oder axialer Spondyloarthritis (SpA) praxisrelevante Aspekte der Biologikatherapie anhand von Fallbeispielen diskutiert. So wurde gezeigt, dass eine Biologikatherapie auch bei Patienten mit erhöhtem Infektionsrisiko oder bei Malignomen in der Anamnese möglich sein kann. Im Hinblick auf das Behandlungsschema unterstrichen neue Studiendaten den Wert der Kombination von TNF-alpha-Blockern mit MTX für die Therapie der RA.2,3 Wie die CONCERTO-Studie4 anhand des TNF-alpha-Blockers Adalimumab (HUMIRA®) belegt, können bei gemeinsamer Gabe mit einem Biologikum 10 mg MTX bereits ausreichen – wodurch eine flexiblere Therapiegestaltung möglich wird.


„Knapp 80 Prozent aller Patienten mit rheumatoider Arthritis weisen Komorbiditäten auf“, so Professor Dr. Andreas Krause, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Abteilung Rheumatologie und Klinische Immunologie am Immanuel Krankenhaus in Berlin. Manche dieser Komorbiditäten bzw. deren Therapie stellen für die Behandlung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen eine Herausforderung dar – etwa dann, wenn eine Eskalation auf Biologika zwar gemäß Leitlinien angezeigt, aber z. B. aufgrund einer erhöhten Infektanfälligkeit oder Malignomen in der Anamnese abzuwägen ist.

 

 

Krankheitsaktivität und Glukokortikoide beeinflussen Infektionsrisiko

 

Auch wenn in diesen Fällen immer ein individuelles Vorgehen vonnöten ist – die mittlerweile umfangreiche Datenlage zur Sicherheit der TNF-alpha-Blocker ist ermutigend. So ist belegt, dass bei RA-Patienten unter TNF-Blocker-Therapie insbesondere die Krankheitsaktivität und die Glukokortikoiddosis den entscheidenden Einfluss auf das Infektionsrisiko haben.5 Gelingt es daher bei Patienten mit Vorliegen eines Risikofaktors für Infektionen* die Glukokortikoiddosis von 7,5 bis 14 mg/d auf unter 7,5 mg/d zu reduzieren, kann das Infektionsrisiko um die Hälfte gesenkt werden.5 „Oberstes Ziel muss also die effektive Senkung der Krankheitsaktivität und damit einhergehend die Reduktion der Glukokortikoide sein“, fasste Krause zusammen. Ergänzend zur Einschätzung des behandelnden Arztes kann das individuelle Infektionsrisiko des Patienten mit Hilfe des im Internet verfügbaren RABBIT-Risiko-Score-Rechners6 abgeschätzt werden.

 

Auch Malignome in der Anamnese seien nicht automatisch ein Ausschlusskriterium für eine Behandlung mit TNF-alpha-Blockern, stellte Krause klar. So existierten derzeit keine Hinweise auf ein erhöhtes Rezidivrisiko unter Biologikatherapie.7,8 Zudem erhöhe häufig bereits das Vorliegen einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung per se das Risiko für bestimmte maligne Erkrankungen.9,10 Krause verwies auch auf die derzeit verfügbaren Daten für RA, PsA und axiale SpA, aus denen sich kein bzw. ein nur geringfügig erhöhtes Malignomrisiko im Rahmen einer Therapie mit TNF-alpha-Blockern ableiten ließe.11,12,13

 

 

Rheumatoide Arthritis: Kombinationstherapie trotz MTX-Unverträglichkeit?

 

„RA-Patienten, die MTX nicht gut vertragen, stellen uns immer wieder vor Herausforderungen“, erläuterte Professor Dr. Klaus Krüger vom Praxiszentrum St. Bonifatius in München. Das gilt nicht nur für die MTX-Monotherapie, sondern auch für die Kombinationstherapie aus Biologikum und MTX. Denn auch wenn für einige Biologika eine Zulassung für die Monotherapie existiert, wird in den Leitlinien zur Behandlung der RA die gemeinsame Gabe mit MTX empfohlen.14,15 Aktuelle Daten bestätigen diese Empfehlung: Eine kürzlich publizierte Auswertung des dänischen Biologika-Registers DANBIO zeigt einen limitierten Erfolg der Monotherapie bei RA mit TNF-alpha-Blockern. Patienten unter Kombinationstherapie schneiden deutlich besser ab. 2,3 So ist die Wahrscheinlichkeit für das Erreichen eines ACR50-Response bei Kombination mit MTX um 36 Prozent höher als bei der Monotherapie.2 Aus den Ergebnissen der CONCERTO-Studie mit Adalimumab geht hervor, dass die Wirkung von 20 mg MTX der 10-mg-Dosierung sehr ähnlich ist.4 „Vor diesem Hintergrund sollte auch bei Patienten, die beispielsweise 20 mg MTX pro Woche nicht vertragen, immer versucht werden, das Biologikum mit MTX in niedrigerer Dosierung zu kombinieren“, so Krüger.

 

 

Frühe Therapieeskalation bei hoher Krankheitsaktivität und ungünstigen Prognosefaktoren

 

Bei nicht zufriedenstellendem Therapieerfolg mit einer MTX-Monotherapie kann bei RA-Patienten unter bestimmten Voraussetzungen sofort auf die Kombination mit einem Biologikum eskaliert werden. Gemäß den aktuellen Leitlinien der European League against Rheumatism (EULAR) und der DGRh sind die nötigen Voraussetzungen dann gegeben, wenn eine hohe Krankheitsaktivität, insbesondere in Verbindung mit ungünstigen Prognosefaktoren, vorliegt.14,15 „Dies gibt uns die Möglichkeit, bei Patienten mit hohem Leidensdruck eine rasche Therapieeskalation vorzunehmen und die Krankheitsaktivität schnellstmöglich einzudämmen“, resümierte Krüger.

 

Im Rahmen des Kongress-Symposiums1 zeigte sich deutlich: Dank der immer umfangreicher werdenden Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten der TNF-alpha-Blocker sowie der langjährigen Praxiserfahrung lassen sich mittlerweile auf die meisten Fragen der täglichen Praxis Antworten und damit individuelle Lösungen für die Patienten finden.

 

 

Anmerkung

 

  • * Risikofaktoren: Alter > 60 Jahre, COPD, chronische Niereninsuffizienz, vorangegangene Therapieabbrüche; bei Vorliegen von drei Risikofaktoren: zwei der genannten plus schwere Infektionen in der Anamnese

 

 

Quellen 

  1. AbbVie-Lunch-Symposium anlässlich des 43. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) 2015 „Fälle und Fakten – praktische Biologikatherapie 2015!“, 4. September 2015
  2. Jørgensen TS et al., Ann Rheum Dis 2015; 74 (Suppl 2): Abstract THU 0126
  3. Jørgensen TS et al., Rheumatology 2015, online July 13
  4. Burmester GR et al., Ann Rheum Dis 2015; 74: 1037–1044
  5. Strangfeld A et al., Ann Rheum Dis 2011; 70: 1914–1920
  6. Strangfeld A et al., Arthritis Res Ther 2010; 12: R5
  7. Strangfeld A et al., Arthritis Rheum 2013; 65 (Suppl 10): Abstract 806
  8. Raaschou P et al., Arthritis Rheum 2014; 66 (Suppl 10): Abstract 846
  9. van Lümig PPM et al., JEADV 2015; 29: 752–760
  10. Mercer LK et al., Arthritis Rheum 2014; 66 (Suppl 10): Abstract 1838
  11. Mercer LK et al., Ann Rheum Dis 2015; 74: 1087–1093
  12. Askling J et al., Arthritis Rheum 2014; 66 (Suppl 10): Abstract 853
  13. Krüger K et al., AWMF-Register-Nr. 060–004
  14. Smolen JS et al., Ann Rheum Dis 2014; 73: 492–509

  

Adalimumab (HUMIRA®) in der Rheumatologie

 

Das Biologikum Adalimumab (HUMIRA®) ist ein rekombinanter, vollständig humaner, monoklonaler IgG1-Antikörper mit Zulassungen in zwölf Indikationen chronisch-entzündlicher Erkrankungen, davon sechs allein im Bereich des rheumatischen Formenkreises: rheumatoide Arthritis (RA), Psoriasis-Arthritis (PsA), polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis (pJIA) ab zwei Jahren, Enthesitis-assoziierte Arthritis ab sechs Jahren sowie axiale Spondyloarthritis (AS und nicht röntgenologische axiale SpA (nr-axSpA)).1 HUMIRA® bietet ausgezeichnete Wirksamkeit und ein gut belegtes Sicherheitsprofil in der Rheumatologie.2,3 Mit HUMIRA® kann bei Patienten mit mäßiger bis schwerer RA eine lang anhaltende klinische Remission, der langfristige Erhalt der körperlichen Funktionsfähigkeit und die Hemmung der radiologischen Progression erzielt werden.4,5 Damit wirkt HUMIRA® über die Linderung der Symptome hinaus.1 HUMIRA® ist bei Patienten mit aktiver, progressiver PsA umfassend wirksam auf Haut und Gelenke.6 HUMIRA® ist das erste Biologikum, das eine Zulassung zur Behandlung der nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis erhalten hat und weist als einziges Biologikum bei nr-axSpA Langzeitdaten von mittlerweile über drei Jahren auf.7 Eine umfassende klinische Datenbank, die auf mehr als 15 Jahren Forschungsarbeit beruht, und die Beobachtung von Patienten in klinischen Studien von bis zu zehn Jahren schaffen eine solide Vertrauensbasis.3 Gestützt wird dies durch die Erfahrung aus der Behandlung mit HUMIRA® von mehr als 850.000 Menschen in 89 Ländern.8 Das Medikament trägt dazu bei, Operationen und andere mit der Gesundheitsversorgung oder einer Behinderung einhergehende Kosten zu reduzieren.2,9,10,11,12

 

 

Quellen 

  1. Fachinformation Humira®, Stand Juli 2015
  2. Sfikakas P, Current Directions in Autoimmunity 2010; 11: 180–210
  3. Burmester GR et al., Ann Rheum Dis 2013; 72: 517–524
  4. Keystone EC et al., J Rheumatol 2013; 40: 1487–1497
  5. Keystone EC et al., Ann Rheum Dis 2013; 72 (Suppl 3): 227
  6. Mease PJ et al., Ann Rheum Dis 2009; 68: 702–709
  7. Sieper J et al., Ann Rheum Dis 2013; 72: 815–822
  8. AbbVie, Data on File (Stand: Ende 2014)
  9. van Vollenhoven RF et al., Arthritis Care Res 2010; 62: 226–234
  10. Bansback NJ et al., Ann Rheum Dis 2005; 64: 995–1002
  11. Feagan BG et al., Gastroenterology 2008; 135: 1493–1499
  12. Kimball AB et al., Postervorstellung beim 67. Jahrestreffen der American Academy of Dermatology, 6.-10. März 2009, San Francisco, Kalifornien (USA) 

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AbbVie (NYSE:ABBV) ist ein globales, forschendes BioPharma-Unternehmen. Mission von AbbVie ist es, mit seiner Expertise, seinem einzigartigen Innovationsansatz und seinen engagierten Mitarbeitern neuartige Therapien für einige der komplexesten und schwerwiegendsten Krankheiten der Welt zu entwickeln und bereitzustellen. Zusammen mit seiner hundertprozentigen Tochtergesellschaft Pharmacyclics beschäftigt AbbVie weltweit mehr als 28.000 Mitarbeiter und vertreibt Medikamente in mehr als 170 Ländern. In Deutschland ist AbbVie an seinem Hauptsitz in Wiesbaden und seinem Forschungs- und Produktionsstandort in Ludwigshafen vertreten. Insgesamt beschäftigt AbbVie Deutschland rund 2.400 Mitarbeiter. Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie unter www.abbvie.com und www.abbvie.de. Folgen Sie @AbbVie auf Twitter oder besuchen Sie unsere Karriereseite auf Facebook.

 

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Quelle: AbbVie, 21.10.2015 (tB).