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11 | 12 | 2017
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ED und Hypogonadismus:

Eintrittspforten für die Männergesundheit

 

Berlin, 20. November 2008 – Männer gehen anders mit ihrer Gesundheit um als Frauen: Sie suchen nur ungern und erst spät einen Arzt auf. Symptome einer erektilen Dysfunktion oder eines Altershypogonadismus sind für „Ihn“ oft der erste Anlass, sich um seine Gesundheit zu kümmern. Diese Störungen sind häufig mit anderen kardiovaskulären oder metabolischen Risikofaktoren wie der Hypertonie oder dem metabolischen Syndrom vergesellschaftet.

 Die Effizienz des PDE-5-Hemmers Vardenafil (Levitra®) bei der erektilen Dysfunktion (ED) ist in zahlreichen Studien für eine breite, zum Teil auch schwierig zu behandelnde Patientenpopulation belegt. Jüngst bestätigten sowohl die REINVENT-, als auch die RESTORE-Studie für Vardenafil, dass die Einnahme von Vardenafil „bei Bedarf“ im Vergleich zu einer Dauertherapie das sinnvollste und zugleich für den Patienten kosteneffizienteste Vorgehen bei der Behandlung der ED ist.

 

Primäres Ziel der RESTORE-Studie war, zu untersuchen, ob ein nachhaltiger Effekt auf die ED nach Absetzen einer täglichen Gabe von 10mg Vardenafil über drei Monate im Vergleich zur „bei Bedarf“-Einnahme besteht (anhand des IIEF-EF-Fragebogens – International Index of Erectile Function – Erectile Function domain). Hierzu erhielten 236 Männer mit milder bis moderater ED entsprechend der IIEF-EF-Kriterien und mindestens einer Komorbidität wie Diabetes mellitus, einer Hypertonie oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) 12 Wochen lang einmal täglich 10mg Vardenafil plus Placebo bei Bedarf oder 24 Wochen einmal täglich 10mg Vardenafil plus Placebo. Der IIEF-EF-Score besserte sich im Studienverlauf von initial 17,8 bis 18,0 auf 23,6 bis 24,5 Punkte in allen drei Gruppen, ohne dass zwischen den einzelnen Regimes ein signifikanter Unterschied erkennbar war.

 

In der anschließenden Wash-out-Phase wurde wieder ein deutliches Absinken des Scores registriert. Dieser Abfall trat in allen drei Behandlungsgruppen vergleichbar auf; ein signifikanter Unterschied bestand zwischen diesen nicht.

 

Die doppelblinde, randomisierte, Placebo-kontrollierte REINVENT-Studie demonstrierte an 423 Patienten, dass Levitra® auch kurz nach radikaler nervschonender Prostatektomie wirksam und gut verträglich ist. Auch in dieser Studie konnten die Ergebnisse der RESTORE-Studie bei einer deutlich schwieriger zu behandelnden Patientenklientel bestätigt werden. Demnach hatte die tägliche Einnahme keinen Vorteil gegenüber der Einnahme bei Bedarf, weder bei der Verbesserung des IIEF-EF-Scores, noch bei dem Endpunkt „erfolgreich vollzogener Geschlechtsverkehr“. Fazit dieser neuen Ergebnisse: Die Levitra®-Anwendung nach dem bekannten Standard-Therapieregime „kurz bevor es zur Sache geht“ ist für jeden Mann mit ED effektiv und kostenbewusst.

 

Dicker Bauch: äußeres Anzeichen eines Testosteronmangels

In Deutschland leiden ca. zwei Millionen Männer im Alter zwischen 40 und 70 Jahren an erniedrigten Testosteronwerten. Symptome können sich sehr unterschiedlich äußern und begrenzen sich nicht auf den sexuellen Bereich: Neben Libidoverlust kommt es auch zu Stimmungsschwankungen und Leistungseinbußen. Gerade das bauchbetonte Übergewicht ist nicht nur mit einer Fülle von kardiovaskulären Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Lipidstörungen oder Insulinresistenz verbunden. Solche Männer leiden auch häufiger an einem Testosteronmangel.

 

Umgekehrt zeigen prospektive Untersuchungen, dass gesunde Männer mit niedrigen Testosteronspiegeln eher ein metabolisches Syndrom oder Diabetes entwickeln. Niedrige Testosteronwerte begünstigen auch Atherosklerose: In einer Studie progredierten Gefäßveränderungen bei Männern mit zu niedrigen Testosteronwerten signifikant rascher als bei solchen mit normalen Werten.

 

Testosteronsubstitution lohnt sich: auch im unteren Normbereich

Die Substitution mit einem testosteronhaltigen Gel (z.B. Testogel®) bessert nicht nur die Symptome des Hypogonadismus, sondern wirkt sich auch positiv auf die Körper-zusammensetzung aus. Dies zeigte die Testogel®-Studie, in die 382 Männer aus acht europäischen Ländern eingeschlossen wurden. Alle Studienteilnehmer wiesen typische Symptome eines Altershypogonadismus („Aging Male Symptom Score“ [AMS]-Fragebogen) auf. Ihr Gesamttestosteronwert lag unter 15nmol/l, das bioverfügbare Testosteron unter 6,68 nmol/l; d.h. ihre Testosteronausgangswerte lagen im unteren Normbereich.

 

Bereits nach einem halben Jahr stieg die fettfreie Körpermasse bei den mit Testosteron substituierten Männern signifikant an, im Schnitt um 1,4kg (p<0,0001 vs. Placebo). Dieser Zugewinn an Muskelmasse war unabhängig vom Alter und den Testosteronausgangs-werten. Die Fettmasse nahm in der Verumgruppe signifikant ab. Auch Lipidwerte, nämlich Gesamt-Cholesterinkonzentrationen, sowie LDL-Cholesterinwerte sanken durch die Androgentherapie. Deutliche Verbesserungen zeigten sich auch bei der Lebensqualität.

 

Alle genannten Behandlungsvorteile blieben bis zum Ende der einjährigen Nach-beobachtungsphase erhalten. Konsequenz der Testogel®-Studie aus Sicht des Studien-leiters Professor Dr. Pierre-Marc Bouloux, London: Die Entscheidung für die Testosteronsubstitution sollte neben dem Testosteronspiegel von den klinischen Symptomen abhängig gemacht werden, da sich die Behandlungsvorteile der Testosteronsubstitution auch bei Testosteronwerten im unteren Normbereich zeigen.

 

Kein erhöhtes Karzinomrisiko durch eine Testosteronsubstitution

Höhere Testosteronwerte wurden bislang mit einem erhöhten Risiko für ein Prostata-karzinom in Zusammenhang gebracht. Diesen Umkehrschluss nahm man an, da das Wachstum von Prostatakrebs (PCa) durch Androgendeprivation gestoppt werden kann. Doch in letzter Zeit mehren sich Befunde, die ganz im Gegenteil eine Verbindung zwischen niedrigen Testosteronwerten und PCas mit schlechter Prognose aufzeigen. Zu diesem Schluss kommt auch eine in diesem Jahr veröffentlichte Studie an hypogonadalen Männern, bei denen untersucht wurde, welche Bedeutung das Verhältnis von Serum-Testosteron zu Prostata-spezifischem Antigen (T/PSA) hinsichtlich eines PCas aufweist (Rhoden EL et al. 2008. J Urol 179:1741-1745): Die Studienteilnehmer waren Männer mit symptomatischem Hypogonadismus, die sich vor Beginn einer Substitutionstherapie einer Prostatabiopsie unterziehen mussten. Diese Studie zeigte: Ein niedriges Verhältnis von Testosteron zu Prostata-spezifischem Antigen ist bei hypogonadalen Männern mit einem PSA-Wert £ 4,0 ng/ml ein unabhängiger Prädiktor für Prostatakrebs.

 

Bei 30 der 184 Studienteilnehmer wurde anhand des Biopsiebefundes ein PCa diagnostiziert. In der Gruppe von Patienten ohne PCa wurde ein T/PSA-Verhältnis von 2,85 ± 2,12 und in der Gruppe mit PCa eines von 1,41 ± 0,99 errechnet. Dieser Zusammenhang bestand unabhängig vom Alter und dem PSA-Wert.

 

Als Ursache für eine negative Auswirkung niedriger Testosteronspiegel wird ein ungünstig verändertes Milieu in der Prostata angenommen, das einem in der Entstehung begriffenen PCa bessere Wachstumsperspektiven eröffnet. Weitere Forschungsarbeiten müssen diesbezüglich jedoch mehr Klarheit schaffen. Jedenfalls zeigten bisherige Studien keinen Anstieg des Krebsrisikos unter Testosteron-Substitution.

 

 

 

Abb. 1: Studiendesign der REINVENT-Studie.

 

 

  Abb. 1: Studiendesign der REINVENT-Studie.

 

 

 

Abb. 2: Veränderungen im IIEF-EF-Score unter Dauermedikation vs. Einnahme bei Bedarf.

 

  Abb. 2: Veränderungen im IIEF-EF-Score unter Dauermedikation vs. Einnahme bei Bedarf.

 


Quelle: Pressekonferenz der Firma Bayer zum Thema „Männergesundheit, ED & Testosteron – Update & Diskussion“ am 20.11.2008 in Berlin (3K - Agentur für Kommunikation).
 
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