Sucht

27. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin

Opioidsubstitution mit Morphin retard:
Weniger Beikonsum von Alkohol möglich

Berlin (2. November 2018) – Im Rahmen des 27. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin in Berlin wurde ausführlich diskutiert, welchen Einfluss die Wahl des Substituts auf den problematischen Beikonsum von Alkohol haben kann. Norbert Erez Lyonn, A.I.D. Berlin-Kreuzberg, präsentierte den eindrucksvollen Fall eines Patienten, der seit fast drei Jahren stabil auf Substitol® (Morphin retard) eingestellt ist und seitdem auf Alkohol nahezu verzichten kann – nachdem er jahrelang einen hochproblematischen Beikonsum unter der vorigen Medikation hatte. Auch Zwischenergebnisse der SROMOS-Studie* zeigen, dass Substitutionspatienten von einer Umstellung auf Morphin retard profitieren können.(1)

26. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin

Alkoholkonsum bei Substitutionspatienten stellt Suchtmediziner vor große Herausforderungen
 

  • Alkohol verstärkt die Wirkung von Substituten
  • retardiertes Morphin senkt bei einigen Patienten das Verlangen nach Alkohol erheblich
  • Das beste Psychopharmakon ist das persönliche Gespräch

Berlin/Limburg (20. November 2017) – Im Rahmen des 26. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin in Berlin wurde während des Mundipharma-Symposiums ausführlich über den problematischen Alkoholkonsum von Substitutionspatienten diskutiert. Erklärungen für dieses Phänomen wurden gesucht, Erfahrungen aus der Praxis ausgetauscht und Schlussfolgerungen für die Zukunft gezogen.

BZgA bietet unkompliziertes 14-Tage-Programm

Online den eigenen Alkoholkonsum reduzieren

Köln (12. Dezember 2016) - Mit dem nutzerfreundlichen Online-Programm zur Reduzierung des Alkoholkonsums ,Change your Drinking‘ ( www.kenn-dein-limit.info/change-your-drinking ) unterstützt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Menschen, die ihr riskantes Trinkverhalten reduzieren und dabei anonym bleiben möchten. Über dieses Programm informiert die BZgA im aktuellen Newsletter ALKOHOLSPIEGEL.

Neues Lehrformat steigert Beratungskompetenz

Fit für die Tabakentwöhnung

Göttingen (25. August 2016) - Mehr Kompetenz für die klinische Arbeit: Neues Lehrformat im Bereich Taba-kentwöhnung steigert Lernerfolg bei Studierenden und macht sie fit für die Beratung von Rauchern. Entwicklungsarbeit durch UMG-Lehrprofessur. Veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Nicotine & Tobacco Research“.

Medikamentenabhängigkeit ist eine stille Sucht

Berlin (23. Juni 2016) - Anlässlich des Weltdrogentages am 26. Juni macht die Diakonie Deutschland auf die etwa 1,5 Millionen Menschen in Deutschland aufmerksam, die medikamentenabhängig sind. "Vor allem Frauen und ältere Menschen nehmen Schlaf- und Beruhigungsmittel missbräuchlich ein - also ohne klare Indikation, in unangemessen hoher Dosis oder länger als notwendig", sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland.

Ergebnisse des Surveys 2015 und Trends

Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland

 

Köln (22. März 2016) - Die Teilnahme an Glücksspielen in Deutschland ist insgesamt weiterhin rückläufig. Das belegen die neuen Ergebnisse der repräsentativen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland 2015“ zur Verbreitung von Glücksspielen und damit assoziierten Problemen. Die Ergebnisse bestätigen den Trend, der sich auch in den vorangegangenen Befragungen abzeichnete.

Handlungsempfehlungen für Pflegepersonal

Suchtkrank im Alter

 

Köln (11. August 2015) - Wie verhalte ich mich als Pflegekraft, wenn ich den Eindruck habe, dass eine Bewohnerin oder ein Bewohner in meiner Altenpflegeeinrichtung ein Suchtproblem hat? In zahlreichen Pflegeeinrichtungen müssen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Frage stellen. Aber nur in wenigen Einrichtungen gibt es festgelegte Konzepte, wie sie mit diesem Personenkreis umgehen sollen.  

Drohende Dauerschäden für das Auge

Wissenschaftler warnen vor Langzeitfolgen von Schnüffeldrogen

 

Münster (13. April 2015) – Der Name klingt harmlos, die Inhaltsstoffe sind es keineswegs: Poppers nennen Konsumenten die Schnüffeldrogen, die sie aus kleinen Flaschen inhalieren und die schlagartig euphorisierend sowie entspannend wirken. Nur wenige Minuten hält diese Wirkung an – und doch kann der Konsum der Szenedroge gefährliche Langzeitfolgen haben, wie münstersche Wissenschaftler warnen. Prof. Nicole Eter, Direktorin der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Münster, und Dr. Christoph Clemens, geschäftsführender Oberarzt, konnten mit Teamkollegen zeigen, dass der Konsum von Poppers-Drogen die Netzhautfunktion in einem größeren Ausmaß schädigt als bisher angenommen. Die Erkenntnisse erschienen in der renommierten Fachzeitschrift „Eye“. Sie unterstreichen die Risiken der Poppers-Drogen, deren Besitz nicht strafbar ist und die zudem leicht und günstig über Internetshops bezogen werden können.

Langzeitbeobachtung über 12 Jahre

Alkoholstudie liefert überraschende Ergebnisse

 

Bonn (2. April 2015) - Die Sterblichkeit von Patienten mit Alkoholsucht in Allgemeinkrankenhäusern ist um ein Vielfaches höher als bei Behandelten ohne Alkoholabhängigkeit. Außerdem sterben sie im Schnitt rund 7,6 Jahre früher als Krankenhauspatienten ohne einen solchen Suchthintergrund. Das haben Wissenschaftler der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn mit britischen Kollegen anhand von Patientendaten mehrerer Allgemeinkrankenhäuser in Manchester (England) herausgefunden. Die Forscher fordern eine frühere und intensivere psychotherapeutische Begleitung von Alkoholkranken. Die Studie ist nun im Journal “European Psychiatry” veröffentlicht.

Gekauftes Glück

Wenn Kaufen zur Sucht wird

 

Berlin (22. Oktober 2014)  – Viele Menschen gehen gerne „shoppen", für rund sieben Prozent aller Menschen wird Einkaufen jedoch regelmäßig zum Rausch. Die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) rät Betroffenen zu einer Psychotherapie. Dies gelte insbesondere, wenn exzessives Kaufen zusammen mit weiteren psychischen Erkrankungen wie Depressionen auftritt.

Ähnliches Spektrum an Begleiterkrankungen wie bei Alkoholabhängigen

Internetabhängigkeit auf dem Vormarsch:
Betroffene leiden oft unter weiteren Erkrankungen

 

Bochum (2. Oktober 2014) - Internetabhängige leiden oft unter Begleiterkrankungen, vor allem unter depressiven Störungen, Angsterkrankungen und ADHS. Bochumer Mediziner erhoben das sogenannte Komorbiditätsprofil von 25 Internetabhängigen. Jeder Patient wies mindestens eine Begleiterkrankung auf. Mit seinen Kollegen untersuchte Bert te Wildt zum Vergleich auch 25 Alkoholabhängige. Das Komorbiditätsprofil sah ganz ähnlich aus. Allerdings litt nur jeder zweite dieser Patienten an einer weiteren Erkrankung. „Die Ergebnisse verdeutlichen die große Bedeutung der Komorbidität für die Internetabhängigkeit“, sagt te Wildt. Er betont auch: „Das ist natürlich keine Einbahnstraße, die Erkrankungen bedingen sich gegenseitig.“ In einer weiteren Studie fand er jedoch Hinweise, dass die Internetsucht bei einem Teil der Betroffenen auf ähnlich gelagerte Persönlichkeitsstrukturen zurückzuführen sein könnte.