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26th EAU (European Association of Urology), Wien

Androgendeprivation – neue Studienergebnisse setzen Degarelix an die Spitze

 

Wien, Österreich (20. März 2011) – Neueste auf dem 26. Kongress der EAU (European Association of Urology) vorgestellte Studienergebnisse zum Prostatakarzinom (PCa) sprechen für zwei starke Strategien: in der Diagnostik für die multi-modale MRT (Magnetresonanztomographie) und in der Therapie für den GnRH-Blocker Degarelix.

 

„Verglichen mit TRUS (Transrektaler Ultraschall)“, führt Professor Jelle Barentsz (Niederlande) aus, „liefern MRT und MRT-geleitete Biopsien wesentlich genauere Bilder und ermöglichen eine bessere Identifikation klinisch signifikanter Tumore“. Insgesamt könne man die multi-modale MRT mit einem GPS System vergleichen, das direkt zum Ziel führt. Denn dieses Verfahren ist mit Blick auf die üblichen bei der PCa-Diagnostik auftretenden Probleme den herkömmlichen Verfahren überlegen. Lokalisation und Identifikation des Tumors werden verbessert. Die MRT ermöglicht außerdem eine exaktere Bestimmung des Aggressivitäts-Grades. Das lokale Staging ist besser, und Metastasen in den Lymphknoten werden mit höherer Genauigkeit entdeckt. Neben ihrem Einsatz in der Diagnostik bietet die multi-modale MRT auch bei der Nachsorge eines überstandenen Prostatakarzinoms Vorteile, da Remissionen mit größerer Zielsicherheit erkannt werden können.

 

 

GnRH-Blocker überholt LHRH-Agonist plus Antiandrogen 

 

„Zu Beginn der PCa-Therapie erfolgt unter LHRH-Agonisten eine initiale Erhöhung des Testosteron-Wertes“, erklärt John Anderson (England), „was mit negativen Auswirkungen auf die Tumorbiologie assoziiert ist“. Durch Gabe eines Antiandrogens zu Beginn der Behandlung kann diesem Ereignis entgegengewirkt werden. Dennoch ist die Langzeit-Testosteron-Suppression von LHRH-Agonisten nicht äquivalent zur Orchiektomie; zudem kommt es häufig zu Mircorsurges und Testosterondurchbrüchen. „Gelingt es, den Testosteron-Wert unter einer Androgendepri­vations­therapie (ADT) kontinuierlich erfolgreich zu unterdrücken“, führt Anderson mit dem Verweis auf die Studie von Morote und Kollegen (2007) aus, „kann das klinische Ergebnis signifikant verbessert werden“. Belege, dass das FSH (Follikelstimulierendes Hormon) eine aktive Rol­le bei der Pathogenese und Progression des PCa spielt, nehmen zu. GnRH-Blocker wie Degarelix (FIRMAGON®) unterdrücken schnell, deutlich und anhaltend die FSH-, LH- (Luteinisierendes Hormon) und die Testosteron-Werte ohne initialen Anstieg oder Microsurges. Unter Degarelix wird das FSH außerdem tiefer als unter LHRH-Agonisten supprimiert. Neben den medizinischen Vorteilen hat der Wirkstoff auch positiven Einfluss auf die Nebenwirkungen. Unter FIRMAGON® wurde, verglichen mit dem LHRH-Agonisten Goserelin kombiniert mit einem Antiandrogen, eine signifikant bessere Reduktion des Prostatavolumens sowie eine signifikante Verbesserung von Qmax und QoL beobachtet. Bezüglich der FSH-, Testosteron- und PSA-Werte werden diese Parameter von Degarelix im Vergleich zu einem LHRH-Agonisten plus Antiandrogen besser unter Kontrolle gehalten.

 

 

Skelettale Risiken – neueste Daten

 

PCa-Patienten, die mit LHRH-Agonisten behandelt werden, zeigen innerhalb des ersten Behandlungsjahres eine signifikante Abnahme der Knochendichte – ein Phänomen, das mit einem erhöhten Frakturrisiko einhergeht. Auch Knochenbrüche sind ein signifikant negativer Prädiktor für das Überleben. S-ALP (Serum Alkalische Phosphatase) ist ein Marker für Knochenmetastasen und dient ebenfalls als Prädiktor eines frühen Todes, erläutert Laurence Klotz (Kanada). Unter dem GnRH-Blocker Degarelix nahm die ALP stärker ab als unter dem LHRH-Agonisten Leuprorelin 7,5 mg, was auf eine bessere Kontrolle von Knochenmetastasen hindeuten kann. Eine Therapie mit LHRH-Agonisten ist mit diversen metabolischen Veränderungen assoziiert – wie beispielsweise Insulinresistenz und erhöhten Blutfettwerten – die ein erhöhtes Risiko für Diabetes und schwerwiegende Herzerkrankungen mit sich bringen.

 

 

Hinauszögern der Therapieeskalation

 

In der 12-monatigen Zulassungsstudie CS21 unterdrückte Degarelix, unabhängig vom PSA-Ausgangswert, die PSA-Werte schneller als Leuprorelin 7,5 mg. „Im ersten Behandlungsjahr war das PSA-progressionsfreie Überleben unter Degarelix signifikant länger als unter Leuprorelin 7,5 mg (p=0.05); bei den Degarelix-Patienten mit PSA-Ausgangswerten ≥ 20 ng/ml war das Risiko eines PSA-Versagens signifikant niedriger (p=0.04)“, so Thomas E Kaene (USA). Aktuell läuft die für fünf Jahre geplante Extensionsstudie (CS21A) mit dem Ziel, die Langzeitwirkung und Sicherheit von Degarelix zu testen. „Die Degarelix-Gruppe wurde weiterhin mit dem Blocker behandelt, hinzu kamen die Leuprorelin-Patienten, die nach einem Jahr auf den GnRH-Blocker umstiegen“, erklärt Kaene das Design der Studie. Die Ergebnisse: Bei allen Patienten blieben die PSA-Werte kontinuierlich auf niedrigem Niveau (3,5 Jahresdaten). Auch bei den Umstiegspatienten wurde eine signifikant niedrigere Rate an PSA-Versagen oder Todesfällen beobachtet (p=0.003) – beide Ereignisse traten signifikant häufiger bei Patienten mit PSA-Ausgangswerten ≥ 20 ng/ml auf. Hinsichtlich der Sicherheit zeigten Leuprorelin und Degarelix insgesamt im ersten Behandlungsjahr ein ähnliches Profil. Dennoch kam es unter Leuprorelin häufiger zu Arthralgien und Harntraktinfektionen. Die auf Degarelix eingestellten Patienten litten außerdem signifikant seltener unter muskuloskelettalen Ereignissen als die Kontrollgruppe. Bei den Umstiegspatienten glich sich die Ereignisrate an die der Patienten an, die von Anfang an mit dem GnRH-Blocker behandelt wurden. Die Daten zu den Umstiegspatienten zeigen, dass die Nachteile von Leuprorelin von Degarelix ausgeglichen werden können.

 

Insgesamt sprechen die vorliegenden Ergebnisse der Extensionsstudie in mehrfacher Hinsicht deutlich für den GnRH-Blocker (FIRMAGON®) als First-line-Medikament beim fortgeschrittenen, hormonabhängigen PCa: Degarelix ist sicher und stark in der Wirkung bei erhöhter Lebensqualität. Von großer Bedeutung sind auch die Ergebnisse zum PSA-progressionsfreien Überleben. Sie zeigen, die Therapieeskalation kann nach hinten verzögert werden – ein Aspekt, der Arzt und Patienten beim gemeinsamen Kampf gegen das Prostatakarzinom unterstützten kann.


Quelle: Satelliten-Symposium: New Diagnostic And Treatment Options For Prostate Cancer That Will Change Your Practice, gesponsert von FERRING Arzneimittel GmbH am 20. März 2011 im Rahmen des 26. Kongresses der EAU (European Association of Urology) in Wien (AdLexis).