Home Urologie Benignes Prostatasyndrom: Therapieverhalten bei BPS überdenken
23 | 10 | 2017
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Benignes Prostatasyndrom

Therapieverhalten bei BPS überdenken

 

  • Kombinationstherapie ab moderaten Symptomen angezeigt
  • Verzögerte Gabe von 5-ARI erhöht Risiko für AUR und Operation

 

München (27. September 2012) - Ab moderaten Symptomen des benignen Prostatasyndroms (BPS), einem Prostatavolumen von ≥ 30 ml und einem PSA-Wert von ≥ 1,5 ng/ml gibt es, gemäß den aktuellen deutschen BPSTherapieleitlinien (Evidenzlevel 1b), für Patienten die Behandlungsmöglichkeit mit der Kombination aus dem Alpha-Blocker Tamsulosin plus dem 5-Alpha-Reduktase-Inhibitor (5-ARI) Dutasterid.1 „Dennoch weicht das Therapieverhalten deutscher Urologen noch häufig davon ab“, berichtet PD Dr. med. Christian Gratzke, München, auf einem Symposium von GlaxoSmithKline (GSK) im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) in Leipzig. „In Deutschland werden im Vergleich zu anderen europäischen Ländern insgesamt weniger 5-ARIs eingesetzt. Diese Länder therapieren also evidenzbasierter als wir.“2

 

Die CombAT (Combination of Avodart® and Tamsulosin)-Studie zeigt, dass durch die dauerhafte Kombinationstherapie mit dem Alpha-Blocker Tamsulosin und dem 5-ARI Dutasterid das relative Risiko für akute Harnverhalte (AUR) oder BPS-bedingte Operationen gegenüber der Tamsulosin-Monotherapie bei Patienten mit moderaten bis schweren Symptomen über vier Jahre signifikant um etwa 66 % gesenkt werden kann. Der Alpha-Blocker Tamsulosin erreicht eine schnelle Reduktion der Symptome, die in Kombination mit dem 5-ARI Dutasterid langfristig aufrecht erhalten wird.3

 

 

Therapieentscheidung auch vom Progressionsrisiko abhängig

 

„Auf Grundlage der vorliegenden Evidenz3,4 sollten symptomatische Patienten ab einem Prostatavolumen von 30-40 ml initial mit der Kombination Alpha-Blocker plus 5-ARI behandelt werden“, so Dr. Gratzke. „Ob bei einem Prostatavolumen zwischen 30 und 40 ml initial die Kombinationstherapie gewählt wird, sollte individuell auf Grundlage des bestehenden Progressionsrisikos entschieden werden.“

 

Folgende Indikatoren und Risikofaktoren kennzeichnen eine bereits bestehende BPS-Progression:3,5,6

 

  • Nicht- bzw. Unterbehandlung
  • IPSS ≥ 8 bzw. IPSS-Anstieg > 4 Wertpunkte innerhalb von 18-24 Monaten
  • Prostatavolumen > 30-40 ml
  • Qmax < 10,6 ml/sec
  • Restharnvolumen > 39 ml
  • PSA > 1,5 bis 3 ng/ml
  • Alter > 50-60 Jahre

 

 

Verzögerte Gabe von 5-ARIs erhöht Risiko für AUR und Operation

 

Die initiale Therapie mit einem Alpha-Blocker und die verzögerte Gabe von 5-ARIs führt nach Studienergebnissen dazu, dass die BPS-Progression verzögert gehemmt wird und erhöht somit das Risiko für AUR und BPS-bedingte Operationen.4 „Auch der Verzicht auf den Alpha-Blocker oder den 5-ARI im Zuge einer bestehenden Kombinationstherapie ist nicht sinnvoll“, berichtet Dr. Gratzke. „Es liegt keine Evidenz vor, dass nach dem Weglassen von Alpha-Blocker oder 5-ARI die Symptomlinderung aufrecht erhalten werden kann.“

 

 

Sexuelle Nebenwirkungen durch Kombinationstherapie nicht gefördert

 

Auswirkungen von Medikamenten auf die Libido sind auch für BPS-Patienten ein wichtiger Entscheidungsfaktor für oder gegen eine Behandlung. Das in der CombAT-Studie beobachtete Nebenwirkungsprofil sexueller, beziehungsweise medikamenten-bezogener Nebenwirkungen von Tamsulosin plus Dutasterid entspricht den bekannten Profilen der beiden Einzelsubstanzen. „Treten bei Patienten im ersten Jahr der Therapie unter Alpha-Blocker plus 5-ARI keine sexuellen Nebenwirkungen auf, wird dies mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch in den Folgejahren so bleiben“, erklärt Dr. Gratzke.

 

GlaxoSmithKline – eines der weltweit führenden forschenden Arzneimittel- und Healthcare-Unternehmen – engagiert sich für die Verbesserung der Lebensqualität, um Menschen ein aktives, längeres und gesünderes Leben zu ermöglichen. In Deutschland gehört GSK zu den wichtigsten Anbietern medizinischer Produkte und engagiert sich darüber hinaus in vielfältigen sozialen Projekten: So unterstützen wir wellcome für das Abenteuer Familie, Plan International und den Förderverein der Schule für Kranke München e. V. Zudem stellt GSK seine MitarbeiterInnen einen Tag im Jahr am so genannten „OrangeDay“ frei, um in sozialen Einrichtungen mitzuhelfen.

 

 

Referenzen 

  1. Berges R et al.: Therapie des benignen Prostatasyndroms (BPS). Urologe A. 2009 Dec;48(12):1503-1516.
  2. Cornu JN et al.: A Widespread Population Study of Actual Medical Management of Lower Urinary Tract Symptoms Related to Benign Prostatic Hyperplasia Across Europe and Beyond Official Clinical Guidelines. European Urology 58 (2010): 450-456.
  3. Roehrborn CG et al.: The effects of Combination Therapy with Dutasteride and Tamsulosin on Clinical Outcomes in Men with Symptomatic Benign Prostatic Hyperplasia: 4-Year Results from the CombAT Study. Eur Urol 2010; 57:123-1331.
  4. Naslund et al.: Impact of delaying 5-alpha reductase inhibitor therapy in men on alpha-blocker therapy to treat BPH: assessment of acute urinary retention and prostate-related surgery. CRMO 2009; 25(11): 2663-2669.
  5. McConell JD et al.: The long-term effect of doxazosin, finasteride, and combination therapy on the clinical progression of benign prostatic hyperplasia. Medical Therapy of Prostatic Symptoms (MTOPS) Research Group. N Engl J Med.
  6. 2003 Dec 18; 349(25):2387-98.
  7. Djavan B et al.: Progression delay in men with mild symptoms of bladder outlet obstruction: a comparative study of phytotherapy and watchful waiting. World J Urol 2005, 23(4):253-6.

 

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Quelle: GlaxoSmithKline, 27.09.2012 (tB).

 
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