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Amgen Symposium auf dem DGU-Kongress 2012

„State of the Art “Osteoprotektion” beim Prostatakarzinom – the past, the present and the future“

 

Leipzig (27. September 2012) - Am 27. September veranstaltete die AMGEN GmbH ein Satellitensymposium zum Thema State of the Art “Osteoprotektion“ beim Prostatakarzinom – the past, the present and the future im Rahmen des 64. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Der weltweit drittgrößte Urologenkongress fand vom 26.-29. September 2012 erstmals in Leipzig statt. Unter dem Kongressmotto „Wissenschaft, Fortschritt, Leben“ fanden sich mehr als 7.000 internationale Teilnehmer ein, um die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse aus allen Bereichen der Urologie zu diskutieren.

 

Fortschritt durch Wissenschaft und Forschung sind auf medizinischem Gebiet vor allem durch ein längeres Leben und die Verbesserung der Lebensqualität für die Betroffenen messbar. Diese Themen standen in drei Vorträgen des Satellitensymposiums der AMGEN GmbH im Vordergrund.

 

 

Zielsetzung des Knochenschutzes: Symptomprävention oder Überlebensverlängerung?

 

Prof. Dr. Franz Jakob, Professor für Klinische und experimentelle Osteologie am Lehrstuhl für Orthopädie an der Universität Würzburg sprach in seinem Vortrag über die Zielsetzung des Knochenschutzes. Prof. Jakob, einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der Osteoprotektion, stellte die Frage nach Symptomprävention oder Überlebensverlängerung. Eine zentrale Rolle beim Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und Knochenresorption spielt das RANK Ligand-Osteoprotegerin System. „Die Dirigenten dieses Systems sind die Osteoklasten und Osteoblasten“, erklärte Jakob. Den RANK Rezeptor bezeichnete Jakob als „Gaspedal“ und den RANK Ligand als „Gasfuß“ des Osteoklasten. „Wenn der RANK Ligand übermäßig exprimiert wird, werden die Osteoklasten angeregt tiefe Löcher in den Knochen zu graben, die der Osteoblast nicht mehr auffüllen kann.“ Der vollhumane monoklonale Antikörper Denosumab bindet mit hoher Spezifität an den RANK Ligand und inaktiviert diesen. Prof. Jakob fasste dies folgendermaßen zusammen: „Denosumab nimmt den RANK Ligand aus dem Spiel“, wodurch es zur Hemmung der Knochenresorption und damit zu einer Erhöhung der Knochendichte kommt. Im Bereich der Supportivtherapie zählt Denosumab zum State of the Art bei der Osteoprotektion.

 

 

Ihr Patient mit Prostatakarzinom – Warum bleibt der Knochen im Fokus?

 

Prof. Dr. med. Christian Wülfing, Chefarzt der Abteilung Urologie der Asklepios Klinik Altona, Hamburg, stellte in seinem Vortrag „Ihr Patient mit Prostatakarzinom – Warum bleibt der Knochen im Fokus?“ Beispiele für neu verfügbare Therapien zur Behandlung des Prostatakarzinoms vor und erklärte konkret welche Auswirkungen diese Therapien auf den Knochen haben. Gerade beim Prostatakarzinom ist die Häufigkeit von Knochenmetastasen mit 65 – 75% relativ hoch. In diesem Zusammenhang spielen SRE (skeletal-related events: skelettbezogene Komplikationen) eine wichtige Rolle. SRE zeigen sich klinisch als pathologische Frakturen, Rückenmarkkompressionen bis hin zur Querschnittslähmung und Knochenbestrahlungen – alles Ereignisse, die mit starken Schmerzen verbunden sind. „SRE haben hier keinen unbedeutenden Stellenwert, sondern SRE korrellieren direkt mit Überleben“, erklärte Wülfing. Zwei wichtige Therapieziele bei der Behandlung von Patienten mit einem Prostatakarzinom mit Knochenmetastasen sind hier die Reduktion von SRE bzw. das Hinauszögern des Auftretens von SRE und die Linderung der Symptome. Hier zeigte die randomisierte Studie bei Patienten mit Prostatakarzinom, die Denosumab mit Zoledronsäure verglich, die signifikante Überlegenheit von Denosumab in Bezug auf die Prävention von SRE. Im Rahmen einer integrierten Analyse aller drei Zulassungsstudien bei mehr als 50 verschiedenen Tumortypen konnte Denosumab SRE im Median um 8,2 Monate gegenüber Zoledronsäure verzögern (1,3). Ebenso kam es unter Denosumab zu einer Verzögerung der Schmerzprogression um 55 Tage gegenüber Zoledronsäure, sodass in Folge weniger Patienten von geringer dosierten Analgetika auf starke Opioide umgestellt werden mussten (1,2). Wülfing wies hier auch noch einmal darauf hin, dass bei der Gabe von Bisphosphonaten und Denosumab gemäß der Zulassung zusätzlich Vitamin D und Kalzium gegeben werden muss, und dass sich dies auch zur Reduktion von Hypokalzämien bewährt hat. Abschließend gab Wülfing einen Ausblick auf weitere Therapieoptionen wie Cabozantinib, Alpharadin oder Abirateron. Zusammenfassend stellte Wülfing fest: „Das Thema Knochen sollte auch im Bereich der Urologie weiterhin eine wichtige Rolle spielen.“

 

 

„Neulich in der Praxis“ – Therapieentscheidungen beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom

 

PD Dr. med. Andreas Blana, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie, Fürth, widmete sich Erfahrungen aus der Praxis und diskutierte hierbei Therapieentscheidungen beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom. Hierbei wurde deutlich, dass der Einsatz von Bisphosphonaten oder Denosumab gängige Praxis ist. Meist bevorzugen die Patienten Denosumab vor allem auch wegen des Vorteils der subkutanen Injektion des Wirkstoffs, während die Gabe der Bisphosphonate intravenös erfolgen muss. Denosumab zeichnet sich außerdem durch eine vergleichsweise überlegene Wirksamkeit aus. Die Anzahl der unerwünschten sowie schwerwiegend unerwünschten Ereignisse bei der Behandlung mit Zoledronsäure oder Denosumab ist zudem vergleichbar. Kieferosteonekrosen (ONJ) traten unter Denosumab insgesamt in geringer Inzidenz (1 – 2% der Patienten) und mit keinem statistisch signifikanten Unterschied im Vergleich zu Zoledronsäure auf. Unter Denosumab wurde mit 9,6% im Vergleich zu 5% unter Zoledronsäure häufiger eine Hypokalzämie beobachtet. Blana wies darauf hin, dass der Kalziumspiegel vor Behandlungsbeginn mit Denosumab bestimmt werden sollte, da eine bereits bestehende Hypokalzämie vor Beginn der Therapie beseitigt werden muss und therapiebegleitend eine Kalzium- und Vitamin D-Substitution nötig ist (4). „Auch während Therapie sollte der Kalziumspiegel einem ständigen Monitoring unterliegen. Bei einer Substitution sollte die Mindestmenge von 500mg Kalzium und 400 Einheiten Vitamin D gegeben werden“, erklärte Blana. Als weiteren Vorteil von Denosumab nannte Blana die Möglichkeit des Einsatzes bei niereninsuffizienten Patienten. Im Vergleich zu Zoledronsäure ist bei verminderter Nierenfunktion keine Dosisanpassung notwendig, da Denosumab nicht über die Nieren ausgeschieden wird.

 

Blana schloss seine Ausführungen mit folgendem Fazit: „Knochenmetastasen stehen heute bei der Behandlung stärker im Fokus. Das Spektrum der Therapien hat sich hier stark erweitert und das Nebenwirkungsprofil dieser Therapien ist moderat.“

 

 

Über Amgen

 

Amgen erforscht, entwickelt, produziert und vertreibt innovative Therapien für Menschen. Seit 1980 gehört Amgen zu den Pionieren in der Biotechnologie und war eines der ersten Unternehmen, das die neuen Möglichkeiten der Wissenschaft erkannte, sichere und wirksame Arzneimittel aus dem Labor in die Herstellung und zu den Patienten zu bringen. Die Therapien von Amgen haben die medizinische Praxis verändert und Millionen von Menschen auf der ganzen Welt im Kampf gegen Krebs, Nierenleiden, rheumatoider Arthritis und andere schwere Erkrankungen unterstützt. Amgen verfügt über ein tiefes und breites Portfolio möglicher neuer Arzneimittel und ist ständig bestrebt, die Forschung voranzutreiben, um das Leben von Patienten entscheidend zu verbessern. Besuchen Sie uns unter www.amgen.com oder www.amgen.de, um mehr über unsere bahnbrechenden Forschungen und bedeutenden Therapien zu erfahren.

 

 

Referenzen 

  1. Lipton A et al. Eur J Cancer. 2012 Sep 10. pii: S0959-8049(12)00617-X. doi: 10.1016/j.ejca.2012.08.002. [Epub ahead of print].
  2. Cleeland CS et al. Ann Oncol 2010;21:8s (Abstract 1248P)
  3. Fizazi K et al. Lancet 2011; 377: 813
  4. AMGEN, Fachinformation  XGEVA® 120 mg Injektionslösung, Stand August 2012


 

Quelle: Amgen, 27.09.2012 (tB).