Home Viszeralmedizin Neue Horizonte in der Reizdarm-Therapie - Volksleiden RDS: Neue Therapieoptionen in Sicht
23 | 01 | 2018
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Reizdarm-Syndrom. Photo: AlmirallNeue Horizonte in der Reizdarm-Therapie

Volksleiden RDS: Neue Therapieoptionen in Sicht

 

Hamburg (20. September 2012) - Aktuelle Phase-III-Studien zeigen einen relevanten Patientennutzen für Linaclotid, einen neuen Wirkstoff zur Behandlung von RDS-O.1,2 Linaclotid wirkt als sogenannter Guanylatzyklase-C-Agonist auf spezielle Rezeptoren auf den Epithelzellen in der Darmwand. Es handelt sich dabei um ein neuartiges Wirkprinzip, mit dem in Zukunft ein effektiverer Therapieansatz für das Reizdarmsyndrom mit Obstipation zur Verfügung stehen könnte, so Experten auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) in Hamburg.

 

Die aktuell verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Reizdarmsyndrom (RDS) sind begrenzt,3 berichtet Prof. Peter Layer, Hamburg, beim Symposium „Neue Horizonte in der Reizdarm-Therapie“ der Almirall Hermal GmbH. Etablierte Therapien zielen auf die Symptomkontrolle.4 „Oft kann jedoch keine Symptomfreiheit erreicht werden“, so Layer, der maßgeblich an der aktuellen deutschen Leitlinie zum RDS mitgewirkt hat. Für die meisten der 6 Millionen Patienten5 in Deutschland bedeutet dies einen erheblichen Leidensdruck.4 Auch für das Gesundheitssystem stellt RDS eine große wirtschaftliche Belastung dar, die der durch Asthma und Migräne vergleichbar ist.6

 

 

Neue Diagnosekriterien für RDS4

 

Die deutsche Leitlinie hat sich von den bisher gültigen symptombasierten Diagnosekriterien (Rom-III) abgewandt und RDS neu definiert, so Prof. Thomas Frieling, Krefeld. Nach den neuen, praxisorientierten Kriterien liegt bei Erwachsenen RDS vor, wenn Darmbeschwerden (z.B. Bauchschmerzen oder Blähungen) länger als drei Monate anhalten und zu einer relevanten Verringerung der Lebensqualität führen. Andere Krankheiten müssen zudem symptomabhängig als Ursache für die Beschwerden ausgeschlossen werden.

 

 

Keine Standardtherapie

 

Für das Reizdarmsyndrom gibt es aufgrund seiner Heterogenität weder einen therapeutischen Goldstandard noch allgemeingültige Empfehlungen zu Ernährung und Lebensstil, so Prof. Martin Storr, München. Die medikamentöse Therapie orientiert sich am Leitsymptom.4 Bei unzureichendem Therapieerfolg können verschiedene Medikamente sukzessiv kombiniert werden.4

 

 

Neue Therapieansätze

 

Fortschritte im Verständnis der pathologischen Veränderungen im Darm und im enterischen Nervensystem haben zur Entwicklung neuer, stärker zielgerichteter Medikamente für RDS geführt.4 So hat eine klinische Studie zu dem topischen Antibiotikum Rifaximin ergeben, dass es bei RDS ohne Obstipation die Darmbeschwerden lindern kann.7 In Phase-III-Studien führte Linaclotid bei RDS-Patienten mit Obstipation u.a. zu einer Verminderung abdomineller Schmerzen, einer Zunahme der Stuhlgänge und insgesamt zu einer Verbesserung der relevanten, mit RDS-O assoziierten Symptome, berichtete Dr. Viola Andresen, Hamburg. Damit haben die neuen Wirkstoffe einen klaren Patientennutzen, so Andresen. In Zukunft könnten somit RDS-Patienten zielgerichtete Therapieoptionen zur Verfügung stehen.4

 

 

Über Almirall

 

Almirall ist ein international agierendes pharmazeutisches Unternehmen mit Hauptsitz in Barcelona, das sich - basierend auf Innovation - der Gesundheit verschrieben hat. Das Unternehmen ist in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Herstellung tätig und vermarktet die Produkte seiner eigenen Forschung und Entwicklung sowie lizenzierte Medikamente mit dem Ziel, die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Menschen zu verbessern. Der Fokus der Forschung liegt dabei auf den Bereichen Atemwegserkrankungen, Dermatologie und Schmerz. Almirall hat derzeit eine Marktpräsenz in mehr als 70 Ländern auf fünf Kontinenten. Almirall ist in Europa, Kanada und Mexiko durch 13 Tochtergesellschaften direkt vertreten.

 

 

 

Referenzen 

  1. Rao S, Lembo AJ, Shiff SJ et al. A 12-week, randomized, controlled trial with a 4-week randomized withdrawal period to evaluate the efficacy and safety of linaclotide in irritable bowel syndrome with constipation. Am J Gastroenterol, in press.
  2. Chey WD, Lembo AJ, Lavins BJ et al. Linaclotide for irritable bowel syndrome with constipation: A 26-week, randomized, double-blind, placebo-controlled trial to evaluate efficacy and safety. Am J Gastroenterol, in press.
  3. Camilleri M, Chang L. Challenges to the therapeutic pipeline for irritable bowel syndrome: end points and regulatory hurdles. Gastroenterology 2008;135:1.877-1.891.
  4. Layer P, Andresen V, Pehl C et al. Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten; Deutsche Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität. S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Z Gastroenterol 2011;49(2):237-293.
  5. Hungin APS, Whorwell PJ, Tack J, Mearin F. The prevalence, patterns and impact of irritable bowel syndrome: an international survey of 40.000 subjects. Aliment Pharmacol Ther 2003;17:643-650.
  6. Kozma CM, Barghout V, Slaton T et al. A comparison of office-based physician visits for irritable bowel syndrome and for migraine and asthma. Manag Care Interface 2002;15:40-3, 49.
  7. Pimentel M, Lembo A, Chey WD et al. Rifaximin therapy for patients with irritable bowel syndrome without constipation. N Engl J Med 2011;364:22-32.


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Quelle: Almirall, 20.09.2012 (tB).

 
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